Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 2. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 5!! — Geschichte der Jaden ln Schönlanke. Von Rabbiner Dr. M. L. Bamberger in Schönlaake. (ForUezung.) 2. Kapitel. Verhältnisse in pi eassischer Zeit Mit der Erwerbung der Prjvinzen Posen und Westpreussen durch Preussen gelangte das Judenreglement vom Jahre 1750 mit allen seinen Einschränkungen und Erniedrigungen der Juden auch in diesen Provinzen zur Einführung. Auch die Juden in Schönlanke mussten alle ״Annehmlichkeiten“ dieses schmachvollen Ge- 8etzes empfinden. Ob sich ein Jude niederlassen wollte, ob er sich verheiraten oder einen Beruf wähl en oder ein Grundstück erwerben wollte, stets war zuvor die königliche Genehmigung einzuholen und entsprechend zu honorieren. So erfahren wir, dass Moses Michel ftlr seinen Schwiegersohn JQdel Aron am 21. September 1717 Konzession als Schutzjude erwirbt, wofür er 50 TI. zu zahlen hat1)■ Peter Salomon aus Deutsch- Krone erhält am 8. März 1798 die Erlaubnis, seinen Schutz nach Schönlanke zu transferieren, und sich mit Zore, Tochter des Elias Salomon, zu verheiraten, wofür er 150 TI. zu zahlen hat. Am 11. Mai 1804 wird Hirsch Lewin als Schutzjude aufgenommen und erhält die Erlaubnis, Marjem, Tochter des Itzig Michel, zu heiraten, Gebühr 50 TI.2). Am 14. September 1801 bittet Babette Simon, Tochter de8 Translateurs Simon I’erez aus Flatow, um die Erlaubnis, sich mit Selig Hirsch Golde verheiraten zu dürfen. Die Begründung ihres Gesuches ist recht interessant. Babette ist seit ihrem 8. Lebensjahre als arme Waise im Waisenhaus zu Potsdam erzogen worden, wo sie das Knüppeln von Spitzen und Kanten erlernt hat. Nachdem sie Vollkommenheit darin erlangt hatte, setzte sie der Geheime Kommissionsrat Benjamin Veitei Ephraim als Lehrenn bei den jüdischen Knüpplerinnen, ״deren es hier eine grosse Anzahl gibt“, an. Seit 12 Jahren lehrt sie die jüdischen Knüpplerinnen zu Schönlanke das Knüppeln, hat auch ״ töchtern das Knüppeln unentgeltlich gelehrt.“ Nun mit dem Jugendlehrer und Buchl alter im Nathanschen Hause zu Potsdam Selig Hirsch Golde aus Meseritz verlobt und bittet um Ausfertigung des Trauscheins. Am 16. 9. 1802 erhält sie!vorn König die Genehmigung, sich zu verheiraten, muss aber ״trotz ihrer Verdienste ums Knüppeln* י) P. A. C. 88. V. — ף P. 1 (I. 88. VL ,vielen Christenhat sie sich