Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 4. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
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125 schaft zugebracht, und die Welt hätte dii senkrechten Wortsäulen als Säulen talmudischen Wesens, Denkens und Wirkens andächtig angestaunt. Aber es gibt nicht nur Führer der vom Wege, unbeachtet von den glücklicher Schmidt auf dem ersten Blatte des Talmud » und haben sich Berichtigungen gefallen lass! Kleineren, als sie sind, in Müsse später ge ו So ein ernsthafter Alltagsarbeiter Worten behandelt, nicht sehr achtungsvoll - geschwiegen! Da erhebt sich sein Grimm loszuschlagen, er vernichtet ihn, er muss liehen Gesellschaft geringer geachtet werde! bei der Gleichgültigkeit ׳ gegen den Talmud er hat der Wissenschaft damit einen gross^ sondern machen wir darauf aufmerksam! sieht ein Fromer’sches Buch vor sich. Auch er wird mit einigen - aber er wird doch wenigstens nicht nach alter guter Sitte tot- und er beginnt mit Keulenschlägen auf den wenig Geschulten ihn vernichten, wenn er nicht selbst von der oberflächn soll, als sein Widerpart. Und er muss laut schreien, soll seine Stimme gehört werden. Seien wir ihm dankbar — n Dienst geleistet! Schweigen wir den Umstand nicht tot Schaffen wir uns einen wissensc Sinne unsere Hauptgegenstände sein und damit in Verbindung haben Geschichte u gibt es für uns keine wissenschaftliche Ueb Anfang weit entfernen. Ist eine Wissens! Wissensgegeristände da, dann hat jede Arbp jeder Bausteih wird hineingepasst in das ~ laftlichen Mittelpunkt! Mögen Bibel und Talmud im weitesten )leiben und in zweiter Linie ihre Hilfswissenschaften. Nur [1d Volkskunde ihren hohen Wert, ohne diesen Mittelpunkt erlieferung, nur versuchsweise Anfänge, die sich nie vom sjchaftliche Ueberlieferung, eine vernünftige Gliederung der it ihren Wert, weil ihren Raum an geeigneter Stelle, und bäude der Wissenschaft. Ge Wenn man dem Juden den nesan des Ueberirdischen auch immer sein möge; innern, so wird die darin enthaltene Schild biblischen Farbentöne, die es schmücken. In dies irae wird der grosse Zephanja geschildert; und Heidenheim hat der Roschhaschana der Gegenwart, sondfct Schon das dies irae dies illa ent seine Furchtbarkeit zeichnet; quantus trepr. cum sedebit hat dort als Spiegelbild ל ז באמת: adparebit erinnert an ותזכו־ כל הנשכחות, tubc quid sum miser tum dicturus ist gleich כדין der Hauptbegriff des Roschhaschana כחנות Wissenschaft, es gibt auch Solche, die keine sind. Abseits Leuchten treiben sie ihre Dinge, fangen tatsächlich wie Goldan und enden auf dem letzten. Auch sie haben ihre Fehler;en müssen, aber sie sind Arbeiter, und ihr Werk kann von 10ssen und verbessert werden. Aus den Festgebeten und Selichot. I. Nesanne Taukef — Dies irae. ne taukef nennt, fühlt er sich erschüttert, wie seine Auffassung und wenn die Menschen der Neuzeit sich an ״dies irae“ ererung ebensowenig ihre Wirkung auf sie verlieren wegen der Gerichtstag der Zukunft in Anlehnung an den Anfang von vom Nesanne Taukef dieselbe Ansicht, dass darin nicht etwa n das Gericht der Zukunft vor unser Auge tritt. t spricht dem Begriffe vom Gerichtstage כי הוא נורא ואיום was or est futurus gleicht dem וחיל ורעדה יאחזון, das judex ergo אמת כי אתה הואדיין ויכון בחסד כפאך ותשכ ע und quidquid latet mirum spargens sonum an ופשובר גחל יתקע, und dem Gefühl כ לא יזכו בעיניך, und in über scriptus proferetur findet sich ותפתח את ספר ה. £ fernerhin bei den Bildern des zukünftigen Gerichtstages sinne christlicher Erinnerungen, wendet sich der Dichter des in gewaltigen Bildern das Walten der Vorsehung, die dem ich des Urteilsspruchs vom Jomkippur die Wechselfälle des i|Aenschen in seiner Flüchtigkeit und in seinen Daseinskämpfen Gebets und der Wohltätigkeit auf, wodurch das Uebel bebei aller Hervorkehrung menschlicher Nichtigkeit den Recht- Kirche dagegen lässt alles menschliche Selbstgefühl vor c!e Während aber der Kirchengesan verweilt nnd Bitten um Gnade enthält im Nesanne Taukef dieser Welt zu, behandelt Menschen das Seine zumisst, führt gelegen^ Lebens an uns vorüber, und indem er den malt, richtet er das Banner der Busse, des seitigt werden wird. Die Synagoge betont fertigungswert des menschlichen Tuns — der göttlichen Gnade verschwinden. Bei diesen inneren Unterschiede^, die für die Erkenntnis der menschlichen Verschiedenheiten hochwichtig sind, müss man sich um so mehr über die übereinstimmenden Züge in beiden Stücken wundern, aie wir oben gekennzeichnet haben. Thomas a Celano ist am Anfanjj des dreizehnten Jahrhunderts in Celano in den Abbruzzen geboren. Der Nesanne Taukef bestand bereits, und eine Entlehnung oder unwillkürliche Anklänge an ein ihm bekannt gewordenes jüdisches Liejd konnte sehr wohl die Anregung zur Nachbildung dieser Stücke dem Dichter Celano bieten.