Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 7. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6492408-6582210-8771046--3580-4858667- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
— 75 Der 1$. Ab als ehemaliger Uolksfestlag.*) Craditioiisflesdjidjtlid) darflestellt uon Dr. R. Jaerber in lüitkouritz (fRäbren.) Die Schicksalsidee der antiken W!;lt kommt im talmudischen Schrifttum insofern zum Ausdruck, als de r 17. Tamuz und der 9. Ab, sowie die Zwischenzeit als ausgesprochene Unglückstage gelten. So wird schon in der Mischna1) aufgezählt: ״fünf Ünglücksiälle trafen unsere Väter am 17. Tamuz. Moses zerbrach die ersten Tafeln, das tägliche Opfer mußte eingestellt werden, Jerusalems Mauern wurden durchbrochen, Apostomos verbrannte die Thora und stellte ein Götzenbild im Innern des Tempels auf. Von ebensovielen Schicksalsschlägen wurden sie am 9. Ab heimgesucht. Das Betreten des heiligen Bodens wurde untersagt, stört, Betar wurde erobert und über geführt.“ Die Ansicht von der schlechte n Vorbedeutung dieser Tage hat sich so hartnäckig behauptet, daß selbst der Schulchan Aruch die talmudische Regel2) enthält: Wenn man einen Prozeß zu führen hat, iolle man diesen über den Unglücksmonat hinausschieben. Indessen ist hier der jüdische Volksgeist nicht stehen geblieben. Denn dem 9. Ab wurde der 15. desse gesetzter Eigenschaft gegenübergesteift, so ist dieser von guter Vorbedeutung. Tischahbeab bis Moses zurück, indem if en Monats mit entgegen- Ist jener von schlimmer, Datiert dieser Charakter des n Gott an jenem 9. Ab der unbilligen Klage wegen des Berichtes der Kundschafter für alle Zeit zum Unglückstage bestimmte3), so ist schon unter den in der Wüste Wandernden ein Freudentag gewesen. Auch sind sie beide ihrer Eigenart lange der Hoffnung Raum gegeben wird, dat der 9. Ab selbst in Bälde zum Tage höchster nationaler Freude werden wird. Schließlich haben beide, 9. und 15. Ab, das gemeinsam, daß in den vortalmudischeu Schriften von ihnen nichts erwähnt ist und ihre Bedeutung lediglich dem Volksgedächtnisse oder auch gewissen Bräuchen entnommen ist. Aus der älteren Tannaitenzeit ist z daß der 15. Ab von altersher ein be war, doch ohne Angabe eines Grundes, im babylonischen Traktat Taanith mit de ben Gamliel, daß es in Israel keine g 15. Ab und den Versöhnungstag, an (nach Raschi selbst die reichsten) in wei der Tempel beide Male zerdie heilige Stadt der Pflug auch der Chamischehassar treu geblieben, wenn auch war ein Beleg dafür erhalten, deutender Festtag fürs Volk ist dies die letzte Mischna m Ausspruche des R. Simon rößeren Feste gab, als den welchen die Töchter Israels ßen, entliehenen Gewändern, *) Arbeiten, wie die vorliegende, kotnmer zu spät. Ich bitte meine Mitarbeiter um etwas Blattes wird auch ihre Arbeiten pünktlicher zu י auch nach dem 15. Ab nicht Geduld. Die Vergrößerung des eröffentlichen gestatten. t) Cf. b. Taanith 26 a. *) ibid. 29 b. 8)Weitverbreitete Tradition; cf. ibid. 29 u; Sim. Schelach. jerus. Taanith IV, 68; Jalq.