Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 1. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 ״Daran schließen sich Gartenkräuter an, deren Maasserpflicht von der Art des Genusses abhängt. Bei Schößlingen ist diese Möglichkeit doch nicht maasscrverpflichtend. So ist der Zusammenhang dieser Reihe mit den Sätzen des Genusses recht ersichtlich hergestellt, und wir erkennen, warum sie hierherversetzt ist.“ — S. 19, ״Wie in der Aehre Korn und Spreu usw.“, muß nun weiter lauten: ״so wird von der Pflanze manchmal das Kraut, manchmal der Same, die Körner, je nach der Sonderneigung benutzt und so ist manchmal der Same Alles, das Kraut Nichts bezüglich der Maasserpflicht.“ — S. 20 lies: ״An diese Satzungen schließen sich usw., weil, wie oben in der Pflanze zwei Bestandteile zu unterscheiden sind, hier selbst sie zu zwei Zwecken dienen kann.“ — S. 27 Abs. 3 statt ״Sämereikräuter“ ״Gartenkräuter“. — An den übrigen Stellen wird es der Leser selbst verbessern. Außerdem darf es nicht heißen (S. 6 Absatz 3) ״Am Schlüsse der ersten Reihe“, da der angeführte Satz erst S. 15 vorkommt. Besprechungen. Wilhelm Möller: Oie messianische Erwartung der vorexilischen Prophcten. zugleich ein Protest gegen moderne Zersplitterung. Gütersloh. Bertelsmann, 1900. 39H S. 0 Mk., gebunden 7 Mk. Die Bibelforschung ist seit Wellhausen, allerdings auf der Grundlage seines Satzes P nach D, von der• Thora und den geschichtlichcn Büchern der Bibel zu den Propheten vorgerückt und hat dort ganze Arbeit verrichtet. Hat Jeremia durch Duhm den größten Teil seines Umfangs eingebüßt und nur die kleinen Lieder im Versmaß der Kinah als Eigentum behalten, so hat Marti im ״Kurzen Handkommentar“ in ähnlicher Weise das Zwölfprophetenbuch behandelt. Was in den älteren Prophetenbüchern nur im Mindesten an Zukunftshoffnungen erinnert und sich von der Mahnung und Strafandrohung entfernt, wird unbarmherzig als späterer Zusatz hingestellt; die Möglichkeit solcher Bereicherungen sollte noch in der Makkabäerzeit etwa unter Alexander Jannai, offenstehen. Sprechen wir also von den allgemeinmenschlichen Bildern der messianischen Zeit, die sich in Arnos, Hosea, Jesaia, Micha, Jeremia finden, so versteht uns der heutige Alttestamentler garnicht mehr und nimmt an, daß wir auch ihn nicht verstehen und seine Arbeiten nicht kennen. Haben wir nun das Gefühl, daß solche Auffassungen den geschichtlichen Tatsachen nicht entsprechen, wollen wir den verehrten Sehergestalten den Ruhm, das Allgemeinmenschliche zuerst betont zu haben, nicht rauben lassen, so müssen wir uns in einen Geisteskampf mit den Vertretern jener Richtung einlassen. Und der kann nur bei klarem Ueberblick über das ganze Gebiet und mit genauer Kenntnis der Einzelfragen versucht werden. Wilhelm Möller hat uns hier eine solche Kampfschrift geboten, in welcher ״die messianische Erwartung der vorexilischen Propheten“ behandelt wird. Der gleiche Gegenstand hat Hengstenberg, Volz, Nowack u. A. zu Arbeiten in verschiedenstem ן Geiste veranlaßt. Bei Volz ist es die Gesamtanschaung der alten Propheten, die es ihm verbietet, ihnen irgendwelche Glücks- Verheißungen zuzusprechen. Dann erst kommt die Prüfung der Einzelstellen. Das sieht Möller mtt Recht als ein durchaus nicht vorurteilsloses Vorgehen an. Volz erkennt im nachexilischen Messiastum eine weltliche, nicht auf Verinnerlichung des Glaubens oder auf Veredlung des Tuns gerichtete Hoffnung, deren irdische Glücks- Schilderungen den alten Propheten als Ent- I weihung erschienen wären, i Bei solchen Anschauungen wird leider,;1 wie Möller mit Recht annimmt, der Be- I weis von vornherein als geführt angesehen : und ist darum scheinbar leicht zu führen, j Wrede kam bei der Unterschätzung des! Messiasgedankens dazu, ihn aus der Christj liehen Heilsgeschichte einfach zu entfernen. | Möller nimmt die Volz’sche Schrift ״die 1 vorexilische Jehowaprophetie und der Messias“ zur Grundlage seiner Erörterungen, die auf eine Widerlegung losarbeiten. Er betrachtet von Arnos bis auf Hesekiel die Prophetenbücher, welche Hoff- | nungen auf einen persönlichen Messias i enthalten. Daß er Hesekiel mit herein- | zieht, wird Jeder leicht begreifen, der da! weiß, welche geistige Wendung mit diesem i Seher das israelitische Prophetentum anjj geblich gerade in Bezug auf den Messias ,] nehmen soll. Die allgemeinen Heilsweis- ן! sagungen ziehtMöller nur gelegentlich herein. Bei der Behandlung des Einzelnen ist i es z. B. sehr lehrreich, mit dem Vf. zu :1 betrachten, in wieviel Sonderbestandteile i! die beanstandeten Schlußsätze des Arnos :! von den verschiedenen Forschern zerrissen jl werden. Arnos 97 soll der Rest einer Rede I sein, die sich gegen Israels Auserwähltheit || gerichtet hätte — weshalb haben die an- II geblichen Beseitiget der weiteren Aus-;! Führungen gerade diesen ersten Satz |l stehen lassen? Ein wichtiger Einwurf 1 Möllers. Daß das ״sündige Reich“ (9**) j: das Haus Jehu’s ist, das ״Haus Jakobs“