Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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98 sich über diese Gegenstände zu äussern. Er ist der Verfasser von Ainosstudien, welche im Bertelsmann’schen Verlage und in der Reibe ״Für Gottes Wort und Luthers Lehr“ erschienen sind; der Bearbeiter der biblischen Geschichten alten und neuen Testaments für den Unterricht;1) so sollte er über den Verdacht erhaben bleiben, dem Christentum und seiner Wissenschaft Unrecht tun zu wollen. Und doch ist Hans Bahr wegen dieses in unserer vorigen Nummer veröffentlichten Aufsatzes den Angriffen nicht entgangen. Die ״Germania“, die ״Tägliche Rundschau“ und ähnliche Blätter fassten die Sache so auf, als wenn Hans Bahr dem Ausschluss der christlichen Theologie von den Hochschulen, besonders der neuzubegründenden in Frankfurt a. M., zu Gunsten des Talmuds hätte zustimmen, die neue Universität unter — horribile dictu — jüdische Aufsicht stellen und nun die Weltherrschaft jüdischen Geistes selbst bei Unterdrückung aller christlichen Lebensäusserungen verkünden wollen. Nur so lässt es sich erklären, dass in den obengenannten Blättern der evangelische Oberlehrer zur Ordnung gerufen wurde. Die ״Tägliche Rundschau“ hat bald eine Entgegnung Hans Bahr’s gebracht; ich weiss nicht, ob die ״Germania“ das Gleiche getan hat. Sprechend ist aber die Tatsache, dass die genannten Zeitungen eins übersehen haben: die Bemerkungen, welche ich, der jüdische Herausgeber dieses Literaturblattes, unter den Bahr’schen Aufsatz gesetzt habe. Da bin ich für die allgemeine Theologie als Wissenschaft eingetreten und habe unter der Voraussetzung, dass dieselbe der Universität erhalten bleibe, für den Talmud und seine strengwissenschaftliche Behandlung Einlass gefordert. Diese Bemerkungen können bei den gegnerischen Einsendern nicht unbemerkt geblieben sein. Sie haben nämlich das Blatt und meinen Namen mit genannt — anders machte es das Hamburger ״Israelitische Familienblatt“, das bei Erwähnung der Sache einen Teil des Bahr’achen Aufsatzes gebracht hat, ohne mein Blatt als Quelle und mich als Herausgeber auch nur zu nennen (wahrscheinlich um meinen guten Namen zu schonen! Und den hätte es, aus ״Germania“ und ״Täglicher Rundschau“ etc. gut erfahren können). Sie haben also meinen Namen genannt, ohne mich selbst eines Angriffs für wert zu halten. Und dem wäre ich doch, wenn ich mich bei aller Selbsterkenntnis noch so bescheiden einschätze, *) H. Bahr, Biblische Geschichten für die Unterklassen. Leipzig, Teubner.