Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 10. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 123 — Der besi Wir sehen hier, daß der Talmud geringes Verständnis für jüdischen Lehri ו voraussetzt. Die spätere Sage geht Aurel, unseren Antoninus, zum Jude(! Sage steckt ein teilweise historischer schiedenen Seiten. Zunächst hatte marli den ״ יראי •סמיםden frommen Heiden“ und Gerechtigkeit waren bekannt, die Nachricht wird von Dio Cassius spät in die Nacht hinein sich mit der sein tugendhafter Wandel spricht aus betrachtungen“, von denen ein römisch hat: ״Meine Seele errötet tiefer als hohen Tugend dieses Heiden.“ Diese konnte auf die jüdische Welt nicht ohn spätere Sage konnte sich das nur erklä! einen dem Judentum Zugehörigen betrp tatsächlich ein Kaiser Antoninus näm Priester des Sonnengottes Baal in Eme|s fast unglaublichen Wahnsinn, vermöge Juden, Christen und Samaritaner, seine in Rom einführen wollte, sich besclji Genusses von Schweinefleisch hat er Sage hat das alles zusammengeworfen Mark Aurel, übertragen. Diese Zusam weiter, indem man Rabbis Beschneidurj: möglich war, mit der angeblichen des in Zusammenhang brachte und Rabbi(; des Antoninus stempelte. roch II. Gespräche politischen Inhalts Wir haben zuerst den Philosophen bei dem Kaiser ein nicht halt und jüdische Gebräuche weiter. Sie läßt Mark tum übertreten. In dieser rn und zwar nach zwei verallen Grund, Antoninus zu zu zählen. Seine Tugend Talmud berichtet — und tätigt — daß Antoninus bis Gerechtigkeitspflege befaßte; jedem Satze seiner ״Selbstcatholischer Kardinal gesagt ptein Purpur angesichts der Gerechtigkeit und Tugend Eindruck bleiben, und die ren, daß sie Antoninus als chtete. Nun hat aber auch Heliogabalus—, der ein a in Syrien war, in einem dessen er die Religion der ת Sonnengott untergeordnet, neiden lassen. Auch des iich enthalten. Die spätere jnd auf einen Antoninus, auf inenwerfung ging dann noch g, die nur mit Lebensgefahr Antoninus, seines Freundes, Mutter auch zur Amme lieh zum Worte kommen lassen; möge nunmehr der Staatsmann Antoninus reden! Antoninus fragte, so erzählt der Talmud, unseren Rabbi, ob in Aegypten, wohin er zu ziehen gedenke, wohl ein König gegen ihn auftreten und ihn besiegen würde. Rabbi weiß ihm eine )estimmte Antwort nicht zu geben, glaubt aber, daß ein Aegypten nicht günstiger Vers des Propheten Ezechiel recht ermutigend für den kaiserlichen Freund laute. Mit Aegypten bringt auch eine ander« Agada einen Antoninus in Verbindung, indem gesagt wird, daß von drei durch Joseph in Aegypten verborgenen Schätzen einer vo ו Antoninus gehoben worden sei. Diese Sage kann dadurch entstand;n sein, daß zu Mark Aurels Zeiten die Staatskassen einmal so gele;rt waren, daß der Kaiser die Schätze des Palastes, die Schmucksachen und seidenen Gewänder öffentlich in Rom versteigern ließ. Die bessere Lagerung der Finanzen in späterer Zeit hat dann diese Sage geschaffen. In Aegypten selber war einmal ein Abenteurer Isidorus, das andere Mal ein General des Kaisers, Aridius Zassius, gegen Mark Aurel aufgestanden. Vor einem dieser beiden scheint sich der Kaiser gefürchtet zu haben; daher seine Frage ari Rabbi.