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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1908-01-01 · No. 4. (1908) · p. Seite 30

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 4. (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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— 30 — Die Darstellung, der Ueberlieferung entsprechend, ist leichtfasslich und auf das Kindesgemüth berechnet. Wir können das Buch, dem eine grosse Anzahl Rabbiner Geleitsbriefe gegeben hat, dem jüdischen Hause und ganz besonders der Schule empfehlen. Professor D. Köberle, Rostock: Die bleibende Bedeutung der biblischen Urgeschichte. Ein Vortrag.;! 37 S. 80 Pf. Derselbe: Soziale Probleme im alten Israel und in der Gegenwart. 35 S. 80 Pf. Wismar 1907. Hans Bartholdi. .! Köberle, den rechtsstehenden Alttestamentlern angej hörig, hat hier zwei Vorträge veröffentlicht, welche den j ewigen Wert biblischer Gegenstände und Auffassuugen,! losgelöst vom Streite um ihre Echtheit, behandeln. Wenn!1 audi Babel Eigentumsrechte auf Teile der Bibel geltend machen, wenn man auch über die Paradiesesgeschichte spotten kann, so muss man zugeben, dass hier alles , Mythologische beseitigt und dem Ganzen eine Gestalt gegeben ist, dem der Gedankeninhalt selbst für die Kinderweit anschaulich und begreiflich innewohnt. Eigentümlich j im Gegensätze zu anderen Darstellungen des Altertums ist der Bibel der Gedanke der menschheitlichen Entwicklung zum Höheren, zum Sittlichen und darum Göttlichen hin. 1 Und der Wert dieser Gedanken kann nie überwunden I werden. Was die gesetzliche Gestaltung des Gesellschaftslebens in Israel anbelangt, so zeigt Köberle, welche schweren Uebelstände dadurch beseitigt, welche Scheidewände zwischen Mensch und Mensch durch sie gefallen sind; in welcher Weise sich die Propheten zu Sprechern des Elends und der Unterdrückten gemacht haben, wie ganz besonders die Arbeit zu einem gottgebotenen Mittel menschheitlichen Fortschritts wird. ״Der praktische fieissige Sinn'des jüdischen Volkes zeigt sich auch darin, dass von! den hoch angesehenen Rabbinern doch verlangt wird, dass ן sie ein Handwerk treiben sollen.“ — ״Mit Recht ist das Judentum stolz auf sein Sabbatagebot, durch welches der hastende arbeitende Mensch auf seine höhere Bestimmung j hingewiesen wird.“ J Wenn das Ewige und Dauernde in der gesetzlichen | und prophetischen Gesellschaftslehre der Bibel durch die! heutigen Führer zur Anwendung kommen wird, dann wird 1 es auf Erden besser werden. — j■ Diese anspruchslos auftretenden und doch so tiefen Vorträge verdienen die weiteste Verbreitung. Sie dienen j mehr als die weitschichtigsten Werke dazu, biblische Wahrj heiten zu verbreiten und in dem Vorwärtsdrängen der! Jetztzeit den Neuesten die Bibel als kostbares Werkzeug der Entwicklung erscheinen zu lassen. , Religiöse Streitschriften. Aus ״Christentum und Zeitgeist“, Hefte zu ״Glauben und Wissen“. Serie II Heft 1—4 oder Heft 11—14 der ganzen Reihe: 1) Dennert, der Darwinismus und sein Einfluss auf die ' heutige Volksbewegung. 1,20 Mk. 1 2) Nietzsche als Denker, Dichter und Verderber. Adolph Mayer. 1 Mk. 3) F. Strehle, der metaphysische Monismus. 1 Mk.! 4) Moses oder Darwin von Pastor Dennert. 1 Mk. — : Stuttgart 1907. Kielmann. i! Dr. J. Claassen, Professor am physikalischen Staats-!! laboratorium zu Hamburg. Naturwissenschaft und Monismus, j Hamburg 1968. Boysen. Die Reihe dieser Schriften zeigt uns, dass, sowie von der einen Seite man durch die Wissenschaft die alte Burg 11 des Glaubens zu erstürmen bestrebt ist, sich begeisterte und eifrige Kämpfer f ü r dieselbe finden.' Ganz besonders müssen wir die Claassen'sche Schrift als vornehm!und auf wissenschaftlichen Boden stehend hervorheben, dann Strehle’s! Monismus zugleich als gute Einführung in; die bezüglichen Fragen und das Fachschrifttum; unter den anderen, ebenfalls sehr anzuerkennenden Arbeiten, können wir uns mit der Mayer’schen weniger einverstanden erklären, weil sie sich in Wiederholungen bewegt, voraussetzt, was sie beweisen will und der Bedeutung Nietz’sches nicht im Geringsten gerecht wird. Im Ganzen wünschen wir den Schriften viele Leser.' Zeitungsschau. Israelitische Monatsschrift No. 4■ 1908 (Wissenschaftliche Beiläge zur ״Jüdischen Presse“): Das Buch Hiob, Vortrag von Distriktsrabbiner Dr. Stein, Schweinfurt. (In den weiteren Nummern fortgesetzt.) Berlin, Expedition der Jüdischen Presse. Brann’s Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Breslau, Koebner. In den letzten Heften: Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. (Jampel). Allgemeine Zeitung des Judentums. Berlin, Jerusalemer- Strasse 46/49. Nr. 23: Georg Herrmann, Henriette Jakoby. (Besprochen von Professor Ludwig Geiger). Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Frankfurt a. M., Bilbelerstrasse 4/6, Ecke Bleichstrasse. No. 22: Rabbiner Dr. Rosenthal, Berlin: Die Lebensfähigkeit des Judentums und seiner Formen. Vortrag, am 9. April im Zentralverein für die Interessen der Jüdischen Gemeinde gehalten. Im deutschen Reich, Zeitschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Juni 1908: Der Humanist Reuchlin als Verteidiger des jüdischen Schrifttums. Vortrag des Stadtrabbiners Dr. Appel-Karlsruhe, gehalten in der ordentlichen Mitgliederversammlung des Zentralvereins am 25. Februar 1908. Eingegangen: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Mitgliederverzeichnis 1908. Lindenstrasse 1311. Mitgliederverzeicbnls der vereinigten Logen IIOBB. Wilhelmstrasse 118. Bericht der Alliance israclite Universelle für 1907. Oranienburgerstrasse 42/43. Rabbiner Dr. D. Fink: Ueberliefertes und liberales Judentum. Herausgegeben von dem ״Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums in Berlin.“ 1908. Neue Friedrichstrasse 76. ן Dr. J. Wohlgemuth-Berlin: Das Wesen des Judentums. Referat erstattet dem Vereinstage der ״Freien Vereinigung etc.“ am 26. Dezember 1907. Dr. Ismar Freund, die Rechtsstellung der Juden im preussischen Volksschulrecht nebst den bezüglichen Gesetzen, Verordnungen und Entscheidungen. Im Aufträge des Verbandes der deutschen Juden systematisch dargestellt. Berlin 1908. J. Guttentag. Louis Lamm, Berlin C 2, Neue Friedrichstrasse 61/63, Verlag: Kataloge No. 8 und 9, 1907 und 1908. Hebra'ica- JudaTca. Von wichtigen Handschriften und Altdrucken bis zu neuzeitlichen Flug- und Streitschriften, auch Festschriften, Urkunden etc. — von biblischen und talmudischen Schriften alle Gebiete vertreten, ebenso Erb'auungsbücher aller Zeiten. Als sehr reichhaltig zu empfehlen.

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