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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1908-01-01 · No. 5. (1908) · p. Seite 36

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 5. (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 Einiges über flaasser scheni Von Rabbiner Dr. L. A1). Der älteste Abschnitt unseres Traktats ist 510—1:!, nämlich das Deut. 261* *—!5 vorgeschriebene Maasserbekenntnis. Unsere Mischnafassung stimmt im Ganzen mit Sifri II 302 überein. Allerdings sagt die Mischna: Wenn man das zweite Maasser vor dem ersten darbringt, darf man das Widduj nicht vortragen, wogegen nach Sifri das nichts schadet, (womit wieder Ther. 36 übereinstimmt). Vielleicht aber heisst das א ז בכך בלום‘nur מת שעשה עשוי, dass die Verzehntung gültig ist, trotzdem aber wegendes עובד בלא תעשה das Widduj an sich eine Lüge wäre. Sifri deutet וגם נתתיו ללוי auf Therumah und das Therumath Maasser, wobei der Levitenzehnt nicht erwähnt wird, während die Mischna וגם גתתיו זו תרומת ותרומת מעשר גתתיו ללוי זה מעשר לוי hat, also die Priestergaben aus den ריבוי des וגם deutet. Man könnte hier auf Eb As Ansicht kommen, wonach seit Esra der Zehnt nicht den Leviten, sondern dem Priester zugesprochen wäre, was sich im Sifri, und auf Ak., der den Leviten jedenfalls ausser dem Kohen daran teilnehmen lässt, was sich in der Mischna ausspräche. Trotzdem scheint es mir einfacher, in beiden Fällen der Mischna gegen Sifri Recht zu geben. Die weiteren Unterschiede sind nicht erwähnenswert. T dagegen unterscheidet sich 5*3—j« auf den ersten Blick sehr wesentlich von Mischna und Sifri. Bei genauerem Hinblicken allerdings setzt T die Mischnafassung voraus, da sie nur ימן-הבית זו הלה (Mischna 51c=T 5*3) auf R. Jose zurückführt; das דבר אהר, dass, sobald die Gabe das Haus verlassen, man nicht mehr für sie ersatzpflichtig ist, teilt T mit Sifri, während die Mischna zwei solche Deutungen nicht zulässt. Im Weiteren bringt T hagadische Deutungen über die hier ausgesprochenen Segnungen, welche nicht dem Midrasch auf die Paraschah entsprechen. Das Ende (Mischna 5u) זבת חלב ודבש בדי שתתן טעם בפירות bringt T 5*» auch מלמד שהמעשרות גותנין מעם וריה ושמן ודגן בפירות, so dass im Wesentlichen Mischna und Sifri vorausesetzt werden. Sie blicken also auf eine und ieselbe Formel zurück, die uralt ist. Gesprochen wurde im Tempel wohl nicht diese mit halakhischen Deutungen durchsetzte Stelle; so muss, wenn man in einem solchen Bekenntnis schon die Angabe aller bezüglichen Ackerleistungen (זה מ״ש בו׳) für möglich, sogar notwendighält, doch dabei jedes אע׳פ שאין מעכבין oder הא אם הקדים etc. etc. als spätere halakhische Deutung angesehen werden; Sifri zeigt uns Deutungen dieser Art schon von E. und Ak (unter לא נתתי ממנו בו׳), wie wir oben Jose mit einer Sondermeinung gefunden haben. Was dagegen in erster Person gesagt ist, z. B.לא הפרשתי מטין על שא׳ם בו׳*), das zeigt ein >) Aelteste gegensadduzäische Mischnaquelle (siehe ,Lieber den Zsch. d. M.“ I S. 41 ff. *) Fehlt irrtümlich im MM. A. Rosenthal. hohes Alter, da die hier erwähnten Verhältnisse wörtlich Ther. 15 b ולא מן התלוש בו׳ בו׳ und Ther. 24 ממין על שאיגו מינו behandelt sind (in schon an sich älteren Mischnareihen). Ausserdem bleibt alles Gebetartige, was unter השקיפה etc. gebracht wird, stehen, (s. Josephus Ant. IV 8*2 Schluss), so dass wir dann ein kurzes und stimmungsvolles Bekenntnis haben. Maim. will sogar, dass nur die Thoraworte gesprochen werden. Doch zeigt das Biccurimgebet in der Haggada, dass man auch Midraschworte in solche Dankesformein mit hineinnahm. Dies Bekenntnis müssen wir uns hinter dem alten Schlüsse von Biccurim, der Biccurimfei er (Bicc. 32—5) denken, da es für alle Ackeraben gilt, auch für Biccurim (MS 56 gegen imon) und in der Thora auch hinter Biccurim (Deut. 261*—15) steht. Der Abschnitt musste, als Orlah und Challah dazwischen traten*), nach MS geschoben werden, da er gemäss den Stellen Deut. 142*—*7 und 28—23 als Ausführung des MS-gesetzes zu betrachten und davon nicht zu trennen ist. Der Schluss von T MS heisst רשבא׳א טהרה נטל את הטעם ואת הריה המעשרות נטלו את השמן ואת הדגן und schliesst sich an die vorausgehenden Worte an (s. Mischna 513 Schluss). Den gleichen Satz finden wir T Sotah 15* Schluss. Das führt uns auf die Vermuthung, dass zwischen Sotah und MS, besonders dem Widduj Maasser, einst eine Verbindung bestanden, ja, dass das Widduj Maasser einst dort seine Stelle gehabt hat. Und siehe da! Sotah 7, stehen die in jeder Sprache zu sprechenden Formeln, wobei Widduj Maasser genannt ist, und 7* kommen Formeln, bei denen nur die hebräische Sprache angängig ist, und dazu gehört wieder Mikra Biccurim. (Vgl. unser ״Ueber den Zsch. d. M.“ 1 S. 78 und ״die Mischna“ S. 5). Es ist das Kennzeichen uralter Mischnastücke, dass sie uns eine frühere Ordnung, den Seder Mikra, mehr erkennen lassen und erst im Laufe der Zeit in die vorliegende mehr sachliche Ordnung gebracht sind. A 2*) Gewisse Kennzeichen führen uns zu anderen alten Halakhagebilden. Die Widdujstelle beginnt mit der Wendung כיצד היה הוידוי (Die Bicc.-stelle beginnt Bicc. 31 כיצד מפרישין 3» כיצד מעלין). Um mich nicht auszuschreiben, muss ich auf die ״Mischna“ S. 7 bez. dieses כיצד verweisen, wonach es Kennzeichen der Urmischna ist. Suchen wir nun weitere *derartige Anknüpfungspunkte, so haben wir MS 56, wie bei במגחהביט האחרון) ויחי) eine Angabe des Tages *) Weshalb? hören wir später. *) Reste von A, nicht mehr erkennbar, und die nächste daran sich schliessende Schicht der Mischna (S. ״lieber den Zsch. d. M.“ I S. 50 ff).

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