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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 3. (1907) · p. Seite 31

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 3. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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— 31 i zusenden, aus Furcht, seine wissenschaftliche Durchbildung könnte in mir nicht unerhebliche Bedenket hervorrufen- Der Mann muß mit einer gewissen Art von Kreisen böse Erfahrungen gemacht haben. Das wäre ein Fest, wenn ich seine Bemerkungen deswegen hätte zjrückweisen wollen, weil er mir etwa das Wort Thabari nicht erklären kann! Und konnte er’s und wüßte Nichts von Raschi und dem Midrasch, so nützte ihm all seine Weisheit Nichts und er hätte die Gleichartigkeit der beiden Gebiete gar nicht entdecken können. Und um diese Gleichartigkeit dreht sich’s hier, um die Tatsache, daß talmudische und midraschische Ueberlieferungen etwa im Jahre 309 der Hidschra und weiter zu den Muhamedanern gelangt sind Hat Midrasch“ gefunden, so ist die Anregung zu großen geschichtlichen und sprachlichen Erörterungen gegeben und die Forscher müssen dem laienhaften Entdecker dankbar dafür sein, daß er sein Licht nicht versteckt. Mag sich unser Mitarbeiter, der sich den Gelehrten gar nicht entdecken will, nur beruhigen, und uns ohne Bedenken mitteilen. er die Gleichung ״Thabari gleich wenn er wieder etwas weiß, es Besprechungen. Dr. S. Kaatz, Rabbiner in Zabrze: Das Wesen des prophetischen Judentums. Bin Beitrag 7.11m Verstündnis der Propheten. Berlin, l'oppelauer, 1007. 109 Seiten. Wir beginnen, den wissenschaftlich ernsten und wichtigen!׳'ragen der Zeit naher zu treten. Die vorliegende Schrift ist ein deutliches Zeichen davon. Vf. beginnt mit einer Einleitung, in der er sich für sein ganzes bihelwissenschafttiches Streben — nicht nur für vorliegende Schrift — seinen Weg im Voraus bahnt. Die Bibel als Wort Gottes enthält untnigliche Wahrheit. Wenn Diejenigen, die das bezweifeln, trotzdem am Judentum festhalten, so ist es ihr guter Wille, ihr Gemüt, das mit ihrem Denken nicht ganz übereinstinnnt und sie zu einem Vernunftopfer bringt.׳ Die Offenbarung ist darum doch nicht entbehrlich für das Bestehen des Judentums. Sje ist ein Wunder; aber Wunder, Gott, Gebet, sind zusammenhängende Begriffe. Ist die Religion auch ein inneres Erlebnis, so verlangt der Verstand doch nach einem Beweise, und alle Zeiten suchten Glauben und Wissen zu vereinen. So muß auch um die Göttlichkeit der Bibel gekämpft werden. Die Schrift ist nicht so, wie wir sie möchten — aber die Welt und der Mensch sind auch nicht!1 so. Sie entsprechen dem göttlichen | nicht u 11 serm Willen. Wer die heilige I Sache nicht preisgeben will, darf den Kampf für sie nicht für aussichtslos halten. Die neueste Bibelforschung, die sich dem Glauben entgegenstellt, ist nur ן ein Glied in einer sich stets wandelnden Kette von Zeitauffassungen. Voraussetzungslos geht allerdings weder der Zweifler, noch der Gläubige an die [ Forschung. Beide müssen nach ihren | Ausgangspunkten unbedingt zu entgegengesetzten Zielen gelangen — eine Detter־ : briiekung dieser Kluft gibt es nicht. Diese Einleitung des Vfs. habe ich! mit besonders großem Vergnügen ge-! lesen, zumal ich darin eine willkommene i Bestätigung früher geäußerter Auffassungen finde. In meinem 1902 ebenfalls bei Poppe- \ lauer erschienenen ״Zurück zur Bibelt‘4! habe ich zu gleichem Zwecke wie Kaatz j die E i n I e i t u 1t g, einen Nachtrag, ״Bibel- Wissenschaft und Rechtgläubigkeit“ ge- ,j boten. Da stelle ich die rechtgläubigjüdische Auffassung (S. 34) dahin fest: ״ ןNach der mündlichen Lehre ist nicht i etwa dem Mose die Abfassung der Thora I überlassen worden, sondern der ״All- I mächtige sprach vor und Mose schrieb l nach.“ So ist nicht nur die Lehre im Ganzen, sondern jedes Wort, jeder überflüssige oder fehlende Buchstabe 1 eine unabänderliche Offenbarung. Aus dieser Fassung werden Satzungen geii folgert, jeder eigentümliche Ausdruck

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