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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 7. (1909) · p. Seite 149

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
32 (1909-1910)
Issue
No. 7. (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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— 149 — Erkenntnis der Erlml nal-Depntation des Cämmergeridits. Auf die von dem Justizamt Nehemie Jehuda Leib erkenne König von Preussen etc. den ver wider den Inquisiten Gottes Gnaden c Saarmund geführte Untersuchung 1 Wir Friedrich Wilhelm von tändelten Acten gemäss für Recht: Dass Inquisit Nehemie Jeliuda Leib, wegen des an dem Salomon Nathan verübten Raubes, mit Staupenschlag und lebenswieriger Festungsarbeit zu bestrafen, die Kosten der Untersuchung aber nieder zu schlagen, die Defznsions-Gebühren des Jan nasch auf 5 Rtl. 18 Gr. festzusetzen, welche das Justizamt Saarmu ld, nebst 1 Rtl. 18 Gr. Copialien und 6 Gr. Bestellungs-Gebühren franco an den Rendanten Glaufligel einzusenden verbunden Berlin, 24. April 1790 V. R. W. Der Jude Hehemias Jdiuda Leib raubt, um den Leibzoll zu erschwingen. Hitgr urd zu i r Nt h Tt Diese Ueberschrift führt einer Band seiner Annalen der Gesetzgebung aufgezeichnet hat. Ein Fall, der in drast Ende des 18. Jahrhunderts illustriert, geschichte in jüdisch-deutscher Schrift damer Judengemeinde fürs Gericht ins Streichers, der keineswegs allzuviel Sym kann. Bis zu zwanzig Jahren ״lernt“ Stelle als Pferdejunge bei einem Militari Ein Pfarrer in Przeworsk, der ihn öfters wird aber beharrlich abgewiesen. Als mit einer erheblichen Anzahl Prügel bedajc der Jüngling — dem für die folgenden das Versprechen, sich taufen zu lassen Glaubenswechsel überzeugender, als die tum ins Feld führte. — Das Prügel-Christ seinem alten Glauben zurück und ergreift getauften Frau, die ebenfalls wieder zum sich, um einen Pass zu erlangen, allerdin#: als Jude und bettelt bei Juden. Auch nin dieser Zeit zu ertragen hatte, geduldig Moses Aron, von dem er jedoch übervo schildert er, wie er von Ort zu Ort w los war. Er verpfändet in einem Falle s von Glaubensgenossen erbettelt hat; imm Fortgehen. Und unerbittlich sind die Her־ Brücke zu schwingen und die ewige Qua diese Zeit ist geradezu ergreifend.^ Er tri jude zu Labischin, der auf einer Seereise sich auf langer Wanderschaft erbettelte früher einmal vor Braunschweig trafen - Stunde sucht er dem Greis seine paar Ta und nach hochnotpeinlichem Verfahren zu auch die aufrichtige Reue über seinen Raub ihn von dieser harten Strafe nicht befreiet Schläge, welche er unmittelbar nach dem gebührende und genügende Strafe für sein haben, um den Leibzoll bezahlen zu könnt! Seine Niederschrift ist ein Kultutj! getreu folgen. Am Schluss befindet sich das U pathie >־anc e trilt eilt von Louis Lamm. er ״Merkwürdigen Rechtsfälle“, die E. F. Klein im siebenten ' Rechtsgelehrsamkeit in den preussischen Staaten (Berlin 1791) scher Weise die Wirkung des schändlichen Judenleibzolls zu Im Laufe der Untersuchung hat Nehemias seine Lebensden Akten gegeben. Sie ist dann vom Vorsteher der Pots- Deutsche übertragen worden. .. Die Geschichte eines Land- ' ie erweckt, dem man aber auch das Mitleid nicht versagen Dann entweicht er heimlich vom Vaterhaus, nimmt eine itjferanten in Przeworsk an, wo es ihm herzlich schlecht geht, am Brunnen traf, versucht ihn dem Christentum zuzuführen, ' emias jedoch seinem Herrn entlaufen war, zurückgeholt und ht wurde, stellt sich der Pfarrer wieder ein und erwirkt, dass ge noch weitere Prügel in Aussicht gestellt werden — gegen frei gelassen wird. Die Angst vor Prügel wirkten für den Argumente, die der Przeworsker Pfarrer sonst fürs Christenent'um war jedoch nicht echt, Nehemias sehnt sich nach vom Kloster Michow aus, diesmal in Begleitung einer jungen, Judentum zurükkehren will, die Flucht. In Breslau gibt er s als Täufling aus, aber von da ab lebt er als Jude, fühlt sich mt er allerlei Scherereien, die ein armer wandernder Jude zu den Kauf. Er tritt in den Dienst des Berliner Kaufmanns wird. Nun beginnt eine jammervolle Zeit. Eindringlich rte, überall den Leibzoll bezahlen musste, obgleich er mittelögar dem Thorschreiber sein Hemd, bis er sich das Zollgeld 1:r wieder muss er zahlen, beim Eintritt in die Stadt und beim en am Tore; einmal hat er beinahe Lust,-sich über eine mit einem Selbstmord zu beendigen. Seine Schilderung über ft einen Greis, Salomon Nathan, geboren in Posen, Schutzum seine Habe kam, jedoch noch einige Taler besitzt, die er und ersparte, und sie wandern.— nachdem sie sich schon tuf dem Wege von Hannover nach Berlin. In einer schwachen er zu entreissen, wird aber als Strassenräuber festgennmmen Staupenschlag und lebenslänglicher Festungsarbeit verurteilt; versuch, die er während der Untersuchung zeigte, konnte und es erwies sich als ein Wahn, wenn er glaubte, die missglückten Attentat von einigen־ Soldaten erhielt, seien eine böses Vorhaben. Das Geld wollte er, wie er angab, nur n. dokument; es möge in seiner naiven Darstellungsart, wortn r eilt rteil. Louis Lamm.

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