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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 2. Heft. (1911) · p. Seite 95

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
2. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 95 (sequence 47)
Language
German
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95 den textlichen Teil von ״die Esia-Apokalypse“ (IV. Essra), von Pfarrer Violet in Berlin heraasgegeben. 1897 hat ihm Harnack den Auftrag daza übermittelt. Bei der Esrn-Apokalypse ist man aaf die Vulgata angewiesen. Die griechische Gestalt, auf welcher die lateinische beruht, liegt ebensowenig vor, wi ) die hebräische Urschrift. Ausser der lateinischen Uebersetzung der jetzigen Urschrift, bringt der Herausgeber die syrische Fassung, die äthiopische, die längere, dann die kürzere arabische und die armenische Fassung. Die erstere und letztere lateinisch, die vier mittleren deutsch. So hat der Leser in sechs Spalten auf jeder Doppelseite < ine sehr übersichtliche Darstellung der verschiedenen Stufen und Zustäide vor sich, welche die Ueberlieferung durchgemacht hat. Die Anmerktngen ermöglichen noch die Steigerung des Anschauungsstoffes nach der Fülle der Handschriften, die jeder einzelnen Fassung zu Grunde liegen. Eine eingehende Einleitung gibt uns Einblick in die Grundsätze, welche der Herausgeber befolgt hat, und wir lernen dabei die ungeheuren Schwierigkeiten kennen, die zu überwinden gewesen sind. Wie vollkommen diese Arbeit dem Herausgeber gelangen ist, können wir nicht besser zeigen als wenn wir die Ausgabe dazu benutzen, die Beziehungen des Buches zu der biblischen und talmudischen Gedankenwelt in einigen Zügen zu kennzeichnen. Die Fragestellung des Eingangs, weshalb Gott Israel in die Hand von Sündern gegeben hat׳ (z. B. S. 14 numquid meliora faciunt), findet sich schon in Hiob und Habakak, wie in manchen Psalmen. Die mit Adam einsetzende bis zur Tempelzerstörung gehende geschichtliche Darstellung erinnert auch an eir zelne Psalmen, ausserdem än Daniel 9, an Nehemia 9, 6, welches Kapitel wahrscheinlich die Veranlassung dazu ist, unser Buch Esra zu nennen. ln der späteren Literatur denke man an die geschichtlich(!n Darstellungen der Weisheit Salomo’s, des Sirach, vieler Stellen der Mekhiltha und Aboth V. Mit diesem Mischnateil verwandt zeigt sich S. 6: Et natae sunt etc. bis diluvium bezüglich Noa’s, dann mit Bezug auf Abraham; man muss dabei an die 10 Geschlechter (der Genesis) zwischen Adam and Noa und zwischen Noa und Abraham denken, welche in Aboth erwähnt sind. Heisst es S. 8 von Abraham demonstrasti ei temporum finem, so erinnern wir an das aus der Mekhilta stamm( nde שהקב־ד, השב את הקץ לעשות כט־ שאמר לאברהם אבינו. So heisst es von Adam: et ad hone mandasti diligentiam unam tuam et praeterivit eam; auch Aeth. hat un&m, wenn auch ohne Betonung. Und doch hat nach der Midraschdeutung dies unam folgende Bedeutung: Du gabst dem Adam nur e i n Gesetz, und er hat es übertreten; wir aber bewahren sogar alle 613 Gesetze. S. 4: Et induxisti eum in paradisum quem plantavit dextera tua antequam terra adventaret, was nur Arab. Ew. heisst: ״Bevor Da den Menschen schufest.“ Vergl Jalkut Bereschit za ״ מקרםDu könntest meinen, früher als der Mensch. Der Mensch ist am sechsten Tage, das Paradies am dritten Tage entstanden.“ S. 50 de vita autem tua non sum missus dicere tibi; damit vergl. Meg. 3a: ״Und ich Daniel sah allein die Erscheinung, and die Männer, welche mit mir waren,

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