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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 4. (1907) · p. Seite 43

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 4. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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— 43 Nach dem Tode Jeremias habe ein prophetisch gesinnter Dichter diese Lieder abgefaßt und in Jeremias Namen herausgegeben (wie Anfang LXX beweist) Inzwischen hat sichLöhr der Ansicht Cornills (Einl. 2. Auflage 1892 S. 247) angeschlossen. Das Hervorheben von 2 und 4 als der gehaltvollsten Stücke hat in Thenius seine Ouelle, der diese Stücke für jeremianisch ansah. Daß der Dichter von 3 den Abschluß gebracht hat, sagt auch Cornill u. a. O. S. 248. Auch in der Ableitung von 2 und 4 aus Hesekiel stimmt Löhr mit Cornill überein, wie darin, daß Thren. 57, 29, und 417 in jedem Falle gegen die Verfasserschaft Jeremias sprechen. Immerhin haben wir nach Löhr hier 4 Lieder aus der babylonischen Zeit vor uns. Und da Stade in der ״Gesch. d. V. Isr.“ I 701 (Anm., s. Cornill u. a. O.) Thren. 1, 2, 4 und 5 glaubt einer Hand zuschreiben zu können, so wäre man der Zeit der Jeremia so nahegerückt, daß, wenn die Ueberlieferung seine Verfasserschaft nicht behaupten würde, wahrscheinlich die Wissenschaft ihm oder seiner Schule das Buch zuschreiben würde. Man denke an Ebjathar, den Verfasser der Familiengeschichte Davids! Nun ist der klagende Jeremia ein Anderer, als der Seher, der noch etwas vorsich hat. Beim Rückblick mag man das Bild der Propheten, die nun ohne Gesichte Gottes dastehen, womit sie sich früher gebrüstet, gelten lassen; warum soll Israel als Ganzes nun endlich den Bund mit Egypten nicht beklagen? Und war Jeremia dem an sich gutartigen Zedekia so abgeneigt, daß er ihm nun keine Mitleidsworte weihen soll? Das muß in Ruhe erwogen werden. Und den ezechielischen Wendungen (jedenfalls haben Jeremia und Ezechiel gewisse Ziele gemeinsam)*) stehen so viele andere Züge gegenüber, die gerade von Echa auf Jeremia hinweisenl Lese man die alten Werke von Eichhorn und de Wette, ja, eine in Berlin 1879 erschienene hebräische Erklärung und. Uebersetzung der ״fünf Megilloth“ — mag der Hinweis auf so Vergangenes Niemand in Staunen versetzen! Da tritt eine solche Fülle sprachlicher geschichtlicher und innerlich-dichterischer Tatsachen hervor, daß man sie heute nur als neu brauchte geltend zu machen, um mit Keil Orelli una z. Th. Riehm die Verfasserschaft Jeremias nach derUeberlieferung retten zu können. m in li< sa ä! Ai feit de Ki die: Vit I bei ge י dec Urft׳ a VI T Lc de des I Um: des Mp: w ih sti w! un De ge im es hin stii de bi$ A dej gefd! si Bü Ui: Lpl w ih(•! a B111 lieh P bri ki ei keli e# & Pfeiffer) I. S. 130. Nun steht gerade unser Büchlein it den metrischen Fragen der Neuzeit Verbindung. Rahlfs machte Vf. bezügeil der Echastrophe auf Lowth’s Jeas aufmerksam. Ich fand etwas hfnliches in de sacra poesie Hebr. (1. fl. Oxford) S. 454, und in oben anelgebener hebr. Behandlung in der Einitung zu Echa von Aron wolff. Trotz- :m bleiben Budde’s Verdienste um die inastrophe bestehen und wir wollen iiise geläufige Benennung beibehalten, gnn schon der Sieversche Fünfer nicht Klagen allein Anwendung findet. Löhr geht bei aller Anerkennung en die neueren Verslehrer und -Entefeker doch nicht von ihnen aus an den ext heran, sondern umgekehrt — der Erklärung soll die Metrik herofrgehen, nicht selbstherrlich in den ־g.\t eingreifen und ihn umgestalten, hr begründet seinen Standpunkt, in- :^n er an Beispielen die Willkürlichkeit Vorgehens bei den Metrikern zeigt. Die alfabetischen Echafragen, die Stellung von pe und äjin, die 22 Verse Schlußkapitels lassen Löhr die iglichkeit von Zauberalphabeten erägen. Bei Angabe des Stoffes scheint in unser ״Sonderbare Psalmenakrocha“ Z A W 1896 entgangen zu sein, 9 und 10 behandelt werden. Bei Pe Ajin sagen die Midraschlehrer: r Mund sprach, was das Auge nicht sehen. Das Nun fehlt (gegen LXX) Ps. 145, weil es an den Fall erinnert; steht aber hinter Samech (wie hier Pe ter äjin) weil ״Gott die Fallenden tzt.“ Der Weg von Alef bis Tau beutet den Fortschritt, der von Waw he den Rückschritt (Wajikra Rabbah r|fang BechukkothaV). Sabbath 105 wer- Alfabete der verschlungensten Art eutet. Dieselben Deutungen finden aber bei den großen oder kleinen chstaben des MT, die doch auf andere Sachen zurückgehen. Jedenfalls hat hr Recht, wenn er die Fragen er- $hnt, aber auch die Aussichtslosigkeit er Beantwortung. Er verhehlt sich nicht, daß die Verteilung des kleinen ches auf vier Verfasser ihr Bedenkes hat. \Virhaben unserenabweichendenStandoben ausgesprochen. Aber wir ngen den mutigen Arbeitern, die so in die Tiefen des Gottesbuches ijidringen, unsere aufrichtigste Anernnung entgegen. So gewinnt das habuch auch an Kraft und Wirkung,;ejrade wenn man es in solcher Be- <h uch 1 l) S.D. H. Müller ״Die Propheten ifi ihrer ursprünglichen Form“ (Wien, ) I.

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