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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 9. (1909) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 9. (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 vollkommen verboten und um so leichter dem Verderben ausgesetzt. Ein dritter hal. Streit findet sich MS 310: ״Was für das Geld des MS gekauft und unrein geworden ist, soll ausgelöst; R. Jehuda sagt begraben werden. Sie sagten zu R. Juda: Da doch das MS selbst, wenn verunreinigt, ausgelöst wird —wasfür MS-geldgekauftistsollte, wenn verunreinigt, nicht ausgelöst werden?“ Da sprach er zu ihnen: Nein! Ihr sprecht von MS selbst, das in reinem Zustande bei Ortsentfernung ausgelöst wird — uun wollt ihr noch von den für MS-geld erkauften Dingen sprechen, die in reinem Zustande bei Ortsentfemung nicht ausgelöst werden?“ Wer wird der Tannaite sein, welcher יפדה sagt? Nach der nächsten Mischna 3n R. Simon. Denn ״der für MS-geld gekaufte Hirsch, der gefallen ist“ stellt doch den gleichen Gegenstand dar, wie die30׳ gebrachten, für MS-geld gekauften, dann verunreinigten Dinge. Dann ist יקבר in 3״ ebenso Jd’s Ansicht, wie 319. Und, was die Hauptsache ist, es stellt sich heraus, dass auch der dritte halakhische Streit in MS mit Sim zusammenhängt, der mit Jose zusammen öfter auf dem Gebiete Jd’s arbeitet. Ein weiteres Kennzeichen Sim’s ist das sich Berufen auf ältere Mischnas, die er, wie wir gesehen, auch als Belege anführt. Wo steht denn nun die allgemeine als gültig angenommene Halakha, dass unreines MS selbst auszulösen ist? In der vorausgehenden S-mischna, 39, wo beide Schulen die Auslösung als notwendig voraussetzen. . Das ist eben die Form der Belege für die Halakha, die sich darauf beruft. Und diese Form hat Sim in all’ den hal. Streitmischnas gewahrt. 410 hat zwar auch אמדו לו. aber ist _ “ durchaus keine gedanklich durchgeführte Erörterung, wie die obigen drei Stellen. Genau zeichnet sich Sim’s Schlussbemerkung ab ״aber wenn er sich’s selber erschweren will. Besprechungen. Hebräische Melodien. Eine Anthologie, herausgegeben von Dr. Julius Moses. Berlin Leipzig 1907. Curt Wigand, modernes Verlagsbureau. - In vorliegender Gedichtsammlung sind die verschiedenartigsten Stimmungen und Empfindungen über Geschichtsgang, Wesen und ethisches Bewusstsein des jüdischen Volkes, wie sie sich im Geiste erleuchteter Männer eigenen Stammes und anderer Religionsbekenner poetisch verdichten, umfassend dargestellt worden. Dr. Moses hat die gesamte Literatur eifrig durchforscht, um den besten poetischen Schöpfungen in seinem Werke einen Platz einzuräumen zum Beweise dessen, was Longfellow in seinem ״Judenfriedhof zu Newport“ zur Charakterisierung der Schicksale des jüdischen Stammes treffend ausspricht: nach dem Masse zu verkaufen, so geht das Gefäss in Chullin über“, da dann der Wein besonders verkauft werden soll, während das Gefäss nur die augenblickliche Hülle ist. Das אש רצה להחמיר zeigt Sim ebenso, wie der Trieb zu erleichtern. Und bestätigt wird es durch den Schluss: R. Sim sagt: Auch (אף ausser dem Vorausgehenden, dem er also zustimmt) wenn man zum Andern sagt: ״Dieses Fass verkaufe ich dir ausser dem Gefässe (das darin ist),“ geht das Gefäss in Chullin über. Also selbst wenn es bereits geschlossen ist. Während es sonst nach der Spundung (s. o.) selbst MS wird. So bezieht sich Sim auf die Reihe 31*—13 (Vergl. Peah 38b). Einzelne Sim-sätze in MS: 5!: (über Bicc.), ebenso 5U (מבאן אמרו) gegen M und Jose, wonach Sii Das ist Simons Eigentum. Einige Bemerkungen Jose’s* werden uns über den Zusammenhang zwischen MS und Challah ff aufklären; denn wir müssen fragen, warum auf MS mit Rebai nicht vielmehr Orlah, die Voraussetzung von Rebai, folgt? In Challah 4» gestattet Ak. jedem Priester (auch dem unwissenden) die ברשיגי תרומה. weil nach ihm Toharoth dabei nicht zu beachten sind. Die Chachamim (Jd oder E) verbieten es dagegen, wie es T MS 21 heisst: דהבמיש לא הודו לו Dass dies Jose kennzeichnet, zeigt ״die Mischna“ S. 44 und öfter. Diese Challahmischna steht mit MS 23,« in Verbindung, wo Ak sagt: ״Alles darf mit den ברשינין der Therumah in Unreinheit geschehen“. Und es ist Jose, der diese Ansicht T MS 2! Ak. zuweist. Weitere Hinweise Jose’s auf Challah: Im Widduj Maasser (MS 51) werden zuerst MS und Rebai erwähnt, die Gegenstände der vorliegenden Massechtha, und am Schlüsse der Aufzählung kommt die Challah, der Stoff des nächsten Traktats vor. Und nach T5»3 stammt die Erwähnung der Challah von Jose her, d. h. Auf MS und Rebai folgt nun Challah! *) Jöse’s Verhältnis zu S s. oben. ״Wohin auf Erden sie ihr Schritt getragen, Es gingen Stolz und Demut Hand in Hand. Wenngleich wie Sand getreten und geschlagen, Sie blieben fest gleich einer starren Wand. Vor ihrem Geiste schwebten die Gestalten Von Patriarchen und Propheten her, Sie sah’n das hohe Erbe ihrer Alten Sich spiegeln in der Zukunft Zeitenmeer.“ Nicht nur, dass in dem vorliegenden Werke auch die jüdischen Intellektuellen der östlichen Länder wie Rosen• feld, Frug u. a. mit einigen ijirer besten Gedichte vertreten sind, was wegen des tragischen Geschickes unserer dortigen Brüder aktuelles Interesse besitzt, finden wir auch Namen I nichtjüdischer Schriftsteller vertreten, die uns noch in keiner I Anthologie gleicher Tendenz begegret sind. Nennen wir, I um nur einige Namen herauszugreifen: ״Ludwig Deinhard-I stein“, der seinen Rabbi Jeschua ein bekanntes Schriftwort | mit weiser Schlussfolgerung in den Mund legt:

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