Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 2. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Um nun einerseits dem Gesetze: jeder stehe während der Opferung bei seinem Opfer, Rechnung za tragen, andererseits die Unmöglichkeit dieser Forderang für das ganze Volk ins Auge lassend, richtete man die sogenannten Maamadot, die Opferbeistandsmänner ein. Der Zweck, das Ziel and Bestimmung dieser Einrichtung war, wie leicht erkenntlich, die Vertretung des ganzen Volkes beim Opfer za ermöglichen and za bewerkstelligen.') Diese Gemeindeinstitution beansprucht ein besonderes Interesse. Nicht nur weil diese als der Haupthebel and das Haaptmittel anzusehen ist, wodurch das jüdische Opfer vergeistigt and veredelt wurde, vielmehr weil wir hierin die ersten Sparen unserer Synagoge and unserer Gotteshäuser erblicken.2) Bestimmte Hindentangen beweisen nämlich, dass schon in ältesten Zeiten neben dem Heiligtum, das direkt zur Darbringung von Opfern ausersehen war, eine Art Synagoge speziell für den mündlichen Gottesdienst eingerichtet war. So ging David, nachdem sein kleines Kind gestorben war, nach dem בית ה׳ (II Sam. 12,20), Hiskia betet im .ניר, ד (II Kön. 19,1). Aehnliche Beispiele, wo ״Laien“ das ״Gotteshaus“ aufsuchten, kennt die Bibel mehrere.3) Wir glauben nun, dass die Uranfänge der Synagoge von den Maamadot herrühren. Wir werden demnach die Entstehungszeit der Opferbeistandseinrichtung festzustellen suchen. I. Nach dieser Einleitung gehen wir nun zur Besprechung unseres eigentlichen Themas: die Gemeindeopferbeistandsmänner über. Besser als über den Beistand des Einzelnen bei seinem Opfer, sind wir, wenigstens über die Existenz der Mamadot als solche, unterrichtet. Unter dieser Bezeichnung versteht man im allgemeinen die aus der Mitte Israels erwählten Abgesandten, welche bei der Darbringung des täglichen Opfers im Vorhof des Heiligtums zugogen sein sollten, damit hierdurch die ganze Gemeinde Israels bei der beständigen Volksspende vertreten sei. Diese bedeutende Institution des einstigen Heiligtams ist noch immer in ein ziemliches Dunkel gehüllt. Verursacht ') Zumal die Hervorkehrang zur Zurückweisung der Sadduzäer notwendig war. S. 0. (Red.) ף Wie Roaemann ja für die Zeit des zweiten Tempels s. Z. bewiesen hat (Red.) •) Wo ist denn dem Laien das Gebet und der Besuch des Tempels rerboten? (Red.)