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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 1. Heft. (1911) · p. Seite 13

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
1. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 Denkweise von der Art d<>; ist, dass selbst der assimilio ist und der vom Wesen des Die zweite Gruppe rühmt den hohen etischen Gehalt des Judentums, weist aber die einzelnen Träger als inferiore Menschen von sich. Einerseits lerntet, sie auch anständige Menschen kennen unter den Juden, andererseits treibt die germanische Gefühls- und s Orientalen zurück. Charakteristisch rte Jude, dessen ganze Kultur deutsch Judentums nicht viel mehr hält, fühlt und weiss als der Durchslchnittschrist, ausschliesslich unter dem Gesichtswinkel des Rassepr )blems betrachtet wird. Die dritte Gruppe, die ebenso wenig blind ist und nicht so vorurteilsvoll, macht nic it das gesamte Judentum verantwortlich für wenige ungesunde Eleaente, die sich innerhalb des Judentums befinden. Sie ist tief ergrifen von den hohen, etischen Gedanken des Judentums und respektiert ein Volk, das trotz jahrtausendelangem Leiden, trotz beispielloser Unterdrückungen und Verfolgungen, trotz schimpflicher Hintansetzung doch im geschichtlichen Leben ein Faktor geworden ist, ein unentbehrlicher Faktor im Leben der Nationen. *Ich glaube, dass durch die Summe der Urteile über das Judentum, die von christl chen gelehrten Männern stammen, eine wirksame Wehr errichtbar ist gegen feindliche, zerstörende Strömungen. Man konnte wohl Lessing nachsagen, er sei von Juden bestochen worden; er stand allein da und musste schmählichen Verdacht dulden. Bei der imponierenden Menge christlicher Theologen, die sich in unserem Rahmen z isammenfinden, wird man nicht gut sagen können, dass durch jüdisches Geld ihre Aussagen erkauft seien. Man müsste sich denn absoluter Blindheit zeihen lassen. Von den Christen der ersten Gruppe wird die jüdische Religionslehre meist als vei altete, verderbte Mythologie dargestellt, man betrachtet sie als überwunden, unzulänglich. Schwere wissenschaftliche Geschütze sollen sie vernichten. Seltsamerweise ist darunter auch ein Denker wie Kant, der aus zweiter, irreführender Hand seine Weisheit betreffs des Judentums schöpft. Für ihn ist das Judentum, wie er betont, überhaupt keine Religion. Es wolle nur eine staatlich politische Gemeinschaft darstellen, es verzichte auf das, was das Wesen der Religion ausmache, es wolle von seinen Bekennern keine sittlichen Gesinnungen, sondern nur die Erfüllung formaler Dogmen, äusserer Glaubenssatzungen. Sie seien trotz Monoteismus auf dei Stufe des Heidentums stehen geblieben.

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