Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 9. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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113 Volke beschlossene Isolierung Richterzeit aufgehoben wurde. 3. ״Rabba b. b. Chana sagte ist der Tag, an dem festgestellt w in der Wüste Verurteilten keiner (wohl in einer Borajtha) verlautet, daß Gott, solange die Ver urteilten nicht ausstarben, keine Unterredung mit Moses pflegte, denn es heißt, (Deut. 2,״ f.): Erst jetzt, da alle Wehrfähigen im Namen R. Jochanans: Es urde, daß von den zum Tode mehr am Leben sei, wie es *estorben waren, redete Gott wie der (elai) zu mir.“ )ieser Grund R. Jochanans geht auf die Annahme zurück, daß das über die Wüstenwanderer verhäng te Todesurteil besonders an jedem 9. Ab, dem Jahrestage der Klage über den Bericht der Kundschafter zur Vollstreckung gelang :e, daß man sich aber am 15. keiner der Verurteilten noch ins verheißene Land ziehen Ab des 40. Jahres versicherte, es sei am Leben und daher alle Lebenden dürfen. Es gab somit nach R. Jochanajn eine dreifache Veranlassung zur Einsetzung des 15. Ab zum Festtage: Das Aussterben des alten, mit Fluch beladenen Geschlechtes, das Bewußtsein, daß neue Geschlecht dürfe ins gelobte Land ziehen und Verkehr Gottes mit Moses. Dergestalt führt R. Jochanan die Freudentage auf Moses selbst zurück. Behauptung mit der heiligen Schrift, Unterbrechung des Verkehres Gottes Gegenteil von zahlreichen Ansprache^ Zeit berichtet, zu beseitigen, wird kommentar und Anderen gezeigt, daß Benjamins erst in der letzten der wieder aufgenommene Festsetzung des 15. Ab zum Um den Widerspruch dieser welche offiziell von einer mit Moses nichts sagt, im Gottes aus dieser langen von Raschi, seinem Superkeiner dieser Anreden eine auszeichnende Form, wie dies hier dlas Wort ״zu mir“ bedeutet, eigen ist7). Was an R. Jochanans Grund aufft llen kann, ist die Hypothese, daß am 15. Ab alle am Leben blieben. Ein flüchtiger Blick auf die Erklärer unserer Talmudstelle belehrt jedoch, daß R. Jochanan damit nicht vereinzelt dasteht. R. Chananel zitiert einen Jerusahalmi mit R. Abon als Gewährsmann, die Tossaphot berufen sich auf Threni rabba, Maimonides in gewohnter Weise ohne Quellenangabe, vor allem bezieht sich Raschi auf eine Borajtha. Alle diese erzählen den Sachverhalt mit mehr oder minder Ausführlichkeit folgendermaßen. Während der ganzen 40 (bezw. 38) Jahre der Wanderung starben sie am meisten in der Nacht zum 9. Ab, so daß am 8. Ah ein Herold ausrief, jeder solle sich außerhalb des Lagers ein Grab bereiten und darin die Nacht zubringen. Des Morgens ging der Herold hinaus und forderte die Lebenden auf, sich von den Toten zu trennen. Im letzten Jahre jedoch standen alle wieder auf. Nun glaubten sie, daß sie sich im Tage geirrt hätten und wiederholten dasselbe bis zum Abend des 15. Ab. Als sie aber der Vollmond von der richtigen Datierung überzeugte, wußten sie, daß das Verhängnis gewichen sei und setzten den 15. Ab zum Jomtob ein. E: ist daher außer Zweifel, daß dem an die mosaische Zeit anknüpfenden Grunde R. Jochanans die meisten Sympathien entgegengebracht wurden. 7) cf. Raschi und Sifse chachamim zu D*ut. 2,16 f.