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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 7. (1907) · p. Seite 84

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 7. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
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— 84 mutung behandelt? In allen Fällen wird ohnedies die Entscheidung nicht getroffen werden können. Unsere Leser werden uns dankbar sein, daß wir auch diese Seite der Jeremiaforschung ihnen nicht vorenthalten. Von der Metrik hängt heute vielfach der Bestand des Textes ab. Sievers will durch Mannigfaltigkeit des Metrums soviel wie möglich vom Texte retten — es entstehen verrenkte Glieder vor unseren Augen, und in Regellosigkeit, Willkür und Gezwungenheit muß sich die hebräische Dichtung bewegen. Duhm gibt eines guten Verses wegen so und so viele Kapitel preis. Glesebrecht und Cornill als tiefe Jeremiakenner und bewährte vorsichtige Textforscher zeigen uns trotz ihrer Verschiedenheiten, daß Duhm, wie Sievers abgelehnt werden müssen, und das sind I schon nicht geringe Ergebnisse. In Zu- I kunft wird es sich, wenn die Metrik noch länger herrschend bleibt, so gestalten, das man den Jeremia von Fall zu Fall nach CorniH’s oder Giesebrecht’s Grundsätzen wird untersuchen müssen. Die metrische Weitherzigkeit Sievers ersetzt uns Cornill sehr gut, und der Forderung Duhm’s nach Strenge kommt Giesebrecht besser entgegen. Die Kinahfrage kommt notwendigenfalls bei Cornill und Giesebrecht ja ebenso zur Geltung, wie bei Duhm. . (Fortsetzung folgt.) Lic theol. Paul Fiebig: Ausgewählte Mischnatraktate in deutsch Ueberseizung 1) Joma 1905, VII und 34 S., 1 Mk.; 2) Pirque aboth VII und 43, 1,20 Mk., 1906; 3) Berachoth VII und 43, 1,20 Mk., 1906, Mohr, Tübingen. Daß ich neuauftauchenden talmudischen Arbeiten besonders gespannt entgegenblicke, daß ich sie zu meinen Arbeiten oder diese zu jenen in Be- Ziehung bringe, wird Niemand dem einsamen Arbeiter verdenken, den nur Erörterung beleben kann. Fiebig bringt uns hier die Ueber- Setzungen dreier Mischnatraktate nebst Vorreden, die Einleitungen genannt werden, und sehr kurzen, doch anspruchsvollen Nachworten, mit kurzen Anmerkungen, die sich auf einige Lesarten, auf einige Mischnastellen selbst, auf Vergleiche mit dem neuen Testament beziehen. Das hebräische ist nicht dabei, und so wird man doch jedenfalls auf Strack zurückgehen. Gestatte man mirdenBlick auf Berakhoth insbesondere, weil ich in meiner ״Mischna; Aufbau und Quellenscheidung“ (Straßburg,Trübner) in Seraim den Traktat auch behandelt habe. Fiebig hat durch Ueberschriften an geeigneter Stelle den Traktat nach seinen Hauptgegenständen abgeteilt, seine ungefahren Umrisse angegeben — aber welche Fülle unverarbeiteter Einzelheiten bleibt da übrig! Ohne Kenntnis der Mischnaentwicklung kämmt alles Derartige auf Rechnung dessen, ״daß systematische Disposition nicht Sache dieser Juden ist. Sie disponieren nach Ideenassoziation“, wie Fiebig herablassend sagt. Und doch habe ich schon 1890 in ״lieber den Zusammenhang der Mischna“ (Straßburg, Trübner) I Th. S. 58 ff. ״die Schriftordnung — ältester Mischnazusammenhang“, S. 79 ״den Mischnazusammenhang—auf’s Gedachtnis berechnet“ nachgewiesen und gezeigt, wie späterhin die sachliche Ordnung immer größere Teile sichtete, aber vor der alten Gestaltung doch vielfach notwendig Halt machen mußte. In unserer ״Mischna,Aufbau und Quellenscheidung“ (gleicher Verlag) sind für Berakhoth die Einzelschichten genau nachgewiesen. S. 7 wird vom Verfasser angegeben, solche Einschiebsel hätten ursprünglich anderen Zusammenhängen angehört (Matth. 12» ist kein glücklich gewähltes Beispiel dafür, da hier sachlicher Zusammenhang herrscht), so konnte er in ״die Mischna etc.“ S. 13—14 finden, daß hier sich die Nassimischna (N) in das Ganze schiebt, deren Spuren ich vielfach nachgewiesen habe. Bei Betrachtung von Kap. VIII mußten Fiebig die dem Gegenstände z. T. fremden Festessatzungen auffallen, wofür ich S. 3, 4 und 8 auf eine alte Verbindung zwischen Berakhoth und dem Moedseder hinweise. 86 b ist beiläufig gesagt keine Abschweifung, sondern eine Ausgestaltung von 8«a; siehe bei mir S. 11. S. 19 erkennt Fiebig die Ueberleitung von 7 In 8; er hätte bei mir S. 9 und S. 16 das Gleiche und noch Anderes gefunden. S. 23 sieht F. eine Stelle aus der Tempelzeit, in den Zusammenhang hineingeklemmt; bei mir S. 16 steht, daß hier das Schlußwort der Quelle Juda sich findet. Bez.desZusammenhangs hätte Fiebig in meiner angegebenen Schrift Manches finden können. Nun, was die Lesarten anlangt I

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