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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 2. (1907) · p. Seite 18

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 2. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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entgegenstehenden Standpunkte kennt und I wonl Gründe ihnen entgegenzuhalten hat. 1 Auch dem Gegner muß ein solches I Auftreten achtungswert, ja heilsam er-! scheinen, indem es ihn dazu bringt, den! eigenen Standpunkt von Neuem zu prüfen j und zu berichtigen. Wir empfehlen die vorliegende Schrift!! als ein mannhaftes Zeugnis für eine! scheinbar verlorene Sache, der aber doch i; die Zukunft gehört. Der Leser hat;; Gelegenheit, hier eine Fülle von Fragen 1 kennen zu lernen; er erfährt auch, wie man an deren Beantwortung geht. Die : Darstellung ist (das bedingt schon die | Vortragsform) eine verständliche, ja, an -!' ziehende, und hält sich doch immer in j vornehmer Höhe. Wir halten es auch für j! angebracht, auf dasMann’sche״pädagogische; Magazin“ empfehlend hinzuweisen, dessen!! 285. Heft hier vor uns liegt. Geschichtliche Lehrbücher ans J. Eanffmasns Verlag, Frankfurt a. M. , 1) Die Geschichte des jüdischen Volkes und seiner Literatur vom baby- , Ionischen Exil bis auf die Gegen• |j wart mit einem Anhänge: Proben der jüdischen Literatur, l'eber- " sichtlich dargestellt v. Dr S. Bäck, i Rabbiner der SynagogeDgemeinde zu 1 Lissa. Dritte verbesserte Auflage. 1906. XX. 549 Anhang 122 Seiten. I 2) Geschichto der Juden von Esra bis zur Jetztzeit, für Volksschulen , und höhere Lehranstalten bearbeitet von Stadtrabbiner ür. Theodor , Kroner, Kirchenrat zu Stuttgart. : Zweite, sorgfältigst durchgesehene | und vermehrte Auflage. 1906.; X u. 210 Seiten Wer sich beim Unterricht in der jüdischen \ Geschichte durch ein weitschichtiges j wissenschaftliches Werk mit seinen Schülern 1 durchwinden oder sich mit ihnen mit! predigtartigen Auseinandersetzungen über- | schütten lassen mußte, der wählte in seiner Verzweiflung oft, um den Stoff genießbar \ zu machen, den mündlichen Vortrag als! bestes Mittel. Aber die Auswahl war j schließlich nicht leicht, und der Faden ging ' auf dem unübersehbaren Gebiet auch dem .׳ Besten verloren. י Hier konnte nur eine kurze Darstellung!׳ dem Uebel abhelfen. Elkan und Cassel j setzten aber bei ihren knappen Umrissen; immer den Einblick in die großen!' Geschichtswerke voraus. Da war es dankenswert, daß Bäck im Jahre 1878 daran ging, eine Geschichtsdarstellung abzufassen, welche zwischen beiden Gegen- Sätzen die Mitte bildete. Eine starke Auflage wurde gedruckt, die sich nur mit der Zeit den Weg bahnte. Sie wurde 1893 durch eine zweite abgelöst, der 1906 die dritte folgte. Der Gegenstand selbst mußte sich als notwendig erst im Bewußtsein des Hauses und der Schule festsetzen. Dazu hat das Bäck’sche Werk als Vorläufer viel beigetragen. Die inzwischen entstandenen Bücher traten nun schon unter günstigeren Verhältnissen hervor, darunter auch das Kroner’sche im Jahre 1898, dessen zweite- Auflage ebenfalls 1906 notwendig wurde. Das Bäck’sche Werk bringt den Stoff in vier Büchern: Das erste umfaßt den großen Zeitraum von Jeremia bis Titus; das zweite die mischnische und talmudische Zeit; das dritte beginnt mit dem Islam und reicht bis zur Vertreibung aus Spanien; das vierte spinnt den Faden bis zur Gegenwart fort. Zur Bewältigung des Gebotenen dient eine wohlberechnete Einteilung in Abschnitte, so daß sich dem Lehrer von selbst Unterabteilungen herausstellen. Kroner hat dagegen sieben Abschnitte: I Esra bis zum Fall des Tempels. II Mischnische und talmudische Zeit. Bäcks drittem Buche entsprechen Abschnitt III, IV und V, dem vierten VI und VII. Bäck hat die babylonische Zeit an den Anfang gestellt, Kroner beginnt mit Esra; dagegen hat Kroner in einer kurzen Einleitung auch die biblische Geschichte berücksichtigt. Bei Bäck finden wir am Schlüsse einen Anhang, der eine Fülle Literaturproben bietet; bei Kroner stehen diese mitten in der Geschichtserzählung, Beides hat seine Berechtigung: ״Auf frischer Tat“ sofort mit den Dichtungen oder Lehrstücken zu kommen, wenn das Kind frisch begeistert ist — dazu bietet Kroner die Gelegenheit; die Literaturgeschichte später als gesonderten Gegenstand zu nehmen — das erleichtert wieder die Bäck’sche Zusammenstellung. Bei geschickter Lehrweise lassen sich mit Leichtigkeit auch beide Ziele vereinen. Was die Literaturproben anbelangt, so mutet es auf beiden Seiten uns angenehm an, daß nicht nur die schöngeistige Seite berücksichtigt worden ist, sondern daß auch Proben aus dem talmudischen und rabbinischen Schrifttum geboten werden, daß wichtige Rechtsgutachten nicht fehlen, daß die großen Denker des jüdischen Volkes vor uns apfsteigen. Und die Aus- I < i 1 ז

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