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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1906-01-01 · No. 3. (1906) · p. Seite 10

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 3. (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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10 Lehre durch ihn angegriffen sahen. Nun, Locke ist einer der Vorgänger von Kraft und Stoff, und der Umstand, daß Leibniz gegen ihn auftreten mußte, zeigt uns die Notwendigkeit, auch unsererseits die Grenzen abzustecken, um das heilige Gebiet und die Wissenschaft zugleich zu. schützen. Dann, wie schon erwähnt, ist für Diejenigen, welche eine gewisse wissenschaftliche Gestaltungsart für unerläßlich und für das Kennzeichen des inneren Wertes einer Arbeit ansehen, es ebenso demütigend, wie lehrreich, die vorliegende Leibniz- * sehe Arbeit zu lesen. Sie befolgt ihre eigenen Darstellungsregeln; trotz der scheinbaren Abschweifungen ist in ihr ein tiefer, nie sich verleugnender Zusammenhang zu merken für den, der gewöhnt ist, Aufbau und Zusammenhang für wichtig zu halten. Gerade die scheinbaren Abschweifungen bringen uns wichtige Leibniz’sche Gedanken, Grundlagen seiner gesamten Weltauffassung. Ein Glück, daß Leibniz nicht Zeit hatte, diese Züge zu tilgen! Gerade durch diese Unregelmäßigkeiten, das Leid der strengen Richter, wird uns der Einblick in die Geisteswerkstatt Leibniz’ geboten. Wir wünschen der Arbeit, auch schon um der gediegenen und ausführlichen Einleitung des Herausgebers willen (zu ihr gehört eine Lebensdarstellung des großen ,Autodidakten“ Leibniz), eine weite Verbreitung! Möge diese Schrift den Ruf wiederholen: ,Nicht wissenschaftlicher Friede tut ־־der Welt not (ihn hat jeder .Friedhof), sondern wissenschaftlicher Kampf'; nur er führt zu höheren Forderungen, zur Erkenntnis der Ziele, für die wir Alle zu kämpfen haben.“ i Einiges über Mischnaforschung. , - Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. (Fortsetzung.) Akiba (Ak) muß aus den Worten seiner Schüler entdeckt werden. 2rkauft jemand eine Anzahl Früchte, die er sich vom Baum absuchen will; da verlangt die Mischna, daß er jede Emzelfrucht mit nach und nach vom Baum herunter ablöse und jeden Teil einzeln esse. Das kann nur M’s Ansicht sein, da er 2s, wo ihm der Eigentümer die Früchte herunternimmt, überhaupt den Einzelgenuß verbietet, vielmehr sofortige Verzehntung verlangt; so wird er־»hier, wo der Käufer die Früchte selbst herunternimmt, also selbst der Erntende ist, den Genuß nur unter obiger Bedingung gestatten. Nur wenn er die Früchte einzeln bestimmt, sie also בסהובר לקרק' sich aneignet, kann er sie in jeder Art genießen. Ein ebenfalls schwerer Fall ist der, daß 39 die Früchte im maaßerflichtigen Hofe wachsen, wo R. Tarfon den Genuß im Ganzen gestattet, während Ak die oben 26 a ausgesprochene Erschwerung festhält. Hier stehen Id und M auf Ak’s und Tarfons ־ Boden. Daß Tarfon erleichtert, stimmt mit E’serleichternder Ansicht Ther. 83 überein, und mit der מעשה Id’s 2s, die ihrem Wortlaut nach keine Nebenbedingungen enthält, sondern nur die Ansicht, die Alten hätten solche Erschwerungen nicht gekannt. Tarfon und E sind ja die von Id (s. Einl. zur ersten Hälfte) begünstigten, von M zu Gunsten Ak’s zurückgedrängten Tannaiten. Ak vertritt also die Erschwerungen. Unmöglich ist es nicht, anzunehmen, daß Tarfon 2« nicht streitet und daß wir hier eine Id und M gemeinsame Mischna vor uns sehen (Simson). Aber notwendig ist es nicht, und die Mischna erklärt sich sehr einfach, wenn wir von den Ausgleichsversuchen a׳ sehen, die die Mischna mit der angenommenen Halakha in Einklang bringen wollen. 39 a ist von Id eingeführt, da es sich nach Tarfon, dem Schamuti, richtet; ,3 dagegen ist M, als Ak’s Wort. (310 scheint eine gemeinsame Halakha Id’s und M’s zu sein, und der Schluß Id als Ueberleitung. Wenn Simon hier durchaus M festhalten will, so liegt das in seiner Durchführung des סתם מתני' ר'מ, wobei er gewaltsame Deutungen nicht vermeidet und am Schluß durchaus נזף und עיק1־ gleichsetzen will (wegen MS 37). Hat Ak 39 3 erschwerend auf die Art des Genusses maaßernüchtiger Früchte durch M gewirkt, so finden wir ihn 46j3 im Gegensatz zu E. E will von der Kaper Knospen, Beeren und Fruchthülle, Ak nur die Beeren verzehntet haben, ״weil sie die Frucht sind“. So hat er hier, wo es sich um den Umfang der Maaßergabe dreht, erleichtert und zur Bedingung gemacht, daß es eine Frucht sei. Auf den ersten Blick wird es merkwürdig erscheinen, daß wir damit 14,3 in Verbindung bringen, wo Simon die kleinen Ethrogim vom Maaßer befreit, wie Ak dieselben Succa 36 ungeeignet hält zum Gebrauch am Sukkoth. Rabbah hat hier ganz richtig beide Halakhot mit einander verbunden; das ע״כ לא אמ' ר״ש etc. ist eine spätere, den Saburäern gehörige begriffliche Trennung beider Satzungen. So gehen die Erörterungen darüber, ob nur die Frucht verzehntet wird oder alle Bestandteile irgend einer Pflanze, ob die Größe der Frucht maßgebend ist für die Maaßerpflichtigkeit, zunächst auf Ak zurück, von wo aus wir sie weiter verfolgen müssen. Dabei brauchen diese Ansichten noch nicht auf alle Früchte und alle Pflanzen ausgedehnt zu werden — genug, wenn, wie hier, Halakhot verwandter Art sich zwanglos auf eine Quelle zurückführen lassen. Wir werden noch sehen, wem die Ak bestreitenden Sätze gehören. Vielleicht war hier die ursprüngliche Stelle für 4 5 ß 6. I Es ist auch E, der 45j3 vom Dill Same, Kraut und Samenflügel verzehntet wissen will, während die Andern dies Verzehnten mehrerer Teile außer dem Samen auf Brunnenkresse und weißen Senf beschränken. Dies אי;• מתעשר ורע וירק אלא השחלים ןהנרניר בלבד sieht wie die Angabe einep bekannten Satzes,! wie ein לא אמרו Simons aus. Wenn wir nun Josual (J) als Gegner E’s vermuten müssen, wenn Simonl Ak’s Ansichten anzuführen scheint, wenn ^ir auf J’s Seite vielfach gesehen haben (8. erste Hä'fte■

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