Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 31 (1908-1909)
- Issue
- No. 9. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
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— 71 ״Princessin! Es wird Wein edler Art In irdnen Geschirren aufbewahrt; So lebt denn Gottes Geist und Wort Auch in den Ruinen des Körpers fort. ״Johann von Alxingen“, der seinen alten Juden ein Wort sprechen lässt, das wir unsern Feinden so [unendlich oft bereits entgegengehalten haben: ״Den Ihr als einen Gott verehrt, Der hat Euch das wohl nicht gelehrt; Denn Liebe nur war sein Gebot, Die war sein Leben, war sein Tod.“ Ferner mit zum Teil ergreifenden Beiträgen Heinrich Viehoff, Johann Gabriel Seidl, Katharina Diez, J. Ci. Fischer, Friedr. Graf v. Schack, Julius von der Traun u. a. mehr, deren Lieder wohl nicht immer, wie der Verfassei in seiner Einleitung meint, aus menschlichem Mitgefühl mit den gehöhnten und verspotteten Kindern des klassischen Volkes der Religion hervorgegangen sind, die oft auch ihre r reinsten Sympathie für jüdisches Wesen Ausdruck verleihen, neben dem tragischen Geschick auch die Seelengrösse der Bekenner des alten Bundes vor der Mitwelt in die!fechte Beleuchtung setzen wollen: Wilhelm v. Humboldt: ״Wenn auch zerstört sind Zions Tempelmabern, Und wir, zerstreut in allen Landen, trauern Doch edler Stolz in unserm Busen glüht. Fr. Grillparzer (Miriams Siegesgesang): ״Drum mit Zimbel und mit Saiten Lasst den Hall es tragen weit, Gross der Herr zu allen Zeiten Heute gross vor aller Zeit.“ Wilhelm Müller (die Laubhütte): Sei mir gegrüsst, Du Holde, In Deinem grünen Zelt! Hier sah ich erst Dich blühen, Hier blühet Deine Welt. < Wie solltest Du mir folgen In trübe, kalte Luft: Aus Deinem Vaterlande Voll Glut und Glanz und Duft.“ Wir können mit dem Verfasser nicht darir stimmen, wie in der Einleitung zu dem Werke a ist, dass ein jüdischer Dichter aus dem Grunde s njeinschaft nicht zur Genüge gerecht werden kö(1 s: jpÜ Rn Auerbach, Staaten. Berlin 1890. (Bis auf Bernfeld, S. Kämpfende Geister im Jungmann, Max. Dornen. Statt Mk. 2 Jungmann, Max: Heinrich Heine, ein arbeitet von Dr. Arthur Ruppin überein-!gedeutet inen Gene J weil e!r sein Judentum nur als Religion, nicht auch als Volkstum ihnerlich erlebt hat. Wir können begreifen, dass der Verfasser, der auf nationaljüdischem Standpunkte steht, diejenigen Autoren höher bewertet, welche die jüdische Gemeinschaft auch jetzt noch als Volk begreifen, ob aber sein Urteil über den dichterischen Wert der Werke dieser und jener Autoren■ infolge dieser Stellungnahme unbeeinflusst ist, muss schon aus dem Grunde billig bezweifelt werden, weil die nationaljüdische Bewegung nicht älter als etwa ein viertel Jahrhundert ist, und von denjenigen Dichtern, in deren Werke der Verfasser vielleicht gern neben rein jüdischem auch nationaljüdisches Empfinden hineininterpretieren möchte, wohl׳ kein einziger bewusst diesem Standpunkt Rechnung getragen hat; während auf der anderen Seite die Wärme des Empfindens bei den Schriftstellern keineswegs gelitten hat oder zu leiden braucht, die das Judentum und dessen Bekenner nur mehr unter dem Gesichtswinkel der Religionsgemeinschaft in der Diaspora dargestellt haben. Auch den Titel des Werkes ״Hebräische Melodien“ glauben wir nach der geschichtlichen Entwickelung des Wortes ״hebräisch“ ablehnen zu müssen. Nach dem gegenwärtigen Sprachgebrauch wird dieses Wort nur zur Be- Zeichnung der Sprache in Anwendung gebracht, der sonstige Ausdruck für alles, was die gegenwärtige Gemeinschaft betrifft, heisst ״jüdisch“. Und warum überhaupt die Nachahmung des Werktitels eines nichtjüdischen englischen Autors? ״Jüdische Melodien“ hätten sich wenigstens so gut ausgenommen wie ״Hebräische“, wenn es schon mal durchaus Melodien sein sollen. Lässt die Benennung ״Hebräische Melodien“ ein Werk in hebräischer Sprache vermuten, so verleitet die Bezeichnung ״Melodien“ zu der Erwartung, hier fast nur lyrischen Erzeugnissen zu begegnen; und doch ist grade epischen Stoffen in dem Werke ■ der breiteste Raum gegeben. Wenn wir geglaubt haben, diese Austeilungen, obwohl sie geringfügiger Natur sind, machen zu^müssen, so möchten wir dem Ganzen unsere Anerkennung'keihesfalls versagen, vielmehr dein Wunsche Ausdruck geben, dass dem Werke recht bald eine recht weite Verbreitung in jüdischen wie nichtjüdischen Kreisen beschieden sei, da es mit berufen zu sein scheint, eine gerechtere Beurteilung des Judentums und seiner Bekenner hüben und drüben zu bewirken. Warburg, Sept. 08. E. Alexander. X Zur Anschaffung bestens empfohlen: L. Das Judentum und seine Bekenner in Preussen und anderen deutschen Bundeswenige Exemplare vergriffen. Statt Mk. 6.— nur Mk. 4. Bogratschoff, Ch. Entstehung, Entwickelung und Prinzipien des Chassidismus Mk. 2. udentum. 4 Biographien, Mk. 2.50, gebunden Mk. 3,20. Inhalt: Leon da Modena; Saloimn Maimon; Moses Chain! Luzzatto; Sam. Dav. Luzzatto. nur 1,60. Dasselbe eleg. geb. statt Mk. 3.— nur Mk. 2.40. Nationaljude. Statt Mk. 0,75 nur Mk. 0.50. Juden in Rumänien. (Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden. 5. Heft. .) Mk. 1.50. Katz, Albert. Biographische Charakterbilder aus der jüdische Geschichte und Sage. Elegant gebunden Mk. 3,50. Kohut, Adolf. Geschichte der deutschen Juden. Mit zahlreichen Jllustrationen. Statt Mk. 25.— nur Mk. 12,50. Inhaltlich und s|einer prächtigen Ausstattung nach als Geschenkwerk vorzüglich geeignet. Kaufmann, David. Aus Heinrich Heiijies Ahnensaal. Statt Mk. 6.— nur Mk. 3.50. Kataloge hi No. 4. Betetristik No. 5. Predigten No, 6; Judaica No. 8. Seltene Judaica No. 9. Seltene Judaica (Soeben erschienen) No. 10. Seltene Hebraica und Judaica (Soeben erschienen) 500 Nummern 500 Nummern 2000 Nummern 300 Nummern 800 Nummern 1100 Nummern 1000 Nummern No. II. Alte hebräische Werke LOUIS LAMM, Buchhandlung Berlin C. 2 Telephon 111 No. 6204. Heue FriedrichstraBe 61/63. Telephon III No. 6204. n