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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 2. Heft. (1911) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
2. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 70 (sequence 22)
Language
German
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70 Jerusalem je׳ eine Beistandsabteilung von Priestern, Leviten and Israeliten." Soweit der haaptsächliche Bericht, woza wir nur bemerken möchten, dassin der Tosiphta (Taanit 4,2) diese Einrichtung nicht den ersten Propheten (nach Sota 48 a sind damit Samnel und David gemeint vgl. I. Chr. 9, 22) sondern den נביא־ם שבירושל den Propheten in Jerusalem (gewöhnlich pflogt man damit die nachexftschen Propheten: Chagai, Sachaija und Maleachi zu verstehen vgl. Jerusch. Megilla 1,5; jer. Berach. 2, 4) zugeschrieben wird. Bei einer genaueren Betrachtung dieses Berichts, bemerkt man sobald den inneren Widersprach. Denn in der angeführten Siphre-Stelle wird die Institution des Opferbeistandes klar und deutlich aus der Schrift abgeleitet; von den späteren Propheten wird hierorts keine Silbe gesprochen. Wir erblicken somit hierin eine mosaische Einrichtung. Hiernach berichtet uns die Mischna, dass diese Massregel von den ersten Propheten oder gar, wie die Tosiphta meint, von den nachexilischen Propheten herrühret Es ist merkwürdig, dass sämtliche Deoisoren und Talmuderklärer wohl die Worte des Siphre anführen, dennoch aber diese Einrichtung den Propheten vindizieren. So heisst es bei Maimonides: אי אששר שיד,־ד, קרבנו של אדם נקרב והוא אינו עומד ע׳יג וקרבנות של צבור הן קרבן כל ישראל ואי אפשר שיהיו כל ישראל כולן עומדין בעורה בשעת קרק לפיכך תקנו נביאים הראשונים שיבררו מישראל כשרים ויראי חטא ויהיו שלוחי כל ישראל לעמוד על הקרבנות והם הנקראים אנשי טעמו־ Maim. (Hilch. Kle Mik. 6,1). Aehnlich auch Raschi (Taan. 26a Schlgw. לפי שנאמר) und B. Chanannel (Tan. 27a Schlgw. פסקא fl.). Dieser offenbare Widerspruch liesse sich allerdings damit lösen, dass man annimmt, sowohl der Siphre und die Mischna, wie auch die Tosiphta wollten hier keine traditionelle Lehre überliefern, sondern sie betrachteten die ganze Deduktion nur als eine Anlehnung an die Schrift, als Stütze für eine neu getroffene Einrichtung oder אפמכתא, wie es hebräisch heisst. Diese Annahme ist aber schon daher unhaltbar, weil ausser der genannten Schwierigkeit, bei der bisherigen Auffassung, noch auffallend erscheint, wie die Mischna diese Einrichtung den ersten Propheten zuschrieb, während die Tosiphta sie den nachexilischen Propheten und Gottesmännern zugewiesen hat. Noch auffallender erscheint der mit unsrem Thema in Zusammenhang stehende Passus in der Mischna, wonach die Institution der Mischmarot, eine weiter unten näher zu bezeichnende Einrichtung, nach einmaligem Vorgehen zustände gekommen sei וכי היאך קרבנו של אדם קרב והוא אינו עימד ע״ג התקינו נכיאים הראשונים כ־ד משמרות während die Tosiphta betreffs dieser Ein-

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