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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 4. (1907) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 4. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 44 (sequence 8)
Language
German
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— 44 — leuchtung betrachtet, wenn man dann an die Erklärung des Einzelnen herangeht (1!ob als Glosse kommt mir zwar geistvoll, aber sehr kühn vor, so glatt die Sache metrisch dadurch wird) den Text mit seiner Kennzeichnung der dichterischen Glieder oben und die Erklärung unten. Wir wünschen dem Buche weiteste Verbreitung, genaueste Prüfung und außerdem, daß sich anredende und belebende Erörterungen, wie sie Vf. zu lieben scheint, daran knüpfen mögen. Für die 5chule. Von Dr. M. Levin, Wreschen. 1) Die biblische Geschichte für israelitische Schulen. Erzählt von Ludwig Stern. Vermehrt und vollständig neu bearbeitet; von Baruch Stern, Lehrer an ' der isr. Volksschule zu Frankfurt a. M. Mit einem Anhang: Das Wichtigste aus der nachbiblischen Geschichte Israels und einer Karte von Palästina. 13. Aufl. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1906. 2) Biblische Lesestücke. Von Dr. M. David. I Arnos u. Hosea, 1rjesaia,HI Jeremia. Bochum. Selbstverlag des Verfassers. Das Ziel des biblischen Geschichts- Unterrichtes muß in der jüdischen Schule darauf gerichtet bleiben, daß die Kinder mit dem Inhalte der Bibel sorgfältig vertraut gemacht werden und in ihnen der Glaube an das Dasein Gottes und das Walten der Vorsehung, sowie an die durch die Schöpfung und Gesetzgebung, ferner durch die Erwählung und Leitung Israels bekundete Offenbarung des Herrn geweckt und befestigt wird! Daraus ergeben sich als notwendig an eine ״Biblische Geschichte“ zu stellende Forderungen: Genaue, wenn auch gedrängte Darstellung des Bibelinhaltes, klare, dem Urtexte sich möglichst anpassende Erzählungsweise, gefälliger, leicht verständlicher Ausdruck und vergtändnisvolles Hervorheben aller jener Tatsachen, durch welche jene Geschichte sich als eine heilige bekundet. Diesen Ansprüchen scheint mir obiges Buch in schönster Weise zu genügen. Der Verfasser desselben ist durch sein ״Lehrbuch der Religion“ rühmlichst bekannt, aber auch in dem an dieser Stelle angezeigten Werke wird seine Methode und seine Liebe und Hingebung, mit der er den erwählten Gegenstand behandelt, den vollsten Beifall aller Fachmänner finden. Die Erweiterungen und Verbesserungen, welche die 13te Auflage durch den Sohn des verewigten Verfassers erfahren hat, machen das Buch zur Einführung in die jüdische Schule besonders empfehlenswert. Als recht vorteilhaft erweisen sich die knappenUeberschriften der einzelnen Erzählungen, während jede von ihnen eingehend disponiert und jeder Dispositionspunkt mit einem den Inhalt wiedergebenden Kernworte überschrieben ist. Dadurch werden auf der einen Seite die ״belehrenden Anreden“ und der ״süßliche Ton“ vermieden, auf der andern Seite ist aber durch die Disponierung der Anknüpfungspunkt für Besprechung von Sittengesetzen dem Lehrer geschickt angedeutet. Die hebräische Bezeichnung sämtlicher Namen, der Feste und gewisser im alltäglichen Leben vorkommenden Begriffe wie Berith Milah u. m. A. ist durchaus gut zu heißen. Es kann das Kind gar nicht genug früh an den Gebrauch dieser ihm überall entgegentretenden Ausdrücke gewöhnt werden. Recht glücklich ist aie getrennte Behandlung der beiden geteilten Reiche. Hierdurch ist nicht nur die Darstellung dieses gewichtigen Teiles übersichtlich geworden, sondern auch die Zeit und das Wesen der Wirksamkeit der einzelnen Propheten tritt klarer und deutlicher hervor. Die poetischen und prophetischen Stücke sind gut ausgewählt. Die ״Nichtaufnähme einer Anzahl gesetzlicherstellen aus dem Pentateuch“ bedauern wir. Der Knabe wird sie wohl meist im Urtexte kennen lernen, — wie nun die Verhältnisse aber einmal liegen, müssen jene dem Mädchen, das mit verschwindenden Ausnahmen nur das Uebersetzen der Gebete lernt, unbekannt bleiben, wennsie nicht im bibl.GeschichtsundReligionsunterricht herangezogen werden. Der Anhang behandelt in kurzen Umrissen manches aus der jüdischen Geschichte und dürfte für die Volksschule genügen. Für die Mittel- und höheren Schulen ist der Stoff zu eng gefaßt; vielleicht, daß die geplante Umarbeitung desselben nach der biogra-

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