Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 1. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 erinneruDgen“ führen in die Stöcker-Aera zurück. Hier wird Stöcker mit Winkelried verglichen, 5 um kühnen Retter des Vaterlandes erhoben. ,Heute noch, wie vor drei Jahrzehnten ergreift mich Zorn und Schamröte, gedenke ich der höhnenden Herausforderungen von Wortführern unter den luden. Was sie meinem Volke zu bieten wagten, wie einst Goliith den Israeliten, wie mein Volk es sich bieten liess. Dem modernen Riesen trat nun Stöcker entgegen in der denkwürdigen Rede: ״Unsere Forderungen an das moderne Judentum.* Drei Forderungen stellte er auf in meisterhafter, massvoller Durchführung: ein klein wenig toleranter, ein klein wenig bescheidener, etwas mehr Gleichheit.12) Der Griff in ein Wespennest konnte dem Täter keine bösartigeren Folgen einbringen als die zwei Reden, der sich e n christliches Volk rühmen 8011 und darf. Gleich einer losgelassc nen Meute hinter edlem Wild waren sie jahrelang hinter Stöcker her, schonungslos, hinterhältig mit allen Waffen, selbst schnöden, bis ::u feiger Lüge gesteigerter Verleumdüng. Hoffnungsfreudig versehe ich mich zu meinem deutschen Volke und meiner evangelischen Kirche, daäs, wenn über kurz oder lang Heerschau gehalten wird Uber seine wackersten, treuesten Söhne aus vergangenen, heissen Kampfestagen, in dankbarem Gedächtnis ein Stöcker als ein Flügelmann im ersten Gliede dastehen wird, während die Namen derer, die so arg und schonungslos wider ihn gestanden, versunken und vergessen sein werden. Dieser Daltonpredigt scheint nur ein priesterliches Amen zu fehlen. Es sei nur citiert, ua zu zeigen, wie aus dem Verhetzungswerke des ,bescheidenen, toleranten, gleichheitsdurstigen Winkelried“ Kapital geschlagen wird. Sehr scharf ist übrigens Stöckers Artikel gegen Ströter ,Lösung der Judenfrage* gerichtet. Ströter sähe sie nur in glänzender Zuden alten. Testaments als c h r i s 11 i c schichtlichen, den patriotischen U! zu einer Zeit, die in Deutschland zuerst unter den neueren Schrjftsl zur deutschen Sprache hingewiesen werke. Er hat Leasing veranlasst, 1ף Das heisst doch nur: heit werden und seid nicht so aufft neu, so ungewohnt! Und Stöckei gelassen hat, sich darin zurechtzufim Entgegnungen einem so gefthrlichoi (Red.) Lass! in Anshruch nimmt. Und was den gen|terricht betrifft, so war es Mendelssohn, der Patriotismus noch gar nicht gekannt hat, itellern auf die Liebe zum Vaterlands and hat, and gerade in einem seiner Erstlingsden Laokoon deutsch abzufassen. 1t Euch die Gleichstellung mehr zur Gewöhn- Sollend! Nun die Gleichstellung war noch so war es am wenigsten, der dem Juden Zeit den. Dass sich hier Dalton über jüdische in Angreifer gegenüber wundert, ist rührend