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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 6. (1907) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 6. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 70 (sequence 10)
Language
German
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— 70 — ihr Bau, ihre geschichtliche Bedeutsamkeit, ihre Steifung im Volksempfinden Israels, der Blick von der Karmelshöhe nach den griechischen Inseln und der Gegensatz zwischen Judentum und Griechentum — die Aneinanderreihung dieser so zwanglos sich gebenden Eindrücke beweist, wie Vf. im Stande ist, einfache sinnliche Anschauungen vertiefend auszunutzen. Wie sie an seinem inn :ren Auge vorübergingen, so schauen wir sie mit ihm an und mit ihm schweifen unsere Gedanken dann in die Unendlichkeit, doch stets bei dem Hauptgegenstände verweilend. Wie erschütternd, einfach und herzlich Schilden er uns die Selbstbezwingung Rabbi Eleasar Schemen Rokeachs beim Tode seines Sohnes Aaron am Sabbath — ein zweiter R. Meir steht vor uns. — Das ist eine Erii.ncrung an den Ahnherrn des Verfassers. Was sollen wir an einem solchen Werke empfehlen? Dieselbe Eigenart und Selbständigkeit, welche Münz in seinen Streitschriften und offenen Briefen bekundet, zeigt sich hier in dem gemütvollen Erfassen des scheinbar Kleinen und Engen, das doch unendlich ist. Ihr gebildeten Leser, wenn der Tageslärm Euch anwidert, dann flüchtet Euch zu diesem Büchlein, da findet Ihr ״einsames Land“, aber Ihr findet von da aus die Welt wieder. Und lasset die reifere Jugend nur fleißig in diesem Buche lesen — sie wird daraus den Wert des Elternhauses, des Judentums, der Glaubcnstreue, der wahrhaften Menschenempfindung und des edeln Menschenwirkens am Klarsten empfinden. Nachrichten. Aus Leipzig wird geschrieben: Es ist eine erfreulicheTaisache, daß man in neuester Zeit begonnen hat, der Lektüfe unserer Jugend eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es ist dies auch sehr nötig, denn mit der jüdischen Jugend- Iiteratur ist es gar arg bestellt. Die Zahl geeigneter Schriften ist so gering daß die Jugendschriftenkommission des Verbandes der jüd. Lehrerverpine unter den in ihrem veröffentlichten Verzeichnis! von 116 empfehlenswerten Schriften nur 1 21 speziell jüdische zu nennen in der ] Lage war. Und es steht noch nicht 1 einmal fest ob die hier bezeichneten jüdischen Jugendschriften samt und :׳ sonders den Anforderungen genügen, ׳[ die an eine g u t e Jugendschrift gestellt; werden müssen. Um diesem Mißstande zu begegnen, ist es erforderlich, unserer Jugend neues, brauchbares Lesematerial zu beschaffen. Zu unsererFreude können || wir nun mitteilen, daß dem sich immer , fühlbarer machenden Mangel an jüd. ' Jugendlektüre demnächst abgeholfen i werden soll. Herr Lehrer J. Herzberg 1•in Bromberg beabsichtigt, einige!ן Serien guter Jugendschriften in entsprechender Ausstattung und zu billigem i Preise herauszugeben, und die bekannte י Verlagsbuchhandlung M. W. Kaufmann jl in Leipzig hat sich bereit erklärt, die Schriften, die unter dem Gesamttitel: i״ ׳Neue israelitische Jugend- : bücherei Saron. Unterhaltendes und Belehrendes aus alter und neuer ׳ Zeit“ erscheinen sollen, in Verlag zu! nehmen. Herr Herzberg, der auf dem j Gebiete der jüd. Jugendschriftliteratur; wohl erfahren und selbst Verfasser meh-!: rerer gern gelesener Jugendschriften ist, j: will in erster Reihe Lebensbilder, her- . vorragender isr. Atänner aller Zeiten, I! ferner Erzählungen aus Talmud und | Midrasch, sowie Sammlungen jüdischer I Dichtungen aus alter und neuer Zeit und Schilderungen jüd. Lebens mittels f” י' י י י י ' : 1 deutender jüdischer Schriftsteller, sofern : deren Schriften dem Verständnis der!׳ Jugend nahe liegen, dieser zugänglich gemacht werden. Wie wir erfahren, i; haben bereits namhafte Schriftsteller und Schriftstellerinnen ihre Mitarbeit;! zugesagt, und es soll auch anderen be-! rufenen und befähigten Schriftstellern Gelegenheit geboten werden, ihre Feder in den Dienst unserer jüd. Jugend za stellen. Geeignete Arbeiten, die enti, sprechend honoriert werden, sind an den Verlag M. W. Kaufmann in Leip- : zig zu senden. Es ist zu hoffen und ,׳ zu wünschen, daß das dankenswerte Unternehmen eine allscitige wirksame |! Unterstützung findet. Gilt es doch, ji unsere Jugend geistig zu fördern.

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