Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 2. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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86 11. A. im nächsten Worte, die ״gleich Bergen an einem Haare hängen.“ b) Beide Gegenstände, Semicha und Chagigah, sind für die Geschichte der Halacha von höchster Wichtigkeit. § 18. a) Die Semicha ist das Handauflegen, wodurch eine Person oder ein Gegenstand geweiht wird. Die Thora verlangt es bei manchen Opfern. Hier handelt es sich um die עולות ואייה und die שלמי חנינה, die Ganzopfer der Wallfahrts- und die Freudenopfer der Festesfeier. Nach Beth Schammai .(Chag. 2, 3) darf man nur die Freudenopfer bringen, aber nicht zur Semichah sich darauf stützen, nach Beth Hillel darf Beides mit der Semichah am Festtage dargebracht werden. Wie T Chag. 2,10 ff. (Parallelst, d. Gemaras) besagt, war das Handauflegen am Festtage oder dessen Unterlassung ein Kennzeichen der Schammaiten und Hilleliten, und Baba ben Buta setzte es im Gegensätze zu seinen Genossen, den Schammaiten, durch, dass Darbringung und Semichah vor sich gingen. Nach Chag. 2, 2 ging der Streit bis zu Jose ben Joeser und Jose ben Jochanan, also in die Makkabäerzeit zurück. Weshalb die Semichah so umstritten wurde? Die ganze Satzung der Chagigah war schriftgemäss nicht zu belegen, wie das Gespräch R. Papa’s mit Abbaji Chag. 10 b deutlich genug beweist. Nun wollte man diese Opfer mit den pflichtgemässen Darbringungen des Jahres nicht verwechseln und darum ursprünglich die Semichah am Tage vorher oder gar nicht vornehmen lassen. Die Hilleliten mit ihren Deuteregeln fanden aber all’ diese Opferarten in der Schrift; und was vielleicht ursprünglich als festlicher Volksbrauch geübt worden, zeigte sich als thoramässige Pflicht. Verbunden waren damit noch die שלטי שטח׳, für welche mannigfache Erleichterungen geboten wurden, wie auch z. T. für Chagigah, um das Volk nicht zu belasten. b) Nun kam am Pesach noch חנינת י״ד hinzu (Pes. 6, 4), das vor dem Pesachlamm zu gemessen war, aber am Sabbath oder wenn das Pesach ״in Unreinheit" dargebracht wurde (wenn der grösste Teil des Volkes levitisch unrein war) oder wenn die Tischgesellschaft nicht zahlreich genug für den Genuss des Pesach war und davon etwas übrig bleiben, נותר werden konnte, fortiiel. Das Chagigaopfer ging dem Pesach deshalb voraus, damit letzteres 1