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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 11. (1909) · p. Seite 83

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 11. (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 Flavius Josephus des In diesem Streit machte sich nu Um den Juden die Wiedererlangung des ruhmredig, aufgeblasen, eitel, von Kaiser grossen Männern des Altertums beizählt, <1 und seine Verteidigung Judentums. Ein JJortrag von Distriktsra jbiner Dr. Salomon Stein—Schweinfurt. (Fortsetzung) n der Neid und Hlass gegen die Juden auch literarisch Luft. Bürgerrechtes unmöglich zu machen, verfasste der ebenso talentlose, als unselbstständige und oberflächliche Grammatiker Apion in Alexandria, ein Mann, der fiberius die ״Alle! weltstrompete“, von dem Gelehrten Plinius ״die Trompete des eigenen Ruhmes“ genannt wurde, eir Mann, der sich selber ohne Bedenken den vorbrächten. Die Tieropfer, die Beschnei als Verbrechen an. Ganz besonders aber spricht Apion de־ jüdischen Nation das hohe Alter ab und das war nach antiker Auffassung nichts C machen. Als Beweis dafür will er den Griechen nichts von den Juden zu erzählen wussten. Wenn nun auch Apion der erste so ist er doch nicht der Erfinder, sondei Lügen; besonders die Lüge mit der Esels|v schon andere Griechen der heidnischen Lehrer Ciceros, und andere. Andrerseft Israeliten aus Aegypten auf die Aufzeichnt Gegen alle diese Autoreu der Lüge und Freimut und Wärme geschriebenen Abweft grossen, unvergänglichen Dienst geleistet Josephus macht zunächst gegen abgehe, wofür die genannten Judenfeinde er die Alexandrin« r glücklich preist, dass sie einen Bürger wie ihn besitzen, ein Werk voll Gift und Galle, voll Lüge und E rdichtung, in dem er willkürlich erfundene Angaben über den Auszug aus Aegypten nacht und von de ו Juden in Alexandrien behauptet, dass sie als Gefangene nach Alexandria gekommen seien, mithin gar kein Bürgerrecht beanspruchen konnten. In diesem Buch macht er vor allem die Feligion der Juden schlecht und lächerlich. Er behauptet, sie beten einen Eselskopf im Allerheiligsten d:s Tempels an, sie schlachteten Menschen zu rituellen Zwecken; beides habe der Syrerkönig Antiochus Epiphanes entdeckt, als er freventlich in den Tempel zu Jerusalem eingedrungen war. Apion behauptete ferner, die Juden mussten sich eidlich verpflichten, alle Nichtjuden, vor allem die Griechen, zu hassen. Er macht ihnen den Vorwurf, dass sie keine grossen Männer herdüng, die Enthalt!. systematische li n nur der Kompjil erehrung, der rit eit aufgetischt, s beruft sich Apji ngen und Ausführin yerleumdung wend|e rschrift und er ng vom Schweinefleisch rechnet er ihnen eringeres, als einer Nation jede höhere Berechtigung streitig Umstand anführen, dass die ältesten Geschichtsschreiber der t^rarische Judenfeind unter den Heiden ist, ator der meisten von ihm vorgetragenen liellen Menschenschlachtung haben vor fhm o Posidonius, ferner Apollonius Mola, der on bei seiner Lüge über den Auszug der gen des ägyptischen Oberpriesters Manetho. t sich nun Flavius Josephus in seiner mit pat mit dieser Schrift dem Judentum einen den Vorwurf Front, dass der jüdischen Nation ein hohes Alter das Moment anführen, dass die älteren griechischen SchriftsteTler die Juden nicht erwähnen. Josepfus sagt: Es ist ungereimt, den Grundsatz aufzustellen, als ob man sich inbezug auf die ältesten Begebenheiten nur an die Griechen halten dürfe; denn einmal sind die Griechen selbst ein verhältnismässig ju iges Volk, die Geschichtsschreibung bei ihnen ist eine junge Wissenschaft und man kann nicht sagen, dass dieselben hiezu besonders viel Begabung zeigen; auf Kosten der äusseren Form, der glanzvollen Rhetorik, die ihnen stets das Wichtigste sei, nähmen sie es mit der historischen Treue durchaus nich genau. Auch fehle es bei den Griechen an einer alten, zuverlässigen Ueberlieferung und an staatlichen Aufzeichnungen der Ereignisse, ein Vorzug, ein günstiges Moment für den Geschichtsschreiber, das bei den von den Griechen ״Barbaren“ genannten Völkern der Aegypter, Phönizier, Chaldäer und vor altem bei den Juden wohl gegeben sei. Daher komme es denn auch, dass die griechischen Geschichtsschreiber, die keine verlässliche Kenntnis der Tatsachen besitzen, in den wichtigsten Ereignissen nicht mit einander in Einklang zu bringen sind. Ja selbst Thukydides, der doch die genaueste Geschichte seiner Zeit geschrieben hat, werde eines Mangels an Wahrheitsliebe bezichtigt. Die Geschlechtsaufzeichnuugen der Juden aber, die zum Zwecke der Reinerhaltung des Priesterstammes von den Priestern offiziell geführt würden, erstrecke sich, so sagt Josephus, bereits in seiner Zeit auf ungefähr 2000 Jahre, die geschichtlichen Ereignisse sind bei den Juden in ununterbrochener Reihenfolge von den Prophetet aufgezeichnet worden; den Juden gelten diese Bücher darum als heilig, sodass noch niemand in diesen ihnen vOrzunehmen sich erdreistet habe; vielen Jahrhunderten Zusätze zu machen, Textänderungen an hre Zahl stehdfest, keine andern Bücher können sich mit ihnen messen; für die Wahrheit und Reinheit dieser Bücher hjit man längst Massen von Juden Qualen und Tod erleiden sehen. ״Welcher Grieche,“ oder sich auch nur den geringsten Schaden gefallen lassen, selbst wenn er dadurch die gesamte Literatur seines Vaterlandes vom Untergang retten Kunststücke, in denen die Verfasser sich weder bei Herodot noch bei Thukydides Wunder nehmen, dass die Juden trotz ihii so fährt Josephus fort, ״würde das für sein Gesetz erdulden könnte? Denn sie halten ihre Schriften doch nur für rednerische nach Herzenslust breit machten.“ Also, so meint Josephus, wenn^s'wahr wäre, dass die Juden bei £en alten griechischen Schriftstellern nicht erwähnt würden, so hätte das nicht viel zu bedeuten. Selbst Rom; das doch schon lange eine grosse Rolle spiele werde und seinen Zeitgenossen erwähnt. Ausserdem darf es garnicht res hohen Alters nicht häufig Erwähnung finden; denn — wir

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