Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 8. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
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155 — wie man das Gleiche wünscht der Gattin, sie zu sich emporgezogen, vergessen, so ihr wird zu Herzen reden können. Sollen wir den weiteren Abschtji die auf Israel gehen. Aber wie gern wi gern sich ihr von Neuem verloben für die die ihre einstige Armut und die Liebesopfer des Gatten, der wünscht es Hosea. Wie sehnt er die Stunde herbei, da er nicht am Andern stosse. Kommen nun hinzu, wonach aufsatzmässige Uebergänge wort eine Textänderung hervorruft, dann gibt den Selbstgesprächen im grossen werden! Lese man in der Andromache q! vor, und man bewundert den Dichter, der tt noch anführen? Er enthält vorzugsweise Beziehungen, 1 er das Wort ״Mein Mann“ aus ihrem Munde hören! Wie Ewigkeit und zu dauernder Treue! Wer zwischen den ersten Drohungen und dem späteren Erziehungsplan einen Widerspruch sieht, der liest die Bibel wie ein Gesetzbu:h, wo ein Satz dem anderen nicht im Wege sein darf; oder wie ein Lehrbuch irgend einer Wissenschaft, sei es auch der Gcttesgelahrtheit, wo Wort und Buchstabe bedächtig erwogen werden muss, damit si :h — wie der Ausdruck heute so häufig lautet — das Eine a_j * ״ noch die Forderungen eines schulmässigen Zusammenhangs verlangt werden und möglicher Weise ein fehlendes Bindest es mit jedem freien Wurf der Leidenschaft dahin. Was rauerspiel diese Wirkung? Dass Seelenkämpfe dargestellt es Racine, stelle man sich Pyrrhus und Hermione einmal diese in ein und derselben Person sich vereinenden Gegensätze erkannt und ebenso sprunghaft dargbstellt hat, wie sie in der Natur sind. Wie hat sich Corneille darum bemüht, im Cid vom Ende des ersten Aktes in einem Selbstgespräche den Kampf zwischen der Liebe zu Chimene und der Pflicht 0e0en Vater und Haus dar711<;teHpn י Was ist daraus öevrnrdpn > Liebe zu Chimene und der Pflicht gegen Eine moralische Vorlesung, wie Schiller n /ater und Haus darzustellen! Was ist daraus geworden: it Recht bemerkt. Ist es ein Widerspruch, wenn Antigone an den ewigen Gesetzen mehr hängt, als;in Menschensatzung, und sich der Pflicht opfert, und wenn sie dennoch auf dem Todeswege sich als ׳ als der Antigode nicht würdig, und ihr habt eine Stelzpuppe aus ihr gemacht. Nun, im Selbstgespräch des tgtu aus Hosea 2. Dass man mir ja nicht mit Trauerspiel komme. Dann muss man He^ literatur zugleich streichen. Ist jenseits schwunden, traut man dem Propheten keir es sonderbar, wenn zwischen seinem Buch der doch auch vates heist, ein Unterschie So schnell, wie im dichterischen der Menschenseele. Der Dichter zieht die lieh zusammen. So ist Hosea 2 nicht das 'ynuo; ärv/K/fVTos beklagt? Streicht doch einmabdijese Worte ernden Gatten sind jene von uns oben angeführten Stellen dem Unterschiede zwischen einem Gottespropheten und einem der aus der Geschichte der Bibelforschung und der Weltder Begriff der Offenbarung aus diesen Forschungen gee besondere Kenntnis künftiger Ereignisse mehr zu, so wäre e und anderen verwandten Hervorbringungen des Dichters, d gemacht würde. | Selbstgespräche, entwickeln sich übrigens die Dinge nicht in Seelenkämpfe, die eine lange Zeit in Anspruch nehmen, zeit- Werk eines Tages. Aus langen Kämpfen rang sich der unglückliche Gatte zum Bewusstsein der Opffer empor, welche die Gattenliebe von ihm verlangte. Und wie lange mag es gedauert haben, ehe er 1׳on dem Hasse gegen die Feste der Baalim und ihre Besucher übergehen konnte zu der Hoffnung, auch Israel würde zu Gott zurückkehren nach langen Leiden, sodass der Prophet nun die Einschiebsel machte in die Worte des mit sich ringenden Gatten. Konnte er Gomer bat Diblaim nicht vergessen, so kann er noch weniger sich von seinem Volke abwenden und ablassen von der Hoffnung au: dessen Zukunft. Hat sich Gomer bekehrt, so wird es auch Israel tun. Das ist gar keine sinnbildliche Deutung — es ist die einfache Verallgemeinerung einer Einzelerfahrung auf das Ganze. Go ner ist sein geworden, allerdings durch ihre Selbstbezwingung, aber doch durch seine selbstvergessene Liebe, die sie bei all seiner Strenge empfunden; so wird es bei Israel auch das Leid tun, worauf die gesch chtlichen Erscheinungen jener Zeit schon abzielten, aber nur die göttliche Liebe kann bei aller Herbigkeit der Prüfungszeit die Versöhnung und das Glück der Zukunft herbeiführen. Streichen wir mit Marti Alles, was an Hoffnungen und an eine Zukunft erinnert, sowohl aus der Ehegeschichte des Hosea, als aus seine ר Mahnreden an Israel, so bleibt aus dem Ganzen ein unlösbares Rätsel übrig. Wozu das Ehebild £m Anfänge? Soll es dem Hosea als Einzelmenschen nicht möglich sein, die Hoffnung auf Wiederkehr seiner Gattin zu hegen? Soll in seinem Hirn als dem eines vorexilischen Sehers dies Bild der Zukunftstoffnung unmöglich sein? Das was sich Zwingendes als Empfindung in einem Hosea emporringen muss, was tausend Andere, die keine Hoseas w׳aren, bewegt hat, soll dem Bibelforscher bis auf Hesekiel und dem zweiten Jesaia versagt sein, dem Propheten Israel’s zuzutrauen? Und das Alles dem Ertwicklungsgedanken zuliebe? So lange Menschen auf Erden ge Mensch hofft immer Verbesserung!“ Ausgtn ',orexilischen! Deren Gedankenkreis umspa fähig, ein Zukunftsbild zu entwarfen oder irdischen Glückes und Behagens machen Propheten zur Lüge und lähmen dieselben, aber ausgesandt worden ״Tag für Tag mit Zeit vernichtend und zersetzend zu *virken? Beruf? Israel ist der Vernichtung geweiht, mit Worten, die auf die eigene Zeit nicht h ebt haben — ״die Welt wird alt und wieder jung, doch der nommen gerade die echten Propheten Israels, nämlich die inte zw׳ar Sünde und Strafe; aber keineswegs waren sie gar von Liebe und Versöhnung zu predigen! Die Bilder nach Wellhausen'die sittlich-strengen Anschauungen der Unmöglich kann er sie geäussert haben. Wozu ist er denn m Morgenschein?'• Um mit seinen Worten auf seine eigene Also einer niedrigen List der Gottheit verdanken sie ihren und da kommen Männer, die es scheinbar erhalten sollen eilsam zu wirken bestimmt sind, mit Ankündigungen, die zwar d!: