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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 4. (1907) · p. Seite 41

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 4. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 41 (sequence 5)
Language
German
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Bemerkungen. 1. ,.Das hängende Ajln.“ ln Aboth de R. N. 34 kommt der Satz Ps. 80m vor: ״Es durchwühle es der Eber aus dem Walde“ (mijaär) und dabei wird eine Lesart ״aus dem Flusse“ (mijeor) angeführt. Diese Lesart findet sich weder im hebräischen, noch in den Übersetzungen. Wohl aber hat der massorethiscne Text ein ״hängendes ajin“ in ״mijaär.“ Wahrscheinlich ist dieser Buchstabe angezweifelt worden und haben manche alten Fassungen ein alef statt des äjin gehabt. Oder der Buch - stabe wurde überhaupt für ein späteres Einschiebsel gehalten. Dann würde allerdings das Wort ״mijor“ übrig bleiben, das wie ein mijeor klingt. Ist diese Frage irgendwo schon behandelt?*) 2. Punktierte biblische Buchstaben. Weiter wird daselbst über die mit Punkten versehenen Worte in der Schrift gesprochen. Darunter kommt auch die Stelle ״Deut. 2928 vor: ״Das Verborgene liegt dem Ewigen unserem Gotte ob; was aber offenbar ist, gehört uns und unseren Kindern bis in Ewigkeit.“ Lanu ulebhanenu und das äijin von äd ist Runktiert. Da heißt es in Aboth de R. äthan: Esra sagte: Wenn Eliä kommen und mich fragen sollte, weshalb hast Du das geschrieben? so werde ich sagen: Ich habe es ja punktiert. Wenn er dann zu mir sagt: ״Du hast ja richtig geschrieben, dann werde ich die Punkte beseitigen.“ Und in den ״Entscheidungen der Tossafisten“ hinter Menachoth § 232 heißt es: ,Als Esra die Thora schrieb, versah er sie mit Punkten. Er sprach: ״Wenn Moses zu mir sagen wird: Warum hast Du die Punkte nergestellt? werde ich sagen: Siehe, ich habe Nichts fortgestrichen. Möglich, daß sich die letzte Aeußerang Esras auf den letztangeführten Satz bezieht, da nach Ende Maleachi und nach Ende Edujoth Elia kommen wird, um gewisse verborgene Dinge zu enthüllen, und hier auch von verborgenen Dingen die Rede ist; möglich auch, daß Esras Worte aufalle angeführten Thorastellen beziehen. ״Maleachi ist ja Esra.“ DieSe Stellen dienen dazu, die Bedeutung der Punkte etwas zu klären. Bedenke man, daß im Samaritanischen ein Punkt über einem Buchstaben denselben als Schreibfehler kennzeichnet. Hat nun Esra Worte mit Punkten ver- *) S. Raschi zu Ps. 80!4. sehen, so hat er sie für zweifelhaft?^halten und statt sie zu entirnen, sie derart bezeichnet Wenn nun Elia den Esra fragt, wie er dazu komme, diese Worte in der Thora zu haben, wird Esra auf die Punkte verweisen, die fast ein Fortstreichen bedeuten. Wird Elia, der alle Zweifel löst diese Worte für echt halten, so braucht Esra nur die Punkte fortzureiben. Und injdertossafistischen Fassung, wo Moses nach den Punkten fragt, sagt Esra, er habe die Worte nicht fortgestrichen, sondern die Punkte als Kennzeichen der Zweifelhaftigkeit hingesetzt. Und das ist vorsichtiger, als einfaches Streichen. Wir ersehen hieraus, daß die Talm Lidweisen die Bedeutung der Punkte sehr wohl gekannt haben. Merkwürdig genug, daß sie Esra die Punkte zuschreiben, die doch auch der Ueberlieferung angehören müßten und von de nen (vergl. Sifri und Parallst zu Num. 9!d) halakhische Deutungen ausgehen. Besprechungen. Josef Horovltz. Spuren grieebf• •eher Mimen im Orient Mit einem Anhang über das egyptische Schattenbild von Friedrich Kern, Mayer und Möller, Berlin. 104 S. 2,40 Mk.; Das Jahr 1903 war für die Erforschung der griechischen Mimen, ihrer Entw ckelung und ihrer Wanderung durch Geschichte und Völker sehr wichtig Durch bedeutende Funde und Veröffentlichungen ist man dazu gekommen, eine Brücke vom Altertum aus bis zu den Gauklern der Neuzeit zu schlagen und die Stetigkeit der Ueberlieferung bei ihnen zu zeigen. Die Spitze aller Arbeiten darüber war Reich’s ״Der Mimus“ der 1903 in Berlin in zwei Bänden erschien. Was sagt uns nun Horovitz? Sehr früh regt sich in den Völkern dir Trieb, die Vorgänge bei Befruchtung der Erde nachzuahmen, um dadurch den Sogen des Bodens und Viehstandes zu erlangen. Vom alten Griechenklown bis zum heutigen türkischen Karagöz ist der Pliallus, sind die lächerlichen Tänze geblieben, denen man schon im 9. Jahrhundert v. Chr. im Pelloponnes und den Tpchterländern begegnet. Nicht die dionysische Bühne mit ihrer Feierlichkeit ist ihr Platz, sondern das Brett aul freier Straße, vor einer Gardine niedergelegt, und statt der Feierlichkeit des

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