Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 2. (1909) · p. Seite 107

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
32 (1909-1910)
Issue
No. 2. (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/6492408-8773722-8773532--3813-4858873
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 107 zu bestätigen. Wie kann dieser Richtung Schrifttume mit den Fragen der Entstehung der Ueberlieferung dagegen nicht genau ni oder gar als unabweisliche Pflicht an Wahrem der Ueberlieferung entgegenstelle! 1 Wickelung abfinden können, da sie ja m e h g e s t a 11 u n g des Bestehenden wollen! der Mischna oder Gemara zeigen, sogar ‘ei Aber soll denn nur eine Partei mehr nahe, dass diejenigen, deren Leben u demselben beschäftigen werden, als alle A achtens ein gesetzliches Nachschlagebuch, werden nicht leicht unlösbar scheinende wöhnung in Gegensatz bringen — wie mündlicher Lehre wahren und die daraus ko eine Forschung genehm sein, die sich in einem geheiligten und Quellenscheidung befasst? Wer es mit der Erhaltung!tarnt, wer die Umwandlung des Herkömmlichen als erlaubt sieht, also alle die Richtungen, die sich als freiere den — alle diese werden sich leicht mit den Fragen der Entr als eine Entwickelung, da sie ja z. T. die plötzliche U m- : werden in allen Entwicklungsgliedern, welche sich etwa in ne Bestätigung ihrer Rechte begrüssen. sich mit diesen Forschungen abgeben? Liegt es nicht vielnd Weben völlig auf dem Talmud beruht, sich mehr mit nderen? Wem der Talmud nur gelegentlich eines Gutwem er bei guten Stimmungen eine Geschichtsquelle ist, dem ernste Fragen auftauchen, die ihn zu seiner religiösen Geist es aber bei dem, der die Einheit von schriftlicher und timenden Ergebnisse mit seinem Leben in Einkiang bringen soll? Wie ist ihm, wenn er in Mischna und Gemara zu einer gewissen Zeit Gedanken und Auffassungen auitauchen sieht, welche ersichtlich vorher g 1 r nicht oder nicht mit der notwendigen Klarheit hervorgetreten sind; wenn er gewisse Bestandteile statt as Ergebnisse sinaitischer Ueberlieferung als Kinder des ben Notwendigkeit ansehen muss? Ja, wenn sich ihm das ge- Wandel begriffen kennzeichnet, wenn er nicht nur Neues treffenden Zeitalters, also der geschichtliche samte talmudische Schrifttum als in ewigen darin auftauchen, sondern auch Altes schwinden sieht — wird er noch weiterhin das bewahren können, was die Grundlage seines Dass wir, unserer sonstigen Gew wissenschaftlichen Darlegung machen, dürft: dieser unserer Zeitschrift die Tagesfragen ( bringen wollen. Es handelt sich uns darun|1, das Recht auf möglichst gründliche, uns um die Pflicht, wissenschaftliche Fragefi sie nicht als gleichgültig und nebensächlich Schon lange zeigt sich’s bei uns, dass u Höchsten im Reiche des jüdischen Wissens wir haben mit Ueberlieferungen gebrochen, Sakkai (seine Selbsteinsargung und seine oder jener Angelegenheit gedacht oder oben schon gezeigt, diese Erörterungen, vv uns Missverständnissen aussetzen Jedem etwas zu sagen hat? Wenn Geschichte jeder Einzelhalakha und ihrer Lebens ausmacht? ohnheit entgegen, diese Parteifragen zur Voraussetzung einer י Manchen in Staunen setzen. Wir können auf dem Boden des heutigen Gemeindelebens in keiner Weise zum Austrag 1, das Recht auf Forschung allen Seiten zu sichern, und zwar nicht auf oberflächliche Forschung. Es handelt sich aufzusuchen, ihnen nicht aus dem Wege zu gehen, zu behandeln und sie bis zu ihrer Quelle zu verfolgen. 5 die hohen Ziele fehlen, dass wir darum nicht nach dem greifen. Entweder glauben wir darüber hinaus zu sein — und es kann uns höchst gleichgültig sein, was Jochanan ben Gründung der Jamniaschule bleibt uns ja doch) in dieser Jde er entschieden hat. Oder wir fürchten, wie ich il sie uns in Kämpfe stürzen, uns den Seelenfrieden nehmen, cönnten. ns Wie aber, wenn sich ein solcher Widerspruch garnicht herausstellen kann? Wenn es auf dem weiten Wege durch die Halakha gar keine Möglichkeit gäbe, sich auch nur künstlich in Gegensatz zum Herkömmlichen zu bringen? Wie, wenn andererseits sich beim rechten Eingehen auf die Dinge zeigen würde, dass niemand dem Talmud entwachsen ist und dass dr in all’ seinen Teilen äich’s zeigen würde, dass der Talmud, gerade wenn man die Beziehungen zum Ganzen betrachtet, unendlich an Wert gewinnt und immer wichtiger wird als Forschungsziel in seiner Unen&lichkeit? Wir bedürfen eines Geistesgebietes, das es uns unmöglich macht, das letzte Wort zu sprechen, * * ־-י ־! ־ ’ ’- das uns stets wach erhält, das uns nicht von einen Abschluss zu vollziehen, sich lässt, das Raum hat für unzählige von Forscherkräften Bibel uns aus den Händen glei Talmud der Fall sein. ten lassen, so möge dasselbe In unserm 1902 erschienenen We! gläubigseit und Bibelforschung“ nachgewiesi sind, dass sie aber ihre Heilkraft in sich se i Nachweis auch nach talmudischer Seife :krufe ״Zurück zur Bibel!“ haben wir im Nachtrage ״Rechtn, dass wissenschaftliche Notwendigkeiten nicht abzuweisen bst tragen. Schon damals habe ich angedeutet, dass jener ausgedehnt werden soll. du Weshalb die religiöse Uebung schüttert werden kann? Weil religio verschiedene Dinge sind; der Mi nimmer in Einklang zu bringen, sondern er Notfälle greift der Entscheidende nach kann nicht einmal nach dem Poskim, m — da hat er die Schechitabücher, da die Bi da den Chaje Adam, da den Derekh Hacbpj talmudischen Gelehrsamkeit bekleidet, mit haben wir die nicht mit dem rch die weitgehendsten talmudischen Forschungen nicht erse Uebung und Talmud zwei von einander inhag beruht nicht auf einem Schrifttume, ist damit nie und ist das ältere, der Talmud das jüngere Glied. Nur im Talmud, wenn ihn die Poskim im Stiche lassen; ja, er einmal nach dem vielgenannten Schulchan Arukh greifen, eher über Bedikah, da die Bücher über Niddah und Mikwah, ijim, da den Chokhmath Adam. Und käme er mit aller Entscheidungen nach alten Quellen, in die Synagoge, so kann dem (ht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.