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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 15. (1904) · p. Seite 59

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 15. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
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59 (wir greifen absichtsvoll nach den verschiedensten Seiten hin) überall macht die bloße Endung einen ganz regelrechten Reim. Was wir in de!׳ Migchna bieten קנים, גפנים מדלעות, מקשאות sind sogjar Reime einer viel strengeren Art. Uebrigens hat die Verkennung des Stabreims sonderbare Blüten gezeitigt. König Oedipus 371 lesen wirr xuyXöi; ■ca x’uixa ■civ Ss voöv Ta דס1ן1ן0יד’ st. Muret wunderte sich über die vielen T in diesem Verse, an sich allerdings eine Härte. Holub, der bei Schöningh mehrere sophokleische Werke 1 erausgab. tadelte das ״blind an Ohren“ als sinnw drig und verbesserte xö x’alxa xöv voüv etc. ״Du bist bezüglich dieser Dinge (der Frage, wer Lajus irmordet), an Sinn und Augen blind.“ Als wenn Oedipus in seiner Raserei an das nüchterne xd x'auxä denken könnte. Er gerät ins wahnsinnige Stammeln und *uft: ״Du bist an Ohren, Sinn und Augen blind“, und läßt Logik und Vernunftrücksichten hinter sich. Das ist ein echter Stabreimvers, das harte T kennzeichnet die Stimmung unübertrefflich. Sonst müßte man Racines Vers am Ende der Andromache auch tadeln: Pour qui 80nt ces serpents qui sifflont sur ma töte? Das gehäufte 8 gibt aber das Zischen der Schlangen trefflich wieder. Wenn Jose ben Jose, der den Reim doch nicht hatte, singt: 8 ,אשנב לפועל אשר שח ופעלp arbeitet er schon auf den Reim hin; denn es heiß^ auch bei ihm נמברו יונים לבני יונים — Wortspiel, Stab- und Endreim in einem.! Und Kalliri, der Vielverspottete? אץ קוצץ בן קוצץ קצוצי לקצץ בדיבור מפוצץ רצוצי לרצץ לץ. בבוא לליצץ פילץ ונתלוצץ בעת מחצצים לחצץ כנץ על צפור לנצץ lautet ein vielverlachter Satz. Man ahnte nicht den Stabreim, der hier wie im Oedipus die Entrüstung des Dichters besser kennzeichnet, als die ausgesuchtest 3n Kunstmittel. צוה ציר לציד steht im Schekalimpiut und nochmals ijn Parapiut צו)־, צור לציר צור צרורה• Auf Schritt und Tritt bemerkt man das bei ihpj. או מאו ומותי״למשוי ממי שעל (Schekalim), נס להתנוסס (Mussaf Roschhaschana), בוגד ושודד, ירעון שדון בדין; (in der Zeile), נבחן ונם ח04 חנני, ואתה אל ולא אושי ראה יראו או יערי שיחים אם אש אחור, בלחים (a. a. O., Peßach Schacharith) טרם חמצה )חררה חפוו לצאת בכישור יצאו לקץ רץ דד דך לחשד• Daraus kommen nun geistvolle Wortspiele her, wie עברים באבך־תך סכת עדים בעברתך חשבת (a. a. O.). Und will man Wendungen verkennen, wie יעוררו יוירודו יחיו ברדת טל יעמדו יקומו יעלו יבשבבת טל wo die Wortfolge ebenso unnachahmlich ist, wie die Tonfolge und das Schlagende der Bilder? So ist beiläufig gesagt das von unseren Npuen vielfach verkannte אמת ויציב עכון (darunter יאהוב וחביב ונחמד ונעים ונורא ואדיר ומתוקן ומקיב") darauf angelegt, daß die Polysyndeta (vgl.: ״Und es wallet und siedet etc.) stabreimartig die Liebe und Schätzung Israels zur ihora in unendlich scheinender Folge zum Ausdruck bringen. Ein buntes Durcheinander! wird män rufen. Nun, in der Reisezeit wird man mir vielleicht für einen Ausflug in so verschiedene Zeilen und Länder nicht undankbar sein, mir auch nachfühlen, daß ich gern der Anregung Goldschmidts-Ofljenbach gefolgt bin. Hat er durch sein Schreiben ein« Unterstützung meiner Auffassungen in den altindnschen Ueberlieferungen gesehen, so konnte ich h er zeigen, von wie verschiedenen Seiten die Belege fiir Gleichklang, Stab- und Endreim beizubringen sind. Sind meine Darlegungen bezüglich der Mischna auch neu, so neu, daß man sie für unmöglich gehalten hat (auch für die obigen Beispiele nehme ich, allerdings bis zum Gegenbeweise, an, daß sie nei 1 und von mir gefunden sind), so habe ich mich do 3h in der Weltliteratur einigermaßen umgesehen, eho ich die Wahrnehmungen im tannaitischen Schrifttum gemacht habe. Und wenn nach einem Worte Lazarus Geigers einem Sprach- und Bibelforscher equilibristische Kenntnisse nicht schaden, so ist e!1 auch für den Textforscher im Talmud kein Unglück, wenn er seine Kräfte (im Gegensatz zur übertri! ibenen Gebietssonderung) auch auf anderen Gebieten versucht: Kleidung im biblischen und t ümudischen Schrifttum. Von Dr. Adolf Rosenzwe:g, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlin. (Fortsetzung.) 5. Für Kamm hat das biblische Schrifttum keine Bezeichnung, wohl aber das talm idi sehe1). An Sabbaten waren silberne Kämme im Gebrauch8). Der Morgenländer trägt in der Regel ein hölzernes Stäbchen mit sich, mit dem er sein? Locken dreht und in Ordnung erhält3). Der Haarkräusler4) flocht5), kräuselte6) und brannte das Haar7). Mit einer Zange (volvella) entfernte er einzelne Härchen8). Er verfertigte auch Haartouren, welche von Frauen, de:׳en Haarwuchs spärlich war, gerne getragen wurden8). Perücken durften auch am Sabbat g! Solche )tragen werden, sowie die Locken fremder Haare, die mit dem eigenen vermengt wurden10). Männer trug« מסרק (י von סרק• kämmen, Teb. j. 4,6: סריקותא. Nidda 20b, סרקי. T*>r. r. s. v. מגרדת;•<*< ימסלסלא;סלה• von גרף kratzen, Tos. Sabb. 16,19 (גרר). Sabb. 147b, Kämmen als Dienetvorrichtung der Sklaven, B. b. 63 י) Sabb. 147 b *) Vgl. Bruce, Reisen III, 82. 4) סדר. Tos. Kid V E., Sabb. 9 b. *)קלע ־, eigentl. die Fäden in ־einander wer'en, davon קלעים. Vorhänge, Num. r. 9; יפרע das Num. 6,18. 6) סלסל. Meg. 18 a. מהפך מזיא (ז. J. Meg. 6c; Meg. 18a. 8) ימלקט m. k. 3,6. 9) קפליטין. קפלטא (J• s»bb.קלפטין) c»pp יבלארי נשים KU- 6,16; יפוקרין »*«piov,! geschorene Wolle als Perücke, Tos. Sabb. 6,2. •0) Vgl. Sifra 11 נשא•!n nicht gerne Haar aufwickeln, litium, J. Ket. 31 b;

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