Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 31 (1908-1909)
- Issue
- No. 6. (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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43 er hat Grundsätze, die er zu Gunsten der ist, ״Der Monismus, Band I. Systematisch dargestellt in Beiträgen seiner Vertreter‘ Kalthoff ״Vom inneren Leben“. Und Allem fesselnde Sprache und Darstellung zugleich mit genauer Beachtung der Gedai * Wollen Sie noch mehr? Da habje ligionsphilosophie in Einzeldarstellungen Seemann’schen Culturträgern Band 13 Sk ich Ihnen gern Manches erzählen möchte Befürchten Sie, mein Brief könnt( dauern? Sie haben mich ja befragt, haben von ihm vertretenen Sache durchführt bis ins Einzelne. Da es, Band II, Historisches, herausgegeben von Arthur Drews, Eduard Karpenter ״dfe Schöpfung als -iümstwerk“, Albert dabei ein Pariser Werk' ״Paul Gautier, L’Ideäl Moderal“. In wie man sie heute allen Richtungen wünschen müsste — nur nkenordnung, damit nicht so viele Lücken zu bemerken seien, ich ״Spinoza’s Religionsphilosphie“ von Thilo, zu der ״Re- ״(Beyer & Söhne, Langensalza) gehörig, da habe ich unter den 1hrings ״Spinoza, sein Leben und seine'Philosophie“, wovon und bald erzählen werde. sub specie aeterni erscheinen, .also ewig und noch ein bischen also angefangen, und — hier ist das Ende! 1) In dem Gleichnis vom Weinbe 13*) misshandeln die Arbeiter des Herrn töten den Sohn des Herrn, welchen er Weinberg anderen Arbeitern gegeben, v wendung von dieser Folgerung aus, die Hinweis auf Psalm 118«,« 4אםו הבונים כו Neut estamentl iches. rg, das Jesaia 5 nachgeahmt ist, (Matth. 213-, Marc. 121, Lucas Diener, welche die Ernte in Empfang nehmen wollen; sie zuletzt schicktf Zur Strafe werden die Sünder vernichtet, der denen man Besseres erwarten kann. Jesus macht die Anübrigens die Jünger selbst aus dem Gleichnis ziehen unter .אב Was soll hier der Stein, der zürn Grundstehe wird? Hier ist doch vom Weinberg und den Früchten vorzugsweise die Rede. Jedenfalls muss der Turm (<j)xodöfniaev 71v$yov s. Jes.5 a. a. O.) dabei eine grosse Rolle spielen. Nach der Deutung des jesaianischen Gleichnisses ist der Turm der Tempel, also das Sinnbild der Gemenschaft. ' Von hier aus fällt ein Licht auf Hermas Gesicht 3־. etc., wo der Zukunftsbau, und zwar der Turm beschrieben wird, wie die Bausteine, welche dazu verwandt werden (wie oben אבן מאסו etc.); so ist beim Hermas sicher der Turm das Eild der Gottesgemeinschaft, und die Bestandteile des Unterbaues stellen die Grundsteine, die Pfeiler und Stützen des Gottesbaues dar. Wie beim Hermas überhaupt, ist auch hier Alles bildlich zu nehmen. Auch in jüdischen Kreisen galten Bauwerke als Sinnbilder der Gemeinschaft und der Lehre. Zum Vergleiche nur eine Stelle: Pes. 118b sendet der alte Ismael bar Jose dem Juda Hannassi einige Aussprüche seines Vaters Jose ben Chalafta. Einer derselben lautet: 365״ Plätze gibt’s in einer grossen Stadt, jeder Platz hat 365 Türme, jeder Turm 365 Stufe», und auf jeder Stufe liegt genug, eine ganze Welt zu speisen.“ ״Und das Alles (lässt Ismael dem Juda Hannassi sägen) ist für Dich, Deine Genossen und (s. Raschi) deren Genossen.“ Die Stadt selbst wird hier die Gemeinschaft Israels darstellen, die in den 365 Verboten der Thora ebensoviele Türme, d. h. Schutzmittel gegen die Sünde hat; die 365 Strassen oder Plätze mögen auch ein Sinnbild für Thorabestimmungen als loca ״Stellen, Orte“ bedeuten; zu jedem Turm führen 365 Stufen — alle Verbote bilden zu einander führende Stufen, Mittel zum Emporsteigen, so dass alle anderen Verbote die Entwickelungsstufen sind, um die sittliche Kraft zum Halten jedes einzelnen zu gewinnen. So muss also jenes neutestamentliche Gleichnis, wenn es zu der Deutung und besonders zu dem Satze 118« ff. passen soll, noch Erörterungsglieder in sich gehabt haben, die b.ei der Aufzeichnung sich nicht erhalten haben. . 2) Gal. 3«—*5: ״So war das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerechtfertigt werden; sobald aber der G1 a u b e kommt, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.“ « , Die höchste Entwickelungsstufe, auf welche die Thora als Zuchtmeister (aaiSdrioyos, wie oft פדגוג in gleichem Begriffe im Midrasch) h inarbeiten kann, ist (bei der Wertlosigkeit der ״Gesetzeswerke“ an sich) der Glaube. Sobald der Zusta 1d eingetreten ist, in welchen der Glaube den Menschen versetzt, bedarf man keines Zuchtmittels, aich keines Zuchtmeisters mehr. Im Judentum entspricht ״^>\J0<h“ dem Begriffe, den hier der Grieche mit ״Zuchtmeister“ ausdrückt — Beide rufen das Gefühl steter Gebundenheit hervor. Und da scheint mir mit den Geclankengängen, welche Paulus hier beschäftigen, folgender Satz das Nehunja ben Hakanah, Lehrer des Rabbi Akiba, sich ebenfalls zu befassen: ״Jeder, der das Joch der Thora auf sich nimmt, dem nimmt man das Joch des Reiches und des Derekh erez (der Menschensitte