Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 31 (1908-1909)
- Issue
- No. 1. (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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כ Schon die Septuaginta hat sich gegen (fine derartige Richtung gekehrt. Deut. 26!»■ wird nach Abschluss aller Leistungen vom Ac (ביעור» die Maasserformel befohlen und wörtji angegeben. Da wird das dritte Jahr המעשר genannt; die Septuaginta hat statt dessen (hvtFQor firiSe/.äior timanc ״Den zweiten Zehr t sollst Du dem Leviten und den Notleiden i geben.“ Also der alexandrinische Halakp lehrte אל תיקרי שגת אלא שנית und zog dazu, oder er gliederte den Satz ״wenn Du dritten Jahre mit dem zweiten Zehnt die \ zehnung schliessest, ונתת־ dann gib ihn Leviten etc.“, also denen, die Deut. 14״־ als Empfänger des Armenzehnts genannt s: Dass dies nicht blosse Vermutungen s nd, beweist der Umstand, dass gerade das Uort שנתהמעשר in der Septuaginta zu der Leierlieferung benutzt wird, der Armenzehnt sei im dritten Jahr der zweite Zehnt, also dadurch der Möglichkeit dreier Maasseroth entgegengetreten wird. Auch die Baraitha benutzt das gleiche Wort zu gleichem Zwecke. Rojsch haschana 12 heisst es: המע*מר •מנה שאין בה אלא מעש• ר ראשד; oder מעש,־ אהד. Wenn afich Josua ben Levi der Ueberliefernde ist ist, so spricht er doch eine ältere Deutung aus, die sich auch Sifri II 302 findet; das MS tritt also ker ich ״מנר. TO en en ist דנתו im er-1 dem als nd. zurück, und das Levitenmaasser wird durch אתבל מעשר תבואתך oder nach Akiba durch den ׳ Vergleich mit der Stetigkeit des E r b t h e i fs (נהלה) für die Leviten im dritten Jahre notwendig. Ausserdem bringt gerade Josua ben Levi öfter Deutungen der Septunginta. So zu Genesis 2 ובלצבאס אל תקרי צב אב א לא צביונם, was die 70 mit A'a! naa o x60f.10s aviwv ״und all ihre Herrlichkeit“, also צביונם übersetzen. (Rosch haschana 11b). In unserem ״Ueber den Zusammenhang der Mischna“ haben wir (I. Teil S. 46) den Schlussabschnitt in MS wohl erwähnt, aber nicht in der Absicht, ihn zur Urmischua zu rechnen, wie etwa die Biccurimfeier. Aber, wie die Tora in בי תבא, so stellt auch Jose'phus c.;e Biccurimformel neben das Widduj Maasser; so wird’s in den Mischnas seiner Zeit wohl noch gewesen sein, bis, wie wir sehen werden, andere Bestandteile sich dazwischen drängten und beide Formeln trennten. Immerhin werden wir jetzt (im Gegenteil zu unseren damaligen Auffassungen) den Schlussabschnitt von MS zur Urmischna rechnen, welche zur Zurückdrängung halakhawidriger Schriftdeutungen diente. Ein Vergleich der Maasserformel mit der Biccurimformel in den Pessachhaggadoth wird die Verwandschaft beider Stellen datun. Besprechungen. D. Norbert Peters: Kirche und Bibelles^n oder die grundsätzliche Stellung der katholischen Kirche zum Bibellesen in der Landessprache. (VI und| 58 S.) Schöningh, Paderborn 1908. Besserung nicht nur ki rchlicher Verhältnisse. Die Tat- Sache, dass man biblische Geschichtsbücher stattt der Bibel den Kindern in die Hand gegeben hat, scheint ihm für die Berechtigung des katholischen Kirchengebrauches zu sprechen, dass der Laie picht die ganze Bibel lese. Der rührige Kämpfer für das Bibelwort tritt hier m einem Vortrage dem Vorurteil entgegen, als hätte sich die Kirche jemals grundsätzlich gegen das Bibellesen in der Landessprache ausgesprochen. Es sind nach seiner Dar- Stellung immer ernste Erwägungen kirchlicher und sittlicher Art gewesen, welche eine Einschränkung des Bibellesens für Laien hervorgerufen hätten. Nach der Reformation hätte oft kleinliche Voreingenommenheit gegen alles Protestjantische mitgewirkt. Die Bibel ist dem Katholiken nicht die e nzige Glaubensquelle, da die L'eberlieferung der Kirche massgebend ist. Immerhin zeigt Peters, w׳as eigentlich nie hätte bezweifelt werden dürfen, dass der Wert der Bibel an sich und die Verdienstlichkeit des Lesens in ihr stets ausgesprochen W'orden ist. Dass Leo XIII. und Pius X. inbezug auf die Behandlung dieler Frage w׳esenttich übereinstimmen, dass sie das Lesen besonders des neuen Testaments in der Landesspräche, dass sie Bibelstunden selbst, dass sie Vereine zur Verbreitung des Bibelworts begünstigt haben, hat Norbert Peters in ״Papst Pius X. und. das Bibelstudium“! gleicher Verlag) darzutun sich bemüht. Er tritt für billige Volksausgaben ein und erwartet vom Bibellesen eine durchgreifende Von dem Eingehen auf das Bibelwort und seinen Sinn erwartet Verf. mit neueren Kirchenlehrern eine Verbesserung i des Geschmackes; die neueren Erbauungs- und Predigtbücher 1 leiden an Gedankenarmut und Empfindsamkeit. Also anch י dort die ״Neuesten“! Setzen wir bei uns ausser der Bibel noch Midrasch und Agada hinzu, so dürfte auch eine Gesundung vor sich gehen, die durchaus nicht unentbehrlich ist. Ignatz Bernstein: Jüdische Sprichwörter und Redensarten. 2. verm. Aufl. mit gegenüberstehender Transkription, Index und Glossar. (XV und 658 1 und 84 S.) Lexikonformat. Warschau 1908.; (Kommissionsverlag Kauffmann, Frankfurt a. M.; 10 M.) | Ein stattliches Werk! Durchaus nicht dünn, im Prachtgewande grosser Nachschlagewerke kommt hier eine jüdisch- I deutsche Sprichwörtersammlung, die man sonst in Büchern i bescheideneren Umfangs einherschreiten sah. Ein Beweis, j dass die Jargonforschung sich als Wissenschaft geben kann ן in einer Zeit, der nichts Menschliches fremd ist 1888 und 1889 veröffentlichte Bernstein im Spector’schen ״Hausfreund*