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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 23/24. (1904) · p. Seite 95

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 23/24. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
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י? ׳/• 95 nicht im Dunkeln, war doch, wie Moreh^Nefcjuchim zeigt, die Bibel mit ihren Hilfswissenschaften ebenfalls Gegenstand seiner Forschungen gewesen.!Hatte er doch im Sefer Hamizwoth und später im Mischne Thora das Verhältnis der Halacha zum Thof-awort genau erforscht und bei jedem Gebot hervorgdkehrt. Sein ärztlicher Beruf ließ ihn die auf die Gesundheitslehre gehenden Talmudsatzungen verstehen, und so wußte er das Notwendigste davon ijn das talmudische Gesetzbuch hineinzubringen. De! Arzt wurde wieder zum Priester, wie einst in der Viorzeit. Diese Männer wußten also ihr Leben zu benutzen und gute einheitliche Arbeitspläne z|1 entwerfen, so daß sie keinen Schritt vergebens taten und sich bei allen Umwegen nie von ihrem Ziel entfernten. So konnten Raschis Worte in der ״Zeeno IJreno“ Platz finden, so daß er der Lehrer der Frauen und Mädchen wurde, die sonBt ohne Unterricht blieben. Und als Mendelssohn mit den Biuristen an sein Werk ging, da ward Raschi nicht nur einer ihrer hauptsächlichsten Leiter — durch ihn konnte ihr Werk überhaupt nur volkstümlich, als gesetzestreu gerechtfertigt werden. ״Hatte sich Raschi mit dem Wortsinn beschäftigt — warum sollen wir es n.cht?“ Man wäre oft geneigt gewesen, den Talmud gering zu schätzen. Aber Maimonides hat sich doch mit ihm nicht nur befaßt, er hat ihm den größten Teil seines Lebens und seiner Kraft geopfert. So muß der Talmud etwas Großes sein! Noch eher hätte man, wie es in den Kämpfen um Glauben und Wissen versucht wurde, sich von der Philosophie als einem verderblichen Gebiete abgekehrt },Aber der Rambam, der auf jeder Seite des Schulchan Aruch־ angeführt werden muß, ist doch auch ein Denker gewesen. So kann es mit der Philosophie doch nicht 80 schlimm sein.“ g, *Gedanken sind Gewalten. Sind sie vorhanden, 80 führen sie den Menschen aus der Enge und Einsamkeit in die'Weite hinaus. Fehlen sie, so lassen sie den Menschen, der seine Ziele in ihnen verliert, mitten im Weltgetriebe verkümmern. Für Israel, das leidende, geknechtete, waren diese Männer vor allem Geschenke *der Vorsehung. Das Zurücktreten der Bibel war eim Zeichen tiefster Not und Erniedrigung. Der Zusammenhang, der mit ihr noch gewahrt wurde, konnte sich nur an den Namen Raschis knüpfen, dessen Wort® allwöchentlich mit der Sidra durchgenommen würden und durch den die Kenntnis der Hagada iq den Zeiten einseitig halachischer Forschungen sich erhielt. Raschi hatte sich durch die Berücksichtigung der Halacha auch jenen Zeiten in seiner Thoraerklarung unentbehrlich gemacht. Und wenn im Lehrhause der Kampf um Raschi und Tossafoth, um Rambam und Rwed verstummt war, dann trat doch ejnmal Jemand an die Bücherschränke des Bethamidrasch und zog aus Neugierde den ״Moreh Nebuqhim“ heraus. Und wenn er beim flüchtigen, vielleicht ängstlichen Durchblättern nur die Namen Ariston und Apiaton sich gemerkt hat, 80 muß man es **hon als eine Fügung Gottes ansehen, daß slolche Bücher sich in jenen heiligen Räumen befaüden. .V V<r! Vielleicht kehrte der Leser wieder eiq Buche zurück — er war neugierig auf solcher Heiden, wie Ariston einer wä: vor dem Auftreten Mendelssohns doql monides schon viele im Judentum, unvorbereitet waren, als es hieß, A auf seinem Wege zu folgen.' Wie feiern wir Kinder der Neuzdi Männer? Halt! Ich merke, daß die C! einst in der Schule unsere Aufisätzp mich noch beeinflußt. Sie begann mit cum laude auctoris — davon haben w|i genug gehört. Sie endete mit der stets eine Lehre in der ersten Persd: praesens conjunctivi enthalten mußte, die adhortatio ergibt sich von selbst, er heute lebte, würde uns zurufen: nicht viel Worte, sondern arbeitet! Bibel und Talmud nicht, dann könnt 1 dem treiben, was ihr wollt! Und Maii^i sagen; Vergeßt ja nicht, die Bibel mit fragen in die Mitte zu stellen, wie Moreh Nebuchim getan! Verschließ nicht der gefährlichen Bibelwissenscl.! fährlich ist nur die Untätigkeit. Verg! die Mischna, nach deren Zusammen' ich jahrelang gesucht! Vergeßt mir mud — ich habe ihn trotz meiner Philosophie wahrlich nicht neben! Vergeßt nicht, daß es ewige Fragen Gott und seiner Weltleitung,, mit und seiner Bestimmung zusammenh Gott als Denker und findet euch Menschheit zurecht. Außerdem treibt. Denn wenn jene Forschungen voraus! kann alles andere nur zum Heile fühi! mal zu jenem die Ansichten r. So gab es!h durch Maidie nicht ganz osche Dessau t nun solche hrienform, die beherrschte, dem exordium ir heute schon 8 dhortatio, die n pluralis des Ich glaube, Raschi,' wenn Binder macht ■geßt mir nur ir noch außerj onides würde j all ihren Zeit- '^8 mit dem t euer Auge aft, denn geeßt mir nicht und Sinn :licht den Tal- Medizin und er betrieben! gibt, die mit em Menschen ingen; suchet in Welt und was ihr wollt g esetzt werden, en. ich'f bang Habakuk—Nahum—J )61 Ein Vergleich. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in (Fortsetzung.) Auch in Joel finden sich An Psalmen, zwar wenige, aber bedeutung! es: מות שדה תערוג אליך כי יבשו אפיקי מים; 442 ׳ beginnt איל תער: על אפיקי מים} Merkwürdige Uebereinstimmung drücken und auf so engem Raume! Joel 2» schließt בי הגדיל לעשות. un< 1 לעשת- und 4126 ׳ heißt es 1ם אלה הגדיל ה' לעש ־ת עמגו• Hier wie dort, zweimal nach ein nicht sehr häufige Wendung. 442 ׳ Jona, welches Buch auch Beziehung^ Propheten hat, benutzt. Jona 2«b 210 — 41434• Und was Habakuk anbetrifft, so Theol. Studien (Utrecht) bereits im J man noch das erste Kapitel von Haba echt ansah, auf die zahlreichen P8 darin hingewiesen. ist Preußisch Stargard. 1 :länge an die volle. 1» heißt נם בו! ii 1 seltenen Aus- כי הגריל ה׳!22 הגדיל ה׳ לעשות qnder dieselbe, außerdem in n zu unseren 442׳sb; Jona ha .be ich in den ahre 1898, als kuk ganz als itlmenanklänge

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