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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 1. Heft. (1911) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
1. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Und bei aller Selbständigkeit bleibt bis auf Spinoza (gerade im tractatus theologico-politicus) und darüber hinaus der gleiche Hintergrund bestehen.1) Es neiden sich die Dichter, auch gerade als jüdische Dichter — kann bet ihrer Erforschung, bei der Untersuchung ihres Werdens und Wirkens von ihrem Verhältnis zu Bibel, Talmud und rabbinischem Schrifttum abgesehen werden? Es meldet sich der Geschichtsschreiber — ist es wirklich nur seines Amtes, die Geschichte der Dachziegel und der Steuerpfennige zu schreiben? Gehört nicht überall die Geschichte des Geistes dazu? Und gibt es ein Zeit;ilter ohne eine geistige Zeitrichtung? Und geht diese Zeitrichtung nehmen oder Ablehnen des zurück? Die Geschichte wird sei vernachlässigt. Wir dürfen noch immer die Schlange disten in eine Zeit versetzen listisch in Einklang bringen sebaft selbst verflacht, sie licht schliesslich immer auf das Aneligiösen Geistes und seiner Quellen Mendelssohn im Judentum nicht mehr uns nicht so stellen, als wenn wir les Paradieses mit späten Talmu- und ihre Worte mit einander pilpuwollten. Aber die Geschichtswissenwird einseitig, wenn sie nicht die im Hintergründe waltenden Mächte beachtet, wie heute wiederum die Gegenstände des alten Leh •hauses auch nicht losgelöst von der Zeitgeschichte betrachtet worden können. So ist die Geschichte die notwendige Begleiterin, die Wissensgegenstände bilden einen Teil der zu beachtenden zeit bewegenden Mächte, ohne welche sie nur eine Reihe zusammenhangsloser oder geistreich mit einander in Verbindung gebrachter, aber licht wirklich in einander begründeter Ereignisse ist. 1 Sind die Hauptgegenstände in ihrem Rechte, so können sich die übrigen Gebiete vollkommen frei entwickeln — man braucht nicht ein planloses wissenschaftliches Durcheinander zu befürchten, denn das Kennzeichen des richtigen Verhältnisses aller Dinge zu allen liegt in dem Vor walten dessen, was den Mittelpunkt zu bilden hat und seinem Umfange und seinen Schwierigkeiten nach allein bilden kann. Im Judentum sind es dauernd Bibel und Talmud mit ihren weitesten Ausläufern. Wer von dem Vorwalton dieser Gegenstände einen Rückschritt in die vormendelssohn’sche Zeit befürchtet, der muss vergessen, dass 1i Etat in neuester Zeit siid die Denker des Judentums wieder als Bekenner aufgetreten, wie Hermann auf dem Religionskongress und w,e Leopold Stein in bezüglichen Vorträgen. Cohen in einer Anzahl wichtiger Schriften und

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