Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 2. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— ־ 51 schrift, im besonderen aber jüdische Angelegenheit ist, Andersgläubigen entzieht; N achdruck betonen, den Das erste Interesse2) c arzulegen erübrigt sich in dieser Zeitfür mich deshalb, weil es eine innerdie sich als solche der Beurteilung des das zweite dagegen will -ich mit dem die Sache verdient, damit nach dieser Seite vielleicht ein Fortschritt ermöglicht werde. Die synoptischen Evangelien und die Briefe 'des Apostels Paulus fordern gebieterisch eine Beleuchtung vom Standpunkte des Talmuds oder besser der Mischna aus, da einerseits das Milieu der Evangelien das nach mischnischen Grundsätzen lebende Judentum war und andererseits der Apostel Paulus selbst ein angehender llabbi als Schüler des Rabban Gamaliel I gewesen ist. Will man also die Evangelien verstellen, so ist die erste unerlässliche Bedingung, dass man das Judentum und seine religiösen Anschauungen zur Zeit Jesu kennen und verstehen zu lernen sucht, und das nicht aus dem Neu jn Testament heraus, sondern aus den jüdischen Quellen selbst, also hier aus der Mischna. Will man ferner die Briefe des Apostels Paulus mit absoluter Sicherheit ausdeuten, so ist das wiederum nur dann möglich, wenn man seine theologischen Ansichten aus dem ״Lehrhause“ in ihrem ganzen Umfange erforscht, denn der Apostel Paulus verleugnete merkwürdiger Weise die Zeitverl auch wiederum au vielen Stellen, hellenistischen, neutestamentlichei Beleuchtungen erfahren. Als e: geschlechtern geschaffenes Sei Geistesgeschichte der Menschheil Talmnd erforscht wird, desto bi Einzelheiten, die kleinste Bei ף Zu dieser Seite der Fra!;e möchte ich mich äussern, nachdem diese Zeitschrift über die Beziehungen zwischen talmudischem und neutestamentlichem Schrifttum manches schon gebracht hat Die Geschichte und Eigenart des Judentums an sich bleibt ohne die tal nudische Forschung ein unlösbares Rätsel. Der Talmnd beleuchtet, wo uns die ruderen zeitgenössischen Quellen verlassen, oft in 1 ältnisse, ist deren harmloses Spiegelbild und kann wenn er durchgehende erforscht wird, von dem , und patriotischen Schrifttum viele überraschende durch Erörterung von vielen Gelehrtenbietet er an sich einen starken Beitrag zur Je mehr dieser seiner Eigenart halber der dentungsvoller werden die geringfügigsten seiner ngsform, das winzigste Nebenwörtchen hat unter .'*den Händen eines Geschichte- und Sprachforschers seinen Wert Dabei muss aber der Standpunkt des Angriffs oder der Verteidigung zurückgedrängt, wenn nicht ausdas geht am besten, wenn die Universität den Talmud in ihrer Weise behandelt wogegen die Rabbinerseminarien ihrerseits die Standpunkte geltend machen können, welche für sie die herrschenden sind. So wäre jeder Einseitigkeit vorgeb) ragt, und die Befürchtung könnte gar nicht Platz greifen, dass der Wissenschaft durch solche Gegenstände eine Fessel angelegt werden könnte. (Red.)