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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 6. (1907) · p. Seite 69

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 6. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 69 (sequence 9)
Language
German
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— 69 — Jedenfalls wacht Norbert Peters durch :1 die Auffassung, die er von den päpstliehen Acußerungen hegt und verbreitet, ״ darüber, daß die Grenzen der Forsch- ■! freiheit nicht zu erg gezogen werden; der tiefere geschichtlicre Einblick in die , Schrift kann die Achtung vor dem Gottes-;1 worte nur erhöhen, indem die Wirkung derselben vertieft wird. Hoffentlich wird es der ebenso wissensfreundlichen, wie I glaubenstreuen Richtung gelingen, sich \ der Angriffe aus dem eigenen Lager zu erwehren, wie sie dazu geeignet ist, ׳ so manche Vorurteile gegen die römische Kirche zu entkräften. Der Einblick in die Peters’sche Schrift ״PiusX. etc.“ führt den Leser in wirksamster Weise in die Kragen ein, die in neuester Zeit nicht nur den Vatikan, sondern alle Glaubens- 1I gemeinschaften und ihre Leiter be-; schuftigen. :1 Gesellschaftskunde in der jüdischen Schule. Ein Vortrag von allgemeinem Interesse, gehalten auf der 39. Jahresversammlung der isr. Lehrer-Konferenz Hessens von A. Neuhaus, Lehrer in Fritzlar. — Berlin. Louis Lamm 1907. Daß in unserer Zeit, der die sozialen ■! Kragen allenthalben den Stempel auf- 'י drücken, die ״Gesellschaftskunde“ in der Schule betrieben werden muß, dürfte!, kein Einsichtiger bestreiten. Das ler-; nende Kind soll fürs Leben vorbereitet!! werden, und dieses ist in unseren Tagen 1 von den mannigfachsten sozialen Be- Strebungen erfüllt. Inwiefern nun jener j; Unterrichtsgegenstand für die.jüdi sehe “ Schule beson dere Bedeutung gewinnen " kann, weist obiger״ Vortrag klar und >! treffend nach. Als wichtiger ״Teil des; Gesinnungsunterrichts“ soll er in dem! jüdischen Kinde das Selbstbewußtsein wachrufen und stärken. Ueberall in der öffentlichen Meinung als ״inferior“ geltend, soll der Jude so früh als möglich es lernen, die Urteile anderer zu prüfen und mit den Waffen der Wahrheit und Gerechtigkeit zu bekämpfen. Es wird dann das jüdische Kind recht schnell erkennen, wie nichtig und hinfällig die Gründe sind, um derentwillen die Be- .! kenner des Judentums als fremder und I1 minderwertiger Teil der menschlichen; Gesellschaft angesehen werden. Der ,1 ״Jargon“ das ״Judendeutsch“ erscheint I von kund liehe: Gru)! wie auf in f Be ihr: Ebe Bet! son der wer gedF fahrrt lieh Gei derij ist bewji wek Ber Bür gier gewi pfli ' die zur di sc|׳ den duril Bild Bab seht! bert; und Er zurü: nich(t Blic zieh Däm Mut|t! dur! sch\|׳ in d mit Th׳ or; dem Standpunkte der Gesellschaftsle als etwas ganz Selbstverständs und Natürliches und bietet keinen nd zur Geringschätzung des Alten, die geringen Leistungen der Juden dem Gebiete der bildenden Künste üherer Zeit nicht auf mangelhafte .»jrbung, sondern ausschliesslich auf oziale Lage zurückzuführen ist. iiso belehrt uns eine eingehende lachtung der ״wirtschaftlichen Bederheiten“ unseres Stammes, daß Jude ohne seine Schuld von Handc und Ackerbau hinweg zum Handel ängt wurde. Da aber für die Wohl- ׳ des Ganzen jede Arbeit unerläß- und -gleich nützlich ist und ein ensatz zum Naturzustände der moe Staat nur Arbeitsteilung kennt — ein jeder, der eine zweck- und zielußte Tätigkeit“ ausübt, er gehöre her Rasse, welcher Religion.welchem ■jfe auch immer an, ein vollwertiger »er seines Staates. Indem das Kind fhzeitig lernt, daß das Judentum die ssenhaite Betätigung der Bürgerdhten fordert und in seinenBekennern schönsten Anlagen und Fähigkeiten Entfaltung bringt, wächst sein jütes Selbstbewußtsein. — Wir können genannten Vortrag, der sich auch h gefälligen Ausdruck und passende Iler auszeichnet, bestens empfehlen. Dr. M. Lewin, Wreschen. Einsames Land. Erzählungen und Stimmungsbilder vou Dr. Wilh. Münz, Rabbiner in Gfeiwitz. 11« S. Frankfurt, Kaufmann. 2,50 Mk. 15t das der schneidige Kämpfer 11m!lei und Bibel, der kühne Briefeiber an Liebermann von Sonnen- und an die regierenden Fürsten Staatsoberhäupter der Kulturwelt? hat sich hier in ״einsames Land“ ckgezogen, wo der Lärm des Tages ׳ hindringt und der oberflächliche nichts Dichterisches, noch Anendes vermutet. Der Eindruck der merstunde, das Sühnende in der erhebe, der Geist des Verstorbenen das Haus abtrünniger Kinder eifend, das Seelenlämpchen für den!er Ferne Verstorbenen, der Kampf der Feuersgefahr zur Rettung der arolle, die Reize der Laubnütte, (h

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