Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 5. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 57 — Nun braucht der Forscher der Bibel nicht mehr einen fremden Geist aufzuzwingen, und er braucht vor der Natur- Wissenschaft nicht mehr zu beben — ob sie Recht hat, ob sie Lügen gestraft wird: die Wahrheiten des Glaubens an sich, d. h. dessen, was man Glauben nennen muB, können durch die Wissenschaft ja nie beeinflußt werden, weil sie sich auf das irdisch nichi Faßbare beziehen. Es sind nur einige der kühnen Gedanken, die wir hier wiedergeben — die kleine Schrift ist reichhaltig und enthält eine ganze Weltauffassung. Norbert Peters spricht aus, was wir in unseren ״Bebel und Bibel etc.‘, ״Zurück zur Bibel“ in den Zeiten des Delitzschkampfes geäußert, daß durch geistige Bewegungen die Bibel nur gewinnen kann, daß sie nur durch Stillstand und Vogelstraußweisheit in ihren Wirkungen bedroht ist Wir haben inandererWeise*), als Vf., dort das Verhältnis zwischen Bibelforschung und Rechtgläubigkeit herzustellen uns bemüht — aber der Zweck ist der Gleiche: Fort mit Aengstlichkeit und Geheimnistuerei, Erörterung und Geistesbewegung kann allein uns retten, allein uns von dem Schimpfe befreien, daß wir Fremdlinge auf unserem eigensten Boden sind. Ein strengkatholischer Priester, der sich also äußert und in allen biblischen Fragen voran steht — dessen Arbeiten müssen wir weiteste Verbreitung wünschen, sein Sieg ist ein Sieg des Geistes, ein Sieg unserer eigenen Sache! Und das Heiligtum bleibt bestehen, wie wir selbst es s. Z. in jenen Schriften ausgesprochen haben. (Schluß folgt.) Für die Schule. Von Dr, M. Levin, Wreschen. (Schluß.) Biblische Lesestücke. Von Dr. M. David. Selbstverlag des Verfassers. I. Amos und Hosea. Bochum 1903. II. Jesaia. Bochum 1903. Bochum 1905. III. Jeremia. Nach dem gemeinsamen Titel zu schließen, sind obige Hefte in [erster Reihe wohl für den Unterricht bestimmt. Sie sollten den Kindern das Wesentlichste der Propheten vermitteln und ihnen!len Schwerpunkt ihrer Wirksamkeit vor Augen führen. Trifft diese Vermutung zu — ein Vorwort schickt der Verfasser seinen Arbeiten nicht voraus — so sind die genannten drei Büchlein durchaus zu empfehlen, und erachte ich es dann als wünschenswert, daß Bearbeitungen der anderen Propheten recht bald folgen mögen. Dei Weg, den Dr. David einschlägt, ist in der Tat geeignet, den Schülern ein treffendes Bild der Propheten Israels vor Aigen zu führen. Die Stücke sind gut g!wählt, die Einleitungen zum Ganzen wie zu den einzelnen 'Abschnitten heben das Charakteristische, das jodem Propheten Eigentümliche deutlich hervor, die Zeitverhältnisse werden gleichfalls klar geschildert, und die Lebersetzung selbst ist fließend und schwungvoll. Doch wünschen wir, daß in Zukunft der Verfasser ,sich jeder bibelkritischen Bemerkung enthalten möchte, wie wir sie in den vorliegenden Heften doch an manchen Stellen finden. (Vgl. Jesaia S. 3 f\nmerkung; Jeremia S. 21 Anmerkutig, ebenda S. 26: ״Gegen jene alte Anschauung ffA Jene Anschauungen in Ehren — in Bücher aber, die für Kindei׳ berechnet sind, gehören bibelkritische Bemerkungen keineswegs. Ebenso muß ich die Ueberschrift Jesaia Absch litt X ״Die prophetische Reform‘• beansianden. Viel besser paßt etwa: ״Gegen die Werkheiligkeit.“ An manchen Stellen sind im Zusammenhänge Sätze oder auch in manchen Sätzen Worte fortge }lieben, die das Verständnis des Ganze n nur noch erleichtert hätten. Anstalt mehrerer Beispiele nur folgendes: In H osea I. ״Gottes Ehebund mit seinen Volk“ wird Kap. 2 ff. bis zu Ende angeführt. Es fehlen aber ohne Grüne die Verse 2, 23 und 24. Gerade die beiden letzten Verse machen die en >) Unseren grundsätzlich von demseinigeij wir in den zwei bezeichneten Besprechungen gek< Bibel wahrt, das ist bei uns die Ueberlieferu staben der Schrift schwebt. Ueber die Verbinde nach uuserem Standpunkte, s. unser ״Zurück abweichenden Standpunkt haben nzeichnet:. Was die Heiligkeit der bg, die über dem Worte, ja Buchng zwischen Wissen und Glauben r Bibel I“ Nachtrag.