Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 8. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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157 — Fragestellung, das Bewusstsein für wis: bleiben ihm sicher viele Verdienste, abi sjenschaftlich Vereinbares und Unvereinbares abzusprechen. Dabei r nicht das einer erfolgversprechenden Welterklärung. prüft Stendel die Entstehung des Qottesglaubens und er findet nung zwischen Gott und Welt. ln ״Monismus und Religion‘• das Wesen der Religionen in ihrer Treff Monismus bedeutet für die Riligion Leugnung jedes Wunders, die Ausschaltung jeder ausserweltlichen Kraft bei Erklärung der Weiterscheinungen. Damit verbindet Steudel das Zugeständnis, dass das Wesen der Einheit, die uns in unendlicher Vielheit erscheint, für immer uns unzugänglich und unerreichbar bleiben muss; ebenso der Grund, warum beim Weltwerden, bei den Geschehnissen sich ein Wille zum Ausbau höher gearteter Encheinungsformen uns darstellt. Bei allen Erklärungsversuchen bleibt der in allem sich zeigende Selbst;rhaltungswille unerklärlich. Warum kämpft die Zelle um ihr Dasein? fragt man. Man hat dem Unz!länglichen alle möglichen Namen gegeben, ist damit der Wahrheit nicht näher gekommen, hat die ursächlichen Beziehungen der Dinge nur an ihrer Oberfläche erkannt, sodass zwischen Weltausgangspunkt und Welt zweck vernunftgemässe Bestimmungen unmöglich sind. Wir haben hier ziemlich wöijtlich Steudels bezügliche Ansichten angeführt. Er weiss wohl selbst nicht, was er damit zugegeben hit. Er hat zugegeben, dass wir über die wesentlichsten Weltfragen völlig im Unklaren sind, dass wi nicht mehr davon wissen, als unser ältester Urahne; dass wir mit Hilfe unserer besseren Werkzeuge bessere Wahrnehmungen machen, tiefere Zusammenhänge enthüllen, als die Alten, dass uns aber das Warum nicht im geringsten nähergekommen ist. Demnach ist Religion nicht nur, wie Steudel annirnmt, auf den Glückstrieb zurückzuführen, sondern ebenso stark auf das nie erlöschende Welterklärungst edürfnis. Und je mehr sie diesem Triebe entgegenkommt, je mehr sie dem Einheitsbedürfnisse der Vernunft dient, de:to weniger wird sie durch Anschauungen, die ja auch nur dem gleichen Triebe dienen, entkräftet werden. wir stets gefolgerf haben, wenn es sich selbst recht versteht k e huldigt, dem Monismus ebenso Stand halten, wie es allen Trotz geboten hat. Und das Bedürfnis, Satz an Satz zu reihen mals, in den Blütezeiten der Philosophie, stärker, als in unserer das diese nach dem Geständnis unserer Monisten unerkennder Weltkraft auf die Gotteseinheit als schaffende und wirkende auem Bedenken als eine Tatsache des Gefühls, als notwendieg ja, als unentbehrliche Grundlage des Empfindens und der Lebensn. Der Monismus stellt, wie das Judentum den Messianismus, r|serer Bestrebungen dar, so dass auch bezüglich der höchsten n und wird. Da bei Darlegung Häck;ls gezeigt wird, wie :hner gewesen, so ist Monismus entweder Materialismus mit r Monismus ist etwas anderes, hat mit etwas den Dingen Innelismus. Ein drittes gibt es nicht. Und den von diesem mt das Judentum sicher vollkommen entgegen. Das Judentum kann also, wie und nicht der Mode, dem A u g e n b 1 i geistigen Wandlungen der Vergangenheit und so die Wahrheit zu solchen, war da denkerverachtenden Zeit. £)as Judentuip bare Einheit, das unerke!>nbare Wirken Macht zurückführt, kann gerade bei gen Ergänzung einer ewigklaffenden Lücke, führung nie und nimmer entwertet werdji eine menschheitliche Zukunft als Ziel u: Zweke sich das Judentum behaupten k Häckel nichts anderes sein will, als Bü Leugung alles nicht Oberflächlichen, od< wohnendem zu tun, und ist dann Dua' Monismus befriedigten Bedürfnissen kort an Den am Anfang von dem das nicht. Die Wissenschaft verwirft, w . dem abgibt, was der Erforschung offenlie das, was wir Welt nennen — ajles au: Sinne der Welt, hat sie als Vermut Duboys-Reymond gesteckten Grenzen Wirklichkeit behandelt, ja auch Monon der Welt gleichsetzen, aber nie und nimmer erklärt werden die eine ihrem innersten Wesen na zugrunde legt, sagen wir es gleich, ajs Gott und Welt nie vereint denken wird, ״Monismus und Religion“ im 1. Bande ein Widerspruch liegen? Werden die Mas sich empfinden, oder nicht die Beseitigu heiligsten Empfindungeo fühlen? Und v GlücKsbedürfnis durch die Lehre befriedi,\\ Begriff der Ursache ist der Religion P im Heidentum eine religiöse Sitten seiner Erhaltung seines eigenen Gegen! sie vielmehr zu seinem Gebrauche verb er die Welt als eins mit Gott an, so gibt getriebe. Die S i 11 e n 1 e h r e dagegen etwas ausser dem Bestehenden nerrü am Weltrausche leiden, um nicht Weltersd Herausgeber Arthur Drews aufgesteliten Forderungen widerspricht e er sagt, den Dualismus von Gott und Welt. Da sie sich mit gt, so muss sie sich auf das Erkennbare beschränken, also auf auäser ihrem Gesichtskreis liegende, schon die Frage nach einem u n g zu behandeln und kann dabei über die won Kant und nicht hinaus. So kann sich die Wissenschaft, insofern sie die die Einheit wahren und der Vereinfachung wegen ein zugeben, dass dies Monon als Unerkennbares von ihr kann. Wie soll nun die Gotteseinheit der Religion, <th dem Menschen unerkennbare Macht allem Bestehenden r s a c h e zugrunde legt, — soll darin, dass die Religion sich noch kann, so lange sie Religion ist (man lese nur Steudel's 1136 ff, wo das zuerst zugegeben, ja, vorausgesetzt wird,) sen, werden die Gebildeten selbst diesen Widerspruch in ng eines göttlichen Wesens vielfach als einen Raub an ihren ^vird, solange der Mensch Mensch bleibt, das unauslöschliche t, welche der Monismus anstelle des Beseitigten setzt? Der $so unentbehrlich, wogegen die Gottheit als Wesen der Welt ehre nur schwer erzeugen konnte. Der Meisch bedarf zu atzes zur Welt und kann in sie nicht restlos aufgehen, muss ^sse?n, veredeln, hat eine Auslese aus ihr zu treffen. Erkennt es kein höheres Muster und Beispiel für ihn, als dies Weltist und bleibt etwas Gebietendes und kann darum nur von Ijren. Sie braucht nicht weltfeindlich zu sein, darf aber nicht hütterungen hevorzurufen.