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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1908-01-01 · No. 6. (1908) · p. Seite 42

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 6. (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42 Kahana, Krauß, Brody, Weiß, Poznansky und dem Herausgeber, (Berditschew, Scheftel). — Außerdem sehen wir in dem stattlichen .,Jahrbuch *der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft“ (Frankfurt, Kauffmann) wichtige Arbeiten von Ullmann, Lewin-Kempen, Auerbach-Köln, Landsberger-Posen, Stein-Schweinfurt, Hoffmann-Berlin, Bondi-Mainz, Goldhor, Dukesz-Altona, Barth-Berlin, Eppenstein-Briesen, Marx-New- York, Sulzbach-Frankfurt a.lM., Kottek-Homburg, Hausdorf-Baltimore vor uns. — Dr. Funk-Boskowitz hat seine ״Juden in Babylonien“ in einem zweiten Teil (Poppelauer-BerJin) von 200—500 fortgesetzt. — Da lenkt ״das Judenchristentum im ersten und zweiten Jahrhundert“ von Gustav Hoenneke (Berlin, Trowitzsch & Sohn) schon durch seinen äußeren Umfang unsere Augen auf sich, und flüchtiges Durchblättern zeigt uns eine tiefe Kenntnis des hellenistischen und talmudischen Schrifttums. Nun zur Bibel. — Der Bertelsmann’sche Verlag in Gütersloh bietet uns seine gegen Wellhausen und seine Schule gekehrten Werke. O. Naumann, Pastorin Treuen, veröffentlichte s. Z. ״Das erste Buch der Bibel nach seiner inneren Echtheit und Einheit“ und ״Das Deuteronomium, das prophetische Staatsgesetz des theokratischen Königstums“, Bücher,, die uns eigenartige, nicht auf dem Wege liegende Erörterungen und Ergebnisse naheführen. G. Stosch kommt mit der ״Prophetie Israels in religionsgeschichtlicher Würdigung“, worin er der Ueberlieferung in wissenschaftlicher Weise gerecht wird. Eine Sammlung von Aufsätzen ähnlicher Auffassung liegt in ״lex mosaica oder das mosaische Gesetz und die neuere Kritik“ vor uns, von Th. A. Fischer aus dem Englischen übersetzt. Hellblau ist die Farbe :der Herdeirschen Verlagsbuchhandlung in Freiburg in Breisgau. Als stattlicher Band liegt die Hoberg’sche ״Genesis, nach dem Literalsinn erklärt“ vor mir, worin die Ueberlieferung gegenüber den ״Neuesten“ festgehalten wird, während Schulz-Braunsberg ״Doppelberichte im Pentateuch“ anerkennt und in seiner Schrift mit den Regeln der katholischen Kirche diese Auffassung im Einklang findet. Das Schweizerische Freiburg sendet uns durch seine Universitätsbuchhandlung ״Das Hohelied“ von Zapletal, worin unter Beachtung aller neuesten Ergebnisse und auch besonders der neuen metrischen Forschungen an der Möglichkeit einer höheren Deutung im Sinne der Kirche festgehalten wird. Der Name J. C. Hinrichs-Leipzig steht anf einem schönen Bande ״Biblische Liebeslieder“ von Paul Haupt, dem Herausgeber der Regenbogenbibel; er bietet auch, wie Zapletal, eine Uebersetzung in Versen, greift dabei auf Herder und Göthe zurück, gibt am Anfang Geschichtliches und am Schlüsse Bemerkungen zur Uebersetzung. Quelle & Meyer in Leipzig bringen ״die Weisheit Israels“ von J. Meinhold in Bonn, worin die Spruch- und Weisheitsdichtung der Bibel und der Apokryphen geschichtlich in fesselnder Form nach ganz neuen Gesichtspunkten gewürdigt wird. Zu den ״Untersuchungen zur Geschichte