Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 2. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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65 Klar und deutlich kommt hei diesem der Gedanke zum Ausdruck, dass das jüdische Opfer ein קרבן] ein Gott sich nähern bedeute, beabsichtige UDd bezwecke. Daher war nur das Heiligtum in Jerusalem zum Opfern bestimmt; aas dem gleichen Grunde durften nur die Lehrer der Thora, die Priester, das Opfer vor Gott darbringen. Man durfte sich jedoch nicht damit begnügen, Opfertiere nach Jerusalem zu schicken; vielmehr war man verpflichtet, selbst vor dem Ewigen zu erscheinen, am so die Willensäasserung Gottes aas dem Monde der Priester und Propheten zu hören. Die Ermahnungen des Priesters haben dann bewirkt, dass der Opferer seine Taten prüfte. Hierdurch zeigte man sich erst würdig, vor Gott za eijscheinen: der Zweck des Opfers war somit erreicht. Die diesbezügliche Baraitha lautet: dm אין קרבט של אום קוב אלא כן עומד על גנו Kein Opfer darf! dargebracht werden, wenn nicht der Darbringer selbst zugegen ist (pota 8 a, vgl. Tan. 26 a). Selbst für den mit Aussatz behaftet gewesenen und daher noch für unrein angesehenen und für andere schwere d'K&d wurden Anstalten und Möglichkeiten vorgesehen, die ihnen gestatteten, bei der Darbringung Opferer und Darbringer einen ähnlichen Teil erhielte. Durch diese Handlung bewies Oott dem Abrabam, dass er würdig sei, in der Hübe Gottes zu weilen, mit Ihm einen Bund au schliessen. Dies war auch der Zweck sämtlicher Opfer; sie versinnbildlichten die Sündenreinheit des Menschen, wodurch er würdig sei, in eine Kommunion mit Gott zu treten. Daher sollte auch fast von jedem Opfer ein Teil auf dem Altar des Himmels dargebracht, dann die Diener Gottes und Israels, die Priester, sich an der Versehrung des Opfers beteiligen und schliesslieh die Darbringer des Opfers selbst einen Anteil erhalten. Warum aber die Hauptopfer von den Tieren genommen wurden, ist damit zu begründen, dass das Blut als die Seele und das Leben des Tieres auf den Altar gebracht, damit das Leben und die Seele des Opferen versinnbildlicht werde, dass es nun Sünden- und schuldenrein sei, wodurch es auf dem Altar vor Gott sieh blicken lassen darf Als Gott dem Mobb das Venprechen gab, sich im Heiligtum, das für Ihn erbaut werde, zu offenbaren, da war es nur selbstventändlich, dass der Mensch sich nur an dieser einzigen Stelle Gott nähern sollte. Ebendaher durfte aber auch nur der Priester, süs der Diener des Himmels, du Opfer vor Gott darbringen, es von dem Israeliten in Empfang nehmen. So ent wird auch verständlich, weshalb unter Umständen (z. B. bei ם*ורע) die Reinheit (טהרת) dem Priester noch nicht ermöglichte, vom Opferfleisch gemessen zu dürfen und ent die Darbringung der vorgeschriebenen Opfer ihm dies gestattete (vgL Jebamot 78b הביא בטרה אוכל סן הקרשים). Denn erat die Darbringung du Opfen zeigte die Würdigkeit du Opferen an, du rwa להם אשה ריח, du Brot, du dem Priester von dem Altartische gereicht wurde (וכהגים סשלחן גטה קא וכי) annehmen zu dürfen. Hiermit erklärt sich auch,"weshalb einer jeden Darbringung von Opfern ein Sündenbekenntnis vorangehen musste (vgl. Reiter).