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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 6. (1907) · p. Seite 67

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 6. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 67 (sequence 7)
Language
German
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— 67 — erklärung immer umfangreicher, er sprengte alle Schranken und drängte sich in alle Teile des Buches hinein, so daß der Umfang des Echten immer geringer wurde. Hatte Cornill früher nur Einzelnes angezweifelt, wie sein Jeremia in der Regenbogenbibel und j| seine metrischen Stücke beweisen, hatte || sich Giesebrecht, der ruhige und ernste! Kenner der Septuaginta, dabei noch immer in Schranken gehalten, so wurde das anders, sobald Duhm ans Werk ging. Vor ihm hatte Rudolph Smend nach dem Vorgänge Anderer kühn in Kap. 31 hineingegriffen, und das hatte schließlich so auf Duhm gewirkt, daß er 30 und 31 als Trostbüchlein heraushebt, darin jeremianische Gedichte vermutet, aber nur in einzelnen Trümmern, oft nur Wendungen, während wir imGanzen eine Hervorbringung der nachexilischen trostbedürftigen Gemeinde vor uns haben. Auch Cornill, der in SBOT*) nur 301o, 11, 82—*4 und 3110—14 in der Einl.**) 3185—37 äusschließt, steht in seiner neuen Jeremiaerklärung \vesentlich auf dem Standpunkt Duhms, während Giesebrecht nur 3018—31 als echt ansieht, das Ganze also der Bearbeitung zuschreibt, in Jer. 31 dagegen 2—6, 15—20,27—34. also einen größeren Teil dem Jeremia zuschreibt. Hat schon Graf den Zweck des Tröstens hier erkannt, so hat er doch das Ganze als vom Standpunkte der Zidkiazeit gedacht angesehen. Hatte Duhm einmal hierin ן Smend zugestimmt, so zog dieser Abschnitt;viele andere mit sich. Konnte ein solches Kapitel derart erschüttert werden, was stand dann noch fest? Da fiel vor Allem das erste Kapitel, denn Jeremia durfte so nicht von sich reden und sich besonders nicht als Propheten für die Völker aufspielen; er ist überhaupt nicht die geschichtliche Riesen- und Herrschcrgestalt, die über Völker gebietet — damit!'allen die 1. Völkerstücke, die man früher als die kräftigsten Aeußerungen ieremianischen Prophetengeistes angesehen, als Nach- I ahmungenundschwächlicheErgänzungen fort — der Taumelkelch, der den Völ- 1׳ kern gereicht wird, (nach Cornill die jj Quelle aller ähnlichen Bibelstellen) ge- ' hört dem Jeremia demnach nicht an; andere Stücke, wie •der Kauf der Töpferwaren, der Besuch in der Töpferwerkstatt werden bei Duhm zu bloßen Midraschim, kräftige Mahnungen, wie Jerem. 2, sind ihm Predigten Späterer. -Jeremia kann gar nicht auf eine Thora soviel hingewiesen, gegen Götzendienst ga in seit viel! sic als Jen stg so mi in dig SS (Co; Wi sch׳ di gr we da so gle leh Fe ve tie voll keit dJi; rei dai frag se turf: gn ״da; Inr ־ nicht soviel geweissagt haben, da seiner Zeit andere Erscheinungen ne Kraft an sich zogen. Damit fallen e Mahnungen des Propheten, die darauf beziehen, fort. Was Duhm echt bezüglich der Lebensgeschichte emia’s zuzugeben gezwungen ist, mmt nicht von diesem Propheten, idern aus der Feder Baruch’s. Jereselbst gehören nur die Dichtungen der Kinahstrophe an, die seiner würsind — alles Andere wird ihm ab- ^prochen. Hatten schon Andere vor hm sich im Einzelnen so geäußert rnill erinnert an einer Stelle*״*) an ikler, der fast die Quelle der Duhmen Ansichten sein könnte), so traten selben in ihrer Kühnheit erst jetzt dit'bar vor die beteiligten Kreise. Und ו che mächtige Persönlichkeit stand liinter! Dies Niederreißen war von viel fruchtbaren Anregungen beitet, von soviel Belesenheit und Gersamkeit, von soviel dichterischem ngefühl, unter Umständen von so ilnichtendem Spotte, dann von so iem Verständnis des Sehergeistes, so tieferGottinnigkeit und Frömmig- , daß man vor einem Rätsel stand, lim hat seine eigene Seele in Jeia hineingelegt und angenommen, sei der rechte Jeremia, ohne zu en, ob eine Kraftnatur, wie die ine, zur bloßen Erklärung und Deug geeignet ist, ob sie sich damit beijigen kann. Ein solcher Mann sucht s Geheimnis“ im Leben des Andern aber unwillkürlich ist es das ihm offenere Geheimnis des eigenen enlcbens, das er dort hineinträgt. (Fortsetzung folgt.) rin Norbert Peters Hburenzum zwisthenGlauben und Wissen. Norbert Feters, Professor der Theologie an der bischöfl theol. Fakultät zu Paderborn. Glauben und Wissen im ersten biblischen Schöpfungsbericht. aII u 80 s. Schöningh, Paderborn 1907 1 Mk. 40 Pfg. Norbert Feters, Papst Pius X. und das Bibelstudium 33 Seiten. Gleicher Verlag. 1 Mk. 10 Pfg. *) bezeichnet die Hinrichs’sche Rege tbogenbibel. **) Tübingen, Mohr. ***) Theol. Rundschau 1903 S. 277 ff. (Schluß.) Die römische Kirche verdankt Leo XIII. endlich viel. Eines seiner Hauptver-

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