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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 10. (1909) · p. Seite 75

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 10. (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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75 Flavius Josephu^ des Ein Vortrag von Distriktsra )biner Dr, Salomon Stein—Schweinfurt. An j an Wir wollen es dahingestellt sein liehe Fügung“ war, die ihn als den letztet spieler-Kunsistück. Tatsache ist, dass er eigenen Darstellung das Leben höher st Milde der Römer gegen ihn, die gerade zeigten, kann kaum genügend aus der Kaiserwürde prophezeit habe. Der Talmif ben Sakkai zu, der später aus dem einge: eine Bitte vorzutragen. Wir gehen wohl dem römischen Feldherrn nicht unbekannt den römerfreundlichen König Agrippa II., mit Titus, des Vespasianus Sohn, erniedrig herein kein Freund des Krieges gegen die politische Rolle des Josephus hiermit aus: Feldherren während des ganzen Krieges Bewohner er wiederholt zur Uebergabe als seine eigene Brandmarkung als Verrätje dass er mit reichen Gütern ausgestattet s: Gebiet des Krieges und der Politik auf de Dort, in Rom, verfasste er auch seine Ehr! der Juden“, die uns nunmehr (nach dieser Diese Schrift selber versetzt uns zweiten Hauptstadt des kolossalen Römerr|e gegründeten Alexandria in Aegypten, zuerst der aus dem Neid geborene Antise^r traurige literarische Blüten trieb, an der z einem preussisccen Kriegsminister unserer berechtigt halten darf, eine Sorte, die heul In Alexandria waren durch Ale); folger, die 1. Könige der Ptolemäer, viele an allen ehrbaren bürgerlichen Berufen t Wissenschaft und standen in keiner Bezieh sie schon in der Zeit der Ptolemäer Vorre handelt wurden, während die Juden als mit denen sie ja auch ungefähr gleichzeitig vorzugten die Juden, die ihnen zuverlässige Alexandria dem Müssiggang und der Last die Juden durch ihre Betriebsamkeit sie ar schöngeistiger Bildung durchaus nicht nac drias. Dieser lang aufgestapelte Neid und bei Gelegenheit der Anwesenheit des eb Agrippa I. in Alexandria in schwere Tätliq tragen, dass die Jliden sich auch nur des wurden verspottet, indem man einen Narr^ BinsengeJIecht bekleidet hatte, eine Peitsc’ hebräischen Ausdrücken als König huldigt( die Synagogen und stellte, um den Juden ihnen auL Der römische Statthalter Flacci! seit Jahrhunderten ihnen gewährleisteten Juden aus den 4 Stadtteilen Alexandrias, in sie wie in einen Kerker zusammengepfercht Hunger aufreiben. Wer ausserhalb des D(' körperliche Misshandlung gemartert. Plöt: antwortung nach Rom zitiert, aber nicht w haupt dem Kaiser Caligula persönlich miss allerdings auf. Aber die Juden hatten ',־ entspann sich ein gewaltiger Streit. eilte, 1(1 (il ihre und seine Verteidigung Judentums. (Fortsetzung) lassen, ob es wirklich ״ein glücklicher Zufall oder eine göttzurückliess oder nicht vielmehr ein betrügerisches Taschenen Gestorbenen das Wort gebrochen hat, dass er nach seiner als seine Freiheit und die Freiheit seines Volkes. Die diesem Kriege unmenschlich wüteten und wenig Schonung abe des Josephus erklärt werden, dass er Vespasianus die d schreibt diese Prophezeiung übrigens dem Rabbi Jochanan ächlossenen Jerusalem zu Vespasianus hinauskommt, um ihm nicht fehl in der Annahme, dass die Gesinnung des Josephus war, dass er zumal aus dem Benehmen des Josephus gegen dessen Schwester Berenike sich zu einem Liebesverhältnis t hatte, schliessen durfte, dass Josephus eigentlich von vorn- Römer war. Wir hahen nur noch zu bemerken, dass die despielt ist, dass er der stete Begleiter der beiden römischen plieb, dass er Zuschauer der Einnahme Jerusalems war, deren die Römer aufforderte, ohne aber mehr von ihnen zu hören, r, dass er Zeuge des Triumpfzuges des Titus in Rom war, drglos in Rom lebte und dort zu grösserem Segen als auf dem tn Gebiete der Literatur, der Geschichtschreibung tätig war. enrettung des Judentums, seine Schrift über ״das hohe Alter langen Abschweifung) beschäftigen soll, indessen auf einen anderen Schauplatz, sie ruft uns nach der ichs in der Kaiserzeit, nach dem von Alexander dem Grossen xandria nämlich hat den Ruhm, die Stätte zu sein, an der itismus auf den Schmutzbeeten der Lüge üud Verleumdung nerst Schriftsteller auftraten, die man mit Recht mit dem von Tage geprägten Wort ״literarische Mistfinken“ zu nennen sich e freilich keine Seltenheit mehr ist. ander den Grossen selbst, später durch seine direkten Nach- Juden angesiedelt worden. Die Juden Alexandrias nahmen trieben Ackerbau und Handwerk, befassten sich mit der ung ihren griechischen Mitbewohnern nach. Politisch hatten chte vor der ägyptischen Bevölkerung, die als Besiegte beie Kolonisten den griechischen Eroberern gleichgestellt waren, nach Alexandria kamen. Die ersten römischen Kaiser ber erschienen, vor den leichtsinnigen Griechen, die zumal in ^rhaftigkeit fröhnten. Dieser Umstand und der weitere, dass Wohlstand übertrafen, dass sie ihnen an philosophischer und!)standen, erzeugte Neid und Hass bei den Griechen Alexan- Hass machte sich auf verschiedene Weise Luft. Er artete en vom Kaiser Caligula zum König von Judäa ernannten hkeiten aus. Der alexandrinische Pöbel konnte es nicht er- :scheines eines Königtums’ erfreuten. Agrippa und die Juden n, den man mit einer Papyrus-Krone und einem Mantel aus als Szepter gab und im Gymnasium der Stadt mit chaldäisch- Mit dem Spott begnügte sich der Pöbel nicht. Er stürmte einen Gewissenszwang zuzufügen, auch die Kaiserbilder in s sympathisierte mit dem Pöbel und erklärte die Juden des Bürgerrechts für verlustig. Der Pöbel vertrieb nunmehr die denen sie bisher wohnten; in den 5., Delta genannt, wurden und dort belagert; man wollte die Juden durch Hitze und ta sich sehen Hess, wurde durch Gewissenszwang und durch :׳lieh wurde der Statthalter Flaccus abberufen, und zur Veregen des Unrechts gegen die Juden, sondern weil er überiebig war. Die körperlichen Qualen der Juden hörten nun• Gleichberechtigung noch nicht wiedererlangt und hierüber (Fortsetzung folgt).

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