Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 31 (1908-1909)
- Issue
- No. 1. (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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4- — 6 — in Warschau und gleichzeitig in zwei Heften als Sonderabdrücken eine Sammlung, wobei er sich nicht nannte. Sie 1 waren nach den Anfangsworten in fortlaufenden Nummern alphabetisch geordnet. inzwischen hat sich der Stoff mehr als verdoppelt, und trotz dem nimmt Verf. an, dass ihm der weitaus grösste Teil der jüdischen Sprichwörter nicht zugänglich war. Was von Tendlau, Blass, Jlöw vorhanden war, betraf nicht Russland, Polen und Galizien; Verf! hat dort aus dem Volksmunde,; hin und wieder von einem Freunde unterstützt, das Vor^, j liegende gesammelt. Ot—p Um diese Dinge nicht in Vergessenheit sinken zu i lassen, sandte sie Verf. s. Z. zur Mitbenutzung für das grosse i ״Sprichwörter ־ Lexikon“ (5 Bände Leipzig 1867—80), wo Vieles davon erschienen ist. Hier erscheint Bernstein’s'Werk in 2. Auflage. Es ist alphabetisch nach Schlagwörtern (an der Spitze der einzelnen Gruppen fett gedruckt) geordnet, auch jede Gruppe zeigt in sich die gleiche Ordnung. Und zwar ist das Schlagwort das, worauf der Nachdruck im Sprichwort zu ruhen scheint. Auf verwandte Schlag- und Sprichwörter wird verwiesen. Um aber den anderen Begriffen auch zu ihrem Rechte zu verhellen, ist ein alphabetisches Verzeichnis derselben hinten ang'ehängt, mit dem Hinweis auf die Fundorte, und ein zweites zur Erklärung schwer verständlicher Wörter. Aus all’ den Mundarten der östlichen Juden hat Bernstein die podolisch-wolhynische gewählt, und die hebräische Schrift lässt den Unterschied der Mundarten weniger hervortreten. Die Umschreibung auf der linken Seite soll die Sammlung auch dem Germanisten zugänglich machen; dabei hat Verf. sich an die richtigere Aussprache gehalten, die der Schriftkundige des Ostens beim Beten oder Thoralesen anwendet. Diese und andere Grundsätze erleichtern den Gebrauch des Buches wesentlich. Ausser dem Sprachforscher wird auch der Völkerkundige hier seine Rechnung finden. Eine grosse Anzahl Sprichwörter werden sich ihm als wandernde darstellen, und er wird sich nur fragen müssen, welche Bestandteile der Jude denn mit Vorliebe entlehnt haben möge? Das Neue, was ,wir finden, lässt uns tiefe Blicke in Verhältnisse, Denk- und Lebensweise unserer östlichen Brüder tun, die sich hier so absichtslos selbst schildern. Hin und wieder hätte Verf. die ״verdorbene“ Volksspräche der ״richtigeren“ gegenüber anwenden müssen. Z. B. ״Uwinu melech dus Harz is mir frejlich,“ wobei um den Reim mitzuempfinden, man statt melech meilich lesen muss. Bei Ejn chochmu w’ejn t’wünu K’neged Frau Fortüne würde der Hinweis auf die Talmudstelle Ber-achot 21b die Spitze weit mehr empfinden lassen. In A chiluf is a chalof wird wohl weniger an Tauschgeschäfte, als an die Zweischneidigkeit der Wechsel gedacht Die Z’enu urenu (S. 127) wird mit dickem Gebetbuch (dabei müsste Korban mincho stehen) nicht scharf genug bezeichnet. Z'enu Urenuleserinnen sind eine Gruppe gelehrterer Frauen für sich. Was sind aber kleine Ausstellungen dieser Art dem grossen Werke gegenüber, das hier vor uns liegt? Möge die Lesewelt dem Verfasser empfänglich entgegenkommen und ihm bald eine neue Auflage ermöglichen. Auch äusserlich ist das Buch eine Zierde jedes Putztisches undi jedes Bücherschrankes. ׳ J Bücherschau. Delitzsch, Friedrich: Zur Weiterbildung der Religion. Stuttgart, deutsche Verlägsanstalt (71 S. 1,50 Mk). Eduard König: Talmud und neues Testament. (Aus: Bibi. Zeit- und Streitfragen, IH. Serie. Runge, Gross-Lichterfelde). (56 S. 60 Pf.) Die astralmyzthologische Weltanschauung und das alte; Testament. Fr. Wölke (Ebende, 52. S. 50 Pf.)! W. Staerk: das assyrische Weltreich im Urteil der i 1 P.opheten (VI und 240 S.) - Vandenhoek und Rupprecht,! Göttingen. 8 Mk. Rudolph Kittel: Studisn zur hebr. Archäologie und 1 Religionsgeschichte,—4 Abhandlungen mit 44 Abbildungen. Minrichs, Leipzig XII und 242 S. 6.50 Mk. Johannes Hermann: Ezekielstudien. (11V und 148 S.) Ebdn. 4 Mk.! Theologischer Jahresbericht, Leipzig, Heinsius. Zapletal: Das Hohelied Freiburg, Schweiz, L'niv.- Buchh. (IX und 152 S. 4 Mk.) Kräutlein: Die sprachlichen Verschiedenheiten in den He.xateuchquellen. (67 S.) Leipzig, Hinrichs. 1,50 Mk. Adolph Kohut: David Friedrich Strauss als Denker und Erzieher. 1