der Hebräer“, die bei Pfeiffer in Leipzig erscheinen, führt uns Erbt’s ״Elia, Elisa, Jona“, und zu den Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments“ von Bousset und Gunkel gehört Martin Dibellius ״Die Lade Jahve’s“ (Göttingen, Vandenhoek & Rupprecht) und Hans Schmidt’s ״Jona“. Sellin’s ״Rätsel des deuterojesajanischen Buches“ (Leipzig, Deichert), wonach Jechonja der Gottesknecht ist, lenkt unsere Blicke auf seine zwei Bände ״Studien zur Entstehungsgeschichte der jüdischen Gemeinde nach dem babylonischen Exil“ zurück uncf besonders auf sein ״Serubbabel, ein Beitrag zur Geschichte der messianischen Erwartung und der Entstehung des Judentums“ hin, in welchem Bande er Serubbabel als den leidenden Gottesknecht hinstellte. Ein lehrreiches Bild des Forschers, der stets und ständig an sich selbst meistert. Von Winklers ״Ex Oriente lux“ sind Band 1 Heft 2,3 Wünsche’s ״Die Sagen vom Lebensbtaum und Lebenswasser“, Band II Heft 3 (gleichfalls Wünsche), ״Salomo’s Thron und Hippodrom, Abbilder der babylonischen Himmelsbilder“ und Heft 4 (Derselbe) ״Schöpfung und Sündenfall des ersten Menschenpaares“ bei Pfeiffer in Leipzig erschienen. Hier sollen Bibel, Midrasch und Keilschriftenforschung einander ergänzen und beleuchten. Dem gleichen Verlage gehört an Eduard Stucken, ״Astralmythen der Hebräer, Babylonier und Aegypter; Mose, 5.,Teil“. Wie man sich zur Untersuchungsart und zu den Ergebnissen des Verfassers stellen mag — Niemand wird ihm die Anerkennung der Entschiedenheit wegen versagen, mit der er seine Forschungen fortsetzt. Vorwurfsvoll blickt mich Erich Bischoffs ״Babylonisch- Astrales im Weltbilde der.Talmud und־ Midrasch“ (Hinrichs, Leipzig) an — aber Geduld! Bibel und Babel soll bald zu seinem Rechte kommen. Dann wird auch des unermüdlichen Salomon Funk ״Babel und Bibel“ (I. Band 2; Heft von Monumenta Judaica) altera pars Monumenta Talmudica genau gewürdigt werden. Ausserdem werden wir in nächster Zeit die metrische Frage aufrollen müssen. David Heinrich Müller hat den 3. Band seiner ״Biblischen Studien“ dem 2. Bande aus dem Jahre 1904 folgen lassen; und diese schliessen sich wieder an seine ״Propheten in ihrer ursprünglichen Form“ an, jene stattlichen 2 Hefte aus dem Jahre 1896, in welchen Müller die wissenschaftliche Welt durch seine Entdeckungen über biblischen Strophenbau und durch seine Streifzüge durch den Koran und die tragischen Chöre der Alten in Bewegung setzte. (Verlag von Holder in Wien.) Im Anschluss daran werden wir auf Cobb’s ״Criticism of hebrew metre“ (Oxforder Universitätsbuchdruckerei) und auf Döllers ״Rhytmus, Metrik und Strophik“ (Schöningh, Paderborn) zurückkommen, auch Staerk’s zwei Hefte ״Ausgewählte poetische Texte des alten Testaments“ (I Jesaias II Arnos Nahum Hebakuk) bei Hinrichs erschienen, betrachten. Das wird uns ein Zurückgreifen auf Sievers ermöglichen. Sehen Sie dort jene blaugebundenen Hefte auf dem stilgerechten Kamin? Blau, gelb, hellrot! Sie vermuten vielleicht Schöngeistiges. Nun, so ,tritt heute der Monismus auf. Steifheit, Einförmigkeit hinweg! Gefühl, Persönlicheit Alles, bis auf die Ausstattung! Und man muss es Eugen Diederichs lassen

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