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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 2. Heft. (1911) · p. Seite 94

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
2. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 94 (sequence 46)
Language
German
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94 Kirchenväter und Verwandtes. Schwarz u. Mommsen, Eusebius Kircheugeschichte mit lat. Uebers. Rufin’s. I: Buch 1 bis 5. 507 S.; II: Buch 6 bis 10; über die Märtyrer. S. 508 bis 1040. Mk. 30,60. Leipzig, Hinrichs. Violet, die Esraaphokalypse. I. Th. Die Ueberlieferung. LX1V und 446 S. 17 Mk. 50 Pf., geb. 20 Mk. Ein gross angelegtes Unternehmen ist mit der Hinrichs’schen Verlagsbuchh&ndlung in Leipzig verbunden und erscheint dort seit 1900: Die Werke der Kirchenväter, wie alle griechischen Urkunden des Ur- Christentums, die Gnostiker und Märtyrerakten eingeschlossen, werden in Ausgaben nach einheitlichem Plane vorgelegt. Wo es nötig ist, treten die alten Uebersetzungen statt der Urschriften ein. Alles sprachwissenschaftliche und geschichtliche Rüstzeug wird in Einleitungen, Bemerkungen und Registern geboten. So entsteht die Ausgabe der ״Griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte, herausgegebeu von der Kirchenväterkommission der Königl. Preussischen Akademie der Wissenschaften“, auf etwa 50 Grossbände berechnet. So ist Eusebius Kirchengeschichte als Band 9,1 und 2 erschienen, und zwar der griechische Text von Eduard Schwarz in Göttingen, die lateinische Uebersetzung Rufin’s von dem Berliner Theodor Mommsen. Die Bedeutung Euseb’s an sich braucht kaum hervorgehoben zu werden. Er ist־ glaubwürdiger als Epiphanias, und abgesehen von den in ihm sich bietenden geschichtlichen Nachrichten finden wir eine Fülle vorbereitender Gedanken und überwundener Anschauungen, Gestaltungen, die längst verschwunden sind, treten vor unser Auge, und mit grosser Deutlichkeit zeigen sich auch die Beziehungen vieler Erscheinungen zum Judentum. Dies Werk bildet eine willkommene Ergänzung zur praeparatio des Eusebius, welche die Entwicklung des kirchlichen Geistes schildert und dabei den jüdisch-alexandrinischen Hellenismus zur Zurückdrängung des Heidentums mit benutzt. So ist Eusebius mit Clemens der Erhalter vieler alexandriniseben Bruchstücke aus der Quelle der Alexander Polyhistor geworden. Wird uns hier aus einer Fülle handschriftlicher Unterlagen der griechische Urtext der Kirchengeschichte und ebenso die lateinische Wiedergabe des Rufin geboten, ist die Uebersetzung oft sowohl im Umfang als im Ausdruck abweichend vom Urtext, so bieten sich dem gewiegten Forscher die bedeutendsten Fragen über das Verhältnis zweier solcher Quellen zu einander, über Teile, wo der Uebersetzer vielleicht das Ursprüngliehe gewahrt hat, wonach sich also die Grundschrift reinigen lässt. Nehmen wir die geschichtliche Bedeutung dieser Ausgabe dazu, so dürfte es kaum eine bedeutungsvollere Veröffentlichung zur Beleuchtung jenes Zeitalters geben. Um etwas Tatsächliches zur Erhärtung dieser unserer Meinung zu geben, betrachte ich einmal Band 18 des ganzen Unternehmens,

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