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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 7. (1907) · p. Seite 82

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 7. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 82 (sequence 10)
Language
German
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— 82 — silbernen Schalen,“ so können wir ohne jede Uebertreibung kurz das bezeichnen, was uns Professor Wünsche in seinem großangelegten.herrlichen Buche bietet. In 14 Kapiteln behandelt der Verfasser seinen Gegenstand von den verschiedensten Gesichtspunkten aus, immer aber mit gleicher Sachkenntnis und Begeisterung, die sich dem Leser unbedingt mitteilen muß, mit derselben Lebendigkeit und Klarheit Seiner den Gedanken treffenden, edlen ünd klaren Sprache. Man vergleiche nur das zweite Kapitel: Die Schönheit in der alttestamentlichen Geschichtsdarstellung. Was lauscht er den Patriarchengestalten nicht alles ab und wie trägt er es vorl Es sind wohl nicht immer neue Gesichtspunkte; vieles ist von anderer Seite wohl schon gemerkt und hervorgehoben worden: neu aber bleibt das Werk doch durch die Menge und Anordnung des Gebotenen. Wer die Psalmen recht verstehen lernen will, er lese hier das 13. Kapitel, ihre klare Disposition und ihre zahlreichen wohlgelungenen Lieber- Setzungen, die sich dem Original recht schön anpassen, ohne der deutschen Sprache Gewalt anzutun, werden so manchem erst das Verständnis für diese Perlen der Weltliteratur zu erschließen vermögen. Hervorgehoben zu werden verdienen auch die zahlreichen Bemerkungen, die den Einfluß und die Einwirkungnn der Bibel auf die hervorragendsten Tondichter hervorheben und insbesondere auch das Schlußkapitel, welches das ״Alte Testament in der bildenden Kunst“ behandelt. Freilich lehnen wir den bibelkritischen Standpunkt, wie ihn der gelehrte Verfasser einnimmt, ab, ebenso bedauern wir die vielen Hinweise auf die assyrisch-baby- Ionische Literatur, die uns den Einfluß der Bibel-Babel-Literatur verraten. Aber trotzdem bleibt Wünsche noch Vorurteilsfrei genug, um sich gegen die Methode zu wenden, welche von geringen Liebereinstimmungen in Aeußerlichkeiten der Psalmen und babylonischen Bußpsalmen auf eine innere Abhängigkeit jener von diesen schließen oder doch beide gleich bewerten will. Da weist er klar und deutlich ihre gewaltigen Unterschiede auf, daß jeder mit dem Autor ausrufen muß: ״Heil dem Sänger dieser Psalmen.“ Auf kleine Irrtümer, die den Wert des Ganzen nicht beeinträchtigen können und sollen, sei gestattet hier zu verweisen, ln der Parabel, mit der der Prophet Nathan Davids Verhalten gegen Uria geißelt, spricht David: ״Der Mann, der solches getan hat, ist des Todes schuldig, und das Lamm muß vierfältig bezahlt werden.“ Hier merkt Wünsche (S. 81) an: ״Muß sicher heißen siebenfähig.“ Diese Verbesserung ist falsch. David spielt auf das Gesetz 2. B. M.! 21,37 an. Ebenso müssen wir die Verbesserung von כס in 2 נם. B. M. 17,1c als unbegründet bezeichnen (selbst von dem Standpunkte des Verfassers). In der Stelle ״soll ich meinen Most lassen, der Gott und Menschen fröhlich macht?•‘ ist nicht ״an die in den Keilinschriften erwähnten Göttermahlzeiten zu denken“, sondern an die Verwendung des Weins beim Opferdienst Auch den Standpunkt, den er im Unsterbiichkeitsglauben der hl. Schrift einnimmt, teilen wir keineswegs. Da folgen wir den Rabbinen und den alten Kommentaren, die diesen klar und nachdrucksvoll aus dem Wortlaut der Bibel herleiten. Diese Ausstellungen sind nicht einmal ein geringer Schatten im Verhältnis zu dem vielen Lichte', das dieses Buch nach vielen Richtungen hin verbreitet. Wir haben den aufrichtigen Wunsch, daß ״die Schönheit desalten Testaments“ recht viele Leser finde; diesem Werke muß es gelingen, ״die Gebildeten unter den Gegnern“ der Bibel dieser zurückzugewinnen. Rabb. Dr. M. Lewin, Wreschen. Jeremiaerklärer. 1) D. Carl Heinrich Comill, Das Buch Jeremia. LII und 53ö S. Leipzig. Tauchnitz. 11 Mk. 2) Friedrich G-lesebrecht, Das Buch Jeremia. Uebersetzt und erklärt. 2 völlig umgearbeitete Aufläge. Göttingen, Vandenhoek und Ruprecht 1907 XLI und 250 S. (Handkommentar zum a. T., herausgegeben, von W. [Nowack. Zum gleichen Sammelwerk gehört und itn gleichen Verlag ist erschienen Löhr, Klagelieder, s. 4. Nummer.) 7 Mk., wozu auch die Klagelieder bezogen werden können. Gebunden Beides 8 Mk , Htblbd 9 Mk. 3) D Bernhard Duhm, Das Buch Jeremia (Im kurzen Handkommentar zum alten Testament, berausgegeben von Carl Marti.)

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