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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 1. Heft. (1911) · p. Seite 39

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
1. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 39 (sequence 39)
Language
German
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39 vorliegende Buch als eine bede itende Stimme aus jener Zeit für alle Forscher auf mischnischem Gebiete sehr anregend sein. Allerdings dürfen wir dann den Begriff ״Zeitalter Rabbi’s“ nicht zu peinlich und kleinlich nehmen. In Kaiser Julianus regt sich der Geist des alten Heidentums gegen die Macht des christlichen Staates, gegen die Verweltlichung und Erstarrung, welcher die ע rchristliche Bewegung anheimgefallen war. Es ist dies das Loos, cas alle zur Macht gelangten, vorher unterdrückt gewesenen Richtungen erwartet. In Julianus sieht man das Streben, auf Mark Aur il und auf Seneca zurückzugreifen. Die Form seiner Darlegungen ist schon der Anlage nach oft gesucht, und man merkt die Neigung, etwas ganz Besonderes zu leisten, etwas ganz Hervorragendes unter geistvoller Verkleidung zu Tage zu fördern. In Julianus kämpft die vergeistigte heidnische Götterwelt im Rahmen des sloischen Welteinheitsgedankens und in der Form altstoischer Wan( erpredigten, mit dem Streben, sich als geistig und sittlich äusse:׳st fruchtbar zu zeigen. Die beiden Glaubensformen wollten eine gebildete Welt von der Möglichkeit ihrer Einwirkung überzeugen — das rief derartige Streitschriften, das rief die Bemühungen eines Clemens, Eusebius, Augustinus hervor, das hat Julianus den Griffel in die Hand gedrückt. Es wird nicht nur allgemein von Wichtigkeit sein, einmal so den vielgehassten Abtrünnigen hier zi Worte kommen zu lassen — insbesondere der Theologe wird verfolgen. Und der jüdische Forscher hat allen Grund, sich in die Schriften des gekrönten Verlag seinen Erzeugnissen einem kurzen Vorwort dem und weder unter dem Stricl die Verschiedenheit des von Begriffsbestimmungen diese Zeitbewegungen mit Teilnahme Mannes zu vertiefen, der den jerueinen salemischen Tempel wieder bauen und somit im Judentum Mitkämpfer gegen das Christsntum erlangen wollte. Wie eine Volksausgabe sieht jenes Heft aus — wir blicken hin, und siehe! es ist wirklich eine Volksausgabe der Ethik von Spinoza in der bekannten Ausstattung, wie sie der Kröner’sche mitgibt. Dr. Carl Vogl hat ausser Buche keine Geleitsworte mitgegeben noch am Schlüsse etwas angefiigt. Und das Innere sieht gar nicht übermässig gelehrt und abschreckend aus, da Alles in gleichen Absätzen nach einander gedruckt ist und Begriffes von Lehrsätzen und Beweisen, nd Ileischersätzen nicht durch weitere oder engere Abstände vom Rande gekennzeichnet ist. Dann wirkt die deutsche Schrift weit besser, als die lateinische, und Spinoza gewinnt 80 ein weniger steiles, mehr menschliches, anheimelndes Mau fühlt sich eher geneigt, ein Buch zu lesen, wenn >ft dornige Gestrüppe der Einleitung und sofort den Verfasser selbst Aussehen. man sich nicht durch das hindurchzuwinden braucht reden hört. Der altbewährte Dürr’ Band 93 seiner ״philosoptischen Bibliothek“ Spinoza’8 theosehe Verlag in Leipzig legt uns als I I

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