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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 9. (1907) · p. Seite 119

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 9. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 119 (sequence 15)
Language
German
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119 — brauchen erinnert die Benennung ן der Grabstätte beth olam an die bei , uns für den Friedhof übliche. Der ״Hundepreis“ des Deut, erklärt sich ganz dem biblischen Zusammenhänge gemäß als ein ״Lustknabenlohn“, Kelabim - Lustknaben. Mit diesen dem reichen Inhalte entnommenen Zügen wollten wir nur weiteren Kreisen zeigen, wieviel Anregendes auch ihnen vorliegende Sprachlehre bietet. Dankenswert ist, wie schon gesagt, die nach Erledigung des Sprachlichen folgende Inschriftenkunde, deren Einleitung auch dem Nichtfachmann den Weg zu den verborgenen Schätzen dieser Wissenschaft zeigt. Den ״all zu skrupulösen Wissensc'iaftlern“ gegenüber hält Vf. die reichliehe Verwendung phönizischer Druckbuchstaben mit Betonungsumschriften für nötig. Und da Auge und Ohr sich so an das Fremdartige gewöhnt und dieses Vorgehen schnelle u. gute Früchte trägt — wer will es Dr. Lach verdenken, wenn er gerade Dr. Rosenberg als den geeigneten Lehrer ansieht und an der Spitze einer Abordnung den Verleger um die Aufnahme des Phönizischen etc. in den Plan seiner Veröffentlichungen bittet? Jedoch in der Einj ieitung fiel uns auf, daß Vf. den Bernj stein (trotzdem er S. 18 den Baltischen ■ Meerbusen erwähnt) S. 20 von der; Nardsee holen läßt und dabei unsere j Ostsee ganz unerwähnt läßt. S. 40 ff.! wird der Lautwandel behandelt. Wir j lernen Namen wie Dan, Hasdrubal, j Adherbal verstehen, wir begreifen es,! daß im Phön. die Lesestützen des j Hebräischen fehlen, wir begreifen,! daß Hauchlaute verschwinden, daß! Laute einander ablösen — nur! möchten wir in diesen Dingen : nicht Unregelmäßigkeiten und Schreib-! fehler, sondern berechtigte Eigentümlichkeiten der Sprachentwicklung sehen, ' die uns gerade durch solche Sonder- I formen klar wird. Bezüglich der be-! kannten Eschmuneserinschrift (Schriftj tafel II) (Vf. bietet eine reichhaltige j Sammlung von Inschriften und einige Lesetafeln mit Umschrift und Ueber- Setzung) vermisse ich in dem Büchernachweis S. II 4 ff eine Arbeit Derenbourgs, der ich die Kenntnis dieser Inschrift zu verdanken hatte, die mir aber' verloren gegangen ist. Sie war französisch abgefaßt; ich konnte nachher mich nicht mehr auf den Titel besinnen; sie muß nach meiner Erinnerung eine der besten Vorarbeiten zum Verständnis des Eschmunesersteins muß habe gewesen sein. Das punische Stück, das Hanno in Plautus’ Poenulus spricht, und das Rosenberg nach dem Cod. ß biet et, habe ich trotz der Schröter’schen Behandlung im alten Botheschen Plautus (Halberstadt, Vogler, 1821) nach den berühmten Bellermannschen Prograrimen weit einfacher Und besser behandelt gesehen. (S. Vaters Lit. der Gramme: 2. Aug. (Jülg) Berlin 1847 (Nieplai S. 283 ff. unten.) etwas bemängeln, ich mich soeben Wer bespricht, Dieser Pflicht entledigt. Erleichterten Herzens zur Hauptsache zurickkehrend, können wir jedem, der das Phönizische schnell kennen lernen will, Rosenbergs Buch nur dringend empfehlen. Es langweilt nicht, ist rotzdem gründlich,, beseitigt alles Unnjtige und enthält alles Wesentliche. Ich vürde schon gern die weiteren in der Vorrede angekündigten Bände von seiner Hand bearbeitet vor mir sehen. Ju! Er Besprechungen. 4&11S. Eine ungekannte Welt. zählungen aus dem jüdischen Familienleben. 5188. Sänger & F ־iedberg, Frankfurt a. M. 1907. Wer ist wohl Judäus? Weshalb versteckt sich der Verfasser, der durch die Aneinanderreihung der Eindriic;0 so zu spannen versteht und durch dessen Arbeit alles zugleich vertieft wird? Die Grundlagen seiner Erzä dingen sind keineswegs verbraucht oder abgeblaßt — er ist 1m Aufgreifen des Wunderbaren und Geheimnisvollen durchaus nicht ängstlich, so daß man diese mannigfaltige Reihe von Erzählt ngen wohl ein neuzeitliches Maassebuch in edelstem Sinne nennen kann Man ist bei Judäus nicht gezwungen, lauter Sterbeauftritte mitzumachen — er liebt sogar den freudigen Abschluss und würde uns als seine Leser lieber zur abschließenden Hochzeitsfeier, als zum düsteren Ibsenschen Heldinabgang führen. Und warum nicht? All’s well that ends well. Dabei ist Vf. aber kein harmloses Kind früherer Biedermeierdichtung — vielmehr mischt er sehr besonnen die (eschichtlichen Farben, und jedes Zeita ter zeigt sein eigenes Gesicht bei if m Bemängeln muß ich nur, daß er^ vor etwa 80 Jahren schon Skat spfelen läßtl Daß bei ihm einigemal Hewel Hawolim statt Hawel Hawolim gesag; wird. Aber darum braucht er

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