Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 7. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 77 — Tag Freizügigkeit des Volkes wichtige Interpn! gerade am 15. Ab statt, weshalb der damals und wohl auch später freudig berichtet Samuel nicht, in welchem Zeitrpi wurde und woher er entnommen habe, Tage vor sich ging. Indessen scheint sein, denn es kann leicht festgestellt we benjaminischen Bürgerkriege, vielleicht Josuas war. Nach Josuas Tode schwurt an benjaminische Männer nicht zu verhei jenes Verbot noch in seiner Strenge best, neuerdings hätten beschwören müssen, anlangt, so mag es Samuel durch Ueberlief! wissen Ueberresten des einstigen Volksf׳ gewesen sein dürften, erschlossen haber tation fand nun nach Samuel von allen Stämmen begangen wurde. Leider ume das Verbot aufgehoben daß die Auslegung an diesem ersteres nicht notwendig zu r|den, daß dies lange vor dem noch unter der Regierung n die Stämme, ihre Töchter raten, während sie, würde anden haben, es nicht noch Was den 15. Ab hingegen erung gehabt oder aus geestes, die allerdings gering (Fortsetzung folgt.) 6alacl>i$cbe$ im neuen Cestament. ln hagadischer Beziehung hat man c ie neutestamentlicKen Bücher vielfach in ihrem Verhältnis zum rabbinischen Schrifttum untersucht. Dagegen ist mir kaum etwas von Versuchen bekannt*) (abgesehen bez. der Abendmahlserzählung) im neuen Testament Spuren halachischer Kenntnisse zu entdecken. Und zwar die Kenntnis solcher Satzungen, die den schwierigeren Halachagebieten angehören und nicht auf der Oberfläche zu entdecken sind. Läßt sich daron im N T eine Spur finden? Haben sich die darin auftretenden Geschlechter (gleichv el, ob in frenndlichem, ob in feindlichem Sinne), wenn auch nur in einigen ihrer Vertreter, eingehend mit solchen Fragen beschäftigt oder sind die Beziehungen zwischen beiden Schrifttümern mit der erbaulichen Seite erledigt? Die Frage hat noch eine Seite: Während man früher geneigt war, das neue Testament aus dem alten und dann aus dem rabbinischen Schrifttum herzuleiten, will man heute alle möglichen Einfiüsse auf das junge Christentum zugeben nur die jüdischen sucht man auf das Mindestmaß zu beschränken. Zeigen sich aber ernsthalachische Beziehungen, die nur aus dem jüdischen Schrifttum zu schöpfen waren, so läßt sich ajch iür die agadischen Bestandteile die Entlehnnng aus dem rabbinischen Schrifttum festhalten. Man sucht nämlich neuerdings das Verhältnis umzukehren **) und den Talmudlehrern die Rolle der Entlehnenden zuzuweisen. Finden sich nun Stellen, die sicher aas dem jüdischen Schrifttum stammen, und zwar schon deshclb sich sr, weil das N T gar nicht Anspruch darauf macht, dafür die Quelle zu sein, so ersehen wir, nach welcher Seite sich das Auge jener Geschlechter unwillkürlich gewandt hat. Und wäre es die Absicht, die ganze gesetzliche Auftassung zu bekämpfen, so zeigt sich inmerhin darin mit Klarheit, daß das Bekämpfte der Ursprung des Bekämpfenden gewesen ist. *) Erich Bischoff’s ״Jesus und die Rabbinen“ (Leipzig, Hinrichs) enthält An- Sätze dazu. **) S. die gleiche Schrift.