Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 7. (1907) · p. Seite 85

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 7. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 85 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6492408-6582210-8771046--3590-4858677
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

— ,85 — S. 2 heißt es: ״Und das Essen der Pessachlämmer“ — darauf unten Fiebig: ״So bei Lowe!“ (Cambridge 1883). Bei mir konnte er S..4 die Jeruschalnuquelle für diese Lesart finden, ebenso den Hinweis auf Ber. 9 und in den Bernerkungen die weiteren durch den Talmud •führenden Spuren, die da zeigen, daß wir im Babli die Mischna Akiba’s, im Jeruschalmi die R. Eleasar ben Asarja’s vor uns haben! Die meisten von ihm angegebeuen Lowe-Lesarten deuten darauf hin, daß wir bei Lowe eine vielleicht sehr junge Mischnaabschrift aus der Jeruschalmigemara haben, da gerade darin die beiden Mischnafassungen sich im Babli und Jer. von einander unterscheiden. Das besagt ja der Titel, den Fiebig selbst anführt: Lowe, thd mishna on which the palestinian Talmud rests. Nur hat er die Tragweite dieses Um- Standes nicht erkannt und mit keinem Worte darauf hingewiesen. Auf die meisten Unterschiede weisen schon die alten Migchnadrucke hin. (Schluß folgt.) Julius Rodenberg. Aus der Kindheit Erinnerungsbtätter. 157 Seiten. Gebrüder Paetel, Berlin. Ein kleines Landstädtchen mit nur zwei Straßen — ein Haus der Großeitern, eins der Eltern, zwischen ihnen das befreundete Nachbarhaus — die Synagoge mit dem Schuppen der Leichensteine geradeüber — die kieine geheimnisvolle Kammer, die einst Gotteshaus gewesen, ,mit ihrer alten Hagada — die Gärten hinter den Häusern, in der Ferne der Rodenberg, der sich am Versöhnungstage im runden Synagogenfenster dem ׳Knaben abzeichnet,auf ihm der pflügende Bauer - welch scheinbar enger Schauplatz und doch welche Welt in ihrer Unendlichkeit zieht da nicht an uns vorüber! Und dabei eine Fülle von Beziehungen, ein Reichtum an Gestalten, die mit wenigen Strichen uns greifbar entgegentreten. Wer das ehemalige Kurhessen kennt, der wird die Wahrheit dieser Schilderungen noch mehr empfinden, ohne sich sagen zu können, durch welche Kunstmittel Rodenberg dies Wunder fertig bringt. Es ist wohl gar kein Kunstmittel, es ist das dem Hessen eigentümliche Heimatsgefühl, das sich nirgends verleugnet und in vorliegendem Buche am wenigsten. Und aus dieser glücklichen Enge des Kinderlebens führt es den Dichter mn Bu! und zun, eigq dur! wo Frei! verc i eng: stin berg abe die malfe bor 1 schic! Auf r Götr׳ Hef: lieh Dr. Mü1)< Uni SchW II Pfirg 3 Tk nim gang׳ der verl) 2. Ber! Ver :i imnter weiter hinaus in die Ferne und immer wieder zurück in das Kinderland. Das Elternhaus, fest seine jüdischen Ueterlieferungen bewahrend und dabei frei von jeder Engherzigkeit, mitten nntcr der Bürgerschaft lebend und von derselben geachtet — die bessere Ge- Seilschaft des Ortes verkehrt dort im Haise; die Blicke der Kinder sind nach Har nover gerichtet, wohin die verwandtschaftlichen Beziehungen des Hai ses gehen. In diesem Hause wohnt die \chtung vor der Vergangenheit, das Streben nach innerer, nicht gleißender Bildung. Und wie die Mutter in ihrer Eigenart Beziehungen anzuknüpfen und festsuhalten weiß, so verliert auch der So in weder seine Ziele aus dem Auge, noch geht ihm eine seiner Er- 11 :rungen verloren. Ich habe das 41 einigemale durchlesen müssen werde weiter dazu zurückkehren, al ein Teil jener Eindrücke meiner nen Vergangenheit gemäß in mir :h diese Schilderungen verlebendigt r|den ist und werden wird. Der nd Hermann Grimm’sundDeutsch’s ent den Dank vor Allem seiner ren Landleute, die begeisterte Zumung jüdischer Leser, die in Rodenden Juden erkennen, besonders aller derjenigen, die in dieser tieffiterischen und innerlichen Klein- 1 :rei das Seelische und demnach Tiei ergreifende zu empfinden wissen. Nachrichten. Bei Ferdinand Schöningh in Paderbeginnen die ״Studien zur Gehte und Kultur des Altertums•‘ im Aufträge und mit Unterstützung der esgesellschaft zu erscheinen; 4—6 e von 4—8 Bogen Lex. Oktav jähr- oder Doppelhefte. Redaktion: E. Drerup, Universitätsprofessor in chen, Dr. H. Grimme u. J. P. Kirsch ׳ersitätsprofessor zu Freiburg in der eiz. Erschienen ist bereits Iffeft 1 (1907)Grimme, das israelitische stfest und der Plejadenkult; 132 S. fein. 3.60 Mk. Bestellungen übernt jede Buchhandlung. — Einge- ,en: Verhandlungen und Beschlüsse Generalversammlung des Rabbinerandes in Deutschland zu Berlin den׳ und 3. Januar 1907. Poppelauer, in. — Jahresbericht 1906/07 des ns Israelitisches Altersheim in Westfaleji. Erstattet vom Gesamtvorstande. 190".־ Vorsitzender: Dr. Kempenich, Donmund.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.