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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1908-01-01 · No. 8. (1908) · p. Seite 60

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 8. (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 Selbstbewusstsein; in den 2 Büchern ״Ueber das hohe Alter der Juden“ oder, wie sie auch nach dem Hauptverleumder genannt werden ״Contra Apionem“, bewies er, dass alle diese Verleumdungen und Beschuldigungen grundlos?eien. Diese letztere Schrift im besonderen ist es, die uns beschäftigen soll. Sie ist nämlich nach vielen Seiten interessant und lehrreich; sie zeigt uns, dass das Rüstzeug der Feinde Israels schon vor fast 2000 Jahren kein anderes war, als heutzutage, das Rüstzeug der Lüge und Verleumdung; sie zeigt uns, dass nichts hinsichtlich der Juden und des Judentums albern und absurd genug ist, als dass es nicht Geglaubt würde, sie zeigt uns eine energische, auf positiver Forschung und Quell-Vergleichung beruhende Zurückweisung aller dieser Vorwürfe und Verleumdungen; sie zeigt uns die ganze edle sittliche Entrüstung des auf sein Judentum stolzen Josephus und eine Verherrlichung des in seinem innersten Wesen richtig erfassten jüdischen Lehrinhalts, bei deren Lektüre wir den wärmeren Puls-Schlag des Autors fühlen, so dass wir mit fortgerissen werden und seine Begeisterung in unser Herz überschlägt. Doch bevor wir diesem unserem eigentlichen Thema uns zuwenden, mögen einige Notizen aus dem Leben des Flavius Josephus mitgeteilt werden. Joseph, der Sohn des. Priesters Mathatias, ist im Jahre 37 ober 38 in Jerusalem geboren. Es ist sehr schwer, zu einem richtigen geschichtlichen Urteil über seine Person zu gelangen, denn fast alle Anhaltspunkte zu einem solchen Urteil gewinnen wir nur durch ihn selber, und er zeigt sich in seinen Schriften durchaus nicht frei von Eitelkeit. Und wenn wir einerseits gar manche Abstriche an der Summe des Lobes, das Josephus sich selbst zuschreibt, machen dürfen mit Rücksicht eben auf diese seine Eitelkeit und Selbstgefälligkeit, so dürfen wir ihn anderseits in vielen Punkten für besser halten, als er sich selber darstellt, denn der Fluch der bösen Tat hat Josephus furchtbar mitgespielt. Nachdem er zu den Römern übergegangen war, wurde er von den Seinigen als Verräter bezeichnet und gehasst, später unter Kaiser Domitian wurde er in dem verloren gegangenen Werke des Justus von Tiberias über den jüdischen Krieg umgekehrt als verkappter Römerleind bezeichnet. Diese Anklage war für Josephus bei dem argwöhnischen, grausamen Charakter des Kaisers Domitian sehr gefährlich. Um von diesem Vorwurf sich zu reinigen, schrieb er seine eigene Biographie, in der er sich, um nicht beim römischen Kaiser in Ungnade zu fallen, schlechter darstellte, als er wirklich war. Josephus genoss eine sorgfältige Erziehung und gewissenhafte religiöse Unterweisung; er war begabt und er rühmt von sich, dass er bereits zu 15 Jahren von Hohenpriestern und Vornehmen besucht worden sei, damit sie von ihm eine besonders gründliche Auslegung des Gesetzes erführen. Zu 16 Jahren machte er sich, wie er sagt, an die Prüfung der Sekten der Pharisaeer, Saddukäer und Essäer, schloss sich, um sie gründlich kennen zu lernen, an alle einzeln der Reihe nach an, verbrachte drei Jahre unter körperlicher Askese in der Wüste bei dem Einsiedler Banus zur Befriedigung seines Wissensdrangs und schloss sich dann endgiltig den Pharisaeern an. Im 26. Lebensjahre unternahm er eine Reise nach Rom zur Befreiung einiger von dem Landpfleger Felix nach Rom weggeführter, ihm befreundeter Priester. Dieser Aufenthalt in Rom scheint das Verhängnis seines Lebens-geworden zu sein. \ (Fortzetzung folgt) Einiges über Haasser scheni. Von Rabbiner Dr. Stellen wir nun den Anteil von M und Jd fest. Nach M ist MS und Rebai ״ ממון גבוהGottgeweiht“; nach Jd sind sie מטון הדיוט mit mehr weltlichem Gepräge. Nun darf nach MSI man MS weder verkaufen, noch verpfänden, noch austauschen, noch zum Münzabwägen (selbst für MS-münzen) benutzen; wohl aber darf man es sich gegenseitig zum Geschenk machen. Diese Beschränkungen scheinen MS nach Mals Gottgeweiht hinzustellen; da Jd nun gerade Geschenk und Verkauf gleichsetzt, hier aber das Schenken erlaubt wird, so scheint auch das gegen Jd für M. zu sprechen. Es stellt sich aber schliesslich heraus, dass hier es sich garnicht um die anegebenen Gegensätze handelt, sondern ass ביזוי מצוה, die Verachtung des der Mischna geweihten Gegenstandes vermieden werden soll, was doch für alle Mizwoth gilt. Und eine Einladung, welche dem Anderen den unentgeltlichen Genuss von MS gestattet ist, wenn auch L. A. Sosenthal. ein Geschenk, doch auch nach Jd selbst nicht dem Verkaufe gleich. So ist hier nichts für M’s Verfasserschaft! von MS 11 bewiesen. Da aber, wie wir gesehen, MS aus Masse-; roth heraustritt, dort aber zum Schlüsse M; nicht der Herrschende ist; da übrigens gegen S M’s Art (s. ״die Mischna“ Einl. S. XV ff.) MSI! so viel Gegenstände verschiedener Art bringt, da also nicht die M kennzeichnende sachliche Ordnung, sondern der Seder Mikra am Anfang von MS herrscht, so legt man besser die Ordnung der Midraschisten in Ak’s Schule, Jd und Sim, dem Anfang zu Grunde. Da aber Jd nun der Ursprünglichere ist, auf dessen Spuren, wie wir sehen werden, Sim einhergeht, so schreiben wir zunächst vermutungsweise die ursprüngliche Ordnung von Ml Jd zu. Bestätigen das die von *Sim als Belege gebrachten S-stücke MS 2»,*? die Mischna sagt Nichts darüber; aber T21 beweist, dass unsere Fassung der S-mischna tatsächlich Jd ist, da die .Mischna mit der in Jd’s Namen dort gebrachten

